Wetzlar verliert bei den Löwen

Die HSG Wetzlar hat in der Handball-Bundesliga der Männer eine 25:28 (12:13)-Niederlage bei den Rhein-Neckar Löwen kassiert, sich beim Einstand von Neu-Trainer Kai Wandschneider aber ordentlich verkauft.

Das Lob kam von allen Seiten. »Wetzlar war ein starker Gegner«, sagte Torsten Storm, der Manager des Handball-Bundesligisten Rhein-Neckar Löwen, dem gestrigen Kontrahenten der HSG Wetzlar. Punkte gab es für die couragierte Leistung der Grün-Weißen beim Einstand des neuen Trainers Kai Wandschneider aber keine. Obwohl der Tabellen-15. nach der ersten Trainingswoche unter Wandschneider in vielen Bereichen einen deutlichen Schritt nach vorne gemacht hatte, ging man beim 25:28 (12:13) in Mannheim leer aus. Die diszipliniertere und emotionalere Spielweise sowie die kämpferische Einstellung machten gestern aber Hoffnung, dass schon im nächsten Heimspiel gegen TSV Hannover-Burgdorf endlich wieder Zählbares eingefahren werden kann.

Sechs Minuten vor Spielbeginn war die HSG in die SAP-Arena eingelaufen, doch es hatte ein bisschen gedauert, bis die Mannschaft von Trainer Wandschneider auch auf dem Feld angekommen war. In den ersten zehn Minuten waren die Grün-Weißen zwar gefühlte neun Minuten in Ballbesitz, richtig gefährliche Möglichkeiten konnten sie sich zunächst aber nicht erspielen.

Zwar war die Handschrift des neuen Trainers von Beginn an ersichtlich, der vor allem die Außenspieler häufig in Laufspiele integrierte und die Löwen mit langen Angriffen locken wollte, die nötige Durchschlagskraft bekamen die neuen Konzepte aber erst, als Wandschneider nach einer Auszeit in der 19. Minute mit – von links nach rechts – Steffen Fäth, Alois Mraz und Lars Friedrich eine neue Rückraumbesetzung auf das Feld schickte. Mit 5:10 hatte die HSG zu diesem Zeitpunkt zurückgelegen.

Nun aber war die HSG am Drücker. Nikola Marinovic, ebenso in der 19. Minute für den glücklosen Nikolai Weber gekommen, konnte in den verbleibenden elf Minuten der ersten Hälfte fünf Paraden verbuchen, was vorne vor allem Fäth zu nutzen wusste. Einmal bediente er Kreisläufer Kari K. Kristjansson mustergültig (26./9:12), zuvor und danach hatte er selbst getroffen und die HSG so zum 10:13 geführt. Ein feiner Trick von Friedrich und Rechtsaußen Peter Jungwirth brachte in der 29. Minute sogar das 11:13 des Außenspielers, der zudem wenige Sekunden vor dem Ende eine überhastete Aktion der Löwen zu einem Gegenstoß nutzte und die Gäste sogar zum 12:13-Anschluss warf.

Auch im zweiten Durchgang dauerte es eine Weile, bis die HSG mitspielte. Vier, fünf Angriffe blieben ungenutzt, so dass die Löwen in der 38. Minute die unnötigen Fehler der Gäste zum 16:13 nutzten. Wetzlars Spielmacher Timo Salzer brachte seine Truppe in der 43. Minute aber wieder auf 16:17 heran, und auch nachdem die favorisierten Hausherren in der 47. Minute durch ihren Spielmacher Schmid wieder mit drei Toren vorne lagen (20:17), brach das den Gästen nicht das Genick. »Wir haben uns immer wieder zurückgekämpft«, lobte Keeper Nikolai Weber den Charakter seiner Truppe, die beim 19:20 (49.) durch eine Eins-gegen-eins-Aktion des starken Fäth erneut den Anschluss geschafft hatte.

Es sollte aber noch besser kommen. Noch in der 49. Minute schloss dann Jungwirth einen Konter der Wetzlarer ab. Plötzlich stand es 20:20. Und die Löwen zitterten. »In den entscheidenden Phasen hat uns leider die Abgeklärtheit gefehlt. Der Gegner hat in diesen Momenten einfache Tore gemacht. Das hat den Ausschlag gegeben«, sagte Fäth später über die Situationen, in denen Wetzlar einen möglichen Punktgewinn aus der Hand gegeben hatte. 60 Sekunden und zwei HSG-Fehler nach dem Ausgleich führten die Gastgeber nämlich wieder mit zwei Treffern (24:22/53.

). Im darauffolgenden Angriff scheiterten Kristjansson und Rompf mit einer »Doppelchance« am in der Endphase überragenden Löwen-Keeper Goran Stojanovic – und die Partie war gelaufen.

Nach dem Schlusspfiff waren sich die Wetzlarer einig. »Darauf können wir aufbauen«, meinte Fäth, während der neue Coach feststellte: »Das war im Vergleich zu den letzten Spielen sicherlich ein Fortschritt. Wir hatten aber nichts zu verlieren, so dass wir etwas besser und kontrollierter hätten spielen können.«

Rhein-Neckar Löwen: Fritz (n.e.), Stojanovic; Schmid (3), Gensheimer (8/2), Roggisch, Sesum (5), Bielecki (2), Lund (n.e.), Gunnarsson (n.e.), Müller (1), Myrhol (2), Lijewski, Cupic (7), Ruß (n.e.), Groetzki (n.e.).

HSG Wetzlar: Marinovic (19.-53.), Weber; Schmidt, Rompf (2), Salzer (5), Valo (1), Jungwirth (4), Mraz (1), Müller, Chalkidis, Fäth (4), Harmandic (n.e.), Friedrich (3/2), Kristjansson (5).

Stenogramm / SR: Fleisch/Rieber (Ostfildern/Nürtingen). – Zus.: 4268. – Zeitstrafen: 0:4 Minuten. – Siebenmeter: 3/2 :2/2. Marc Schäfer

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