HSG Wetzlar verliert beim TV Großwallstadt

Vor 3800 Zuschauern in der Aschaffenburger f.a.n. Frankenstolz-Arena gewann der TV Großwallstadt verdient mit 28:25 (17:13)das Bundesliga-Duell gegen die HSG Wetzlar. Während die Mainfranken noch immer von der Teilnahme am europäischen Handball-Wettbewerb träumen dürfen, haben sich die Hoffnungen der weiter schwächelnden Wetzlarer vom zehnten Platz in der Abschlusstabelle endgültig zerschlagen.

Bitter für die HSG Wetzlar: Zwei Schwächephasen zu Spielbeginn und kurz vor dem Ende der ersten Hälfte brachen den Mittelhessen das Genick. Denn nach den indiskutablen Anfangsminuten hatte Wetzlar mit Courage und Kampfesstärke wieder ins Spiel gefunden.

Nachdem Stefan Kneer in der neunten Minute zum 5:1 per Schlagwurf aus der zweiten Reihe einnetzte, fingen sich die völlig indisponierten Gäste allmählich. Nach einem präzisen Wurf aus zentraler Position von Sven-Sören Christophersen (13./4:6) waren die Schützlinge von Trainer Michael Roth wieder dran. Der ehemalige Großwallstädter Coach konnte in der 24. Minute, als Christophersen auf 10:11 verkürzte, gar auf die Wende hoffen.

Doch die Biegler-Schützlinge mit ihrem "Schwedenriegel" Joakim Larsson als zentraler Deckungsspieler und dem kaum zu überwindenden Spitzenkeeper Andersson waren in der Abwehr kaum zu knacken. Zur Pause bejubelte das Großwallstädter Publikum schließlich eine fast schon vorentscheidende 17:13 Führung. "Ich bin vor allem von den Leistungsträgern enttäuscht. Avishay Smoler ist ein Spieler mit großen Ambitionen. Er wechselt zur neuen Saison nach Lemgo, bringt aber seit Wochen bei uns keine Leistung.

So langsam verliere ich die Geduld. Auch die anderen Topspieler haben mich heute wieder enttäuscht", war Wetzlars Trainer Michael Roth nach der Partie stocksauer.

Gerade die Spieler, die den Klub in der kommenden Runde verlassen, schienen gestern erneut nicht mit Herzblut bei der Sache zu sein. In der Endphase traute Roth gar seinen "Jungspunden" einen Einsatz auf höchstem Niveau zu. So kam Oberligaspieler Lukas Loh in der letzten Viertelstunde zu seinem Erstligadebüt und überzeugte mit drei schönen Treffern auf Anhieb. "Er hat mehr bewegt als die etatmäßigen Mittelspieler Timo Salzer und Alois Mraz zusammen", lobte Roth seinen Nachwuchsmann.

Was aber gestern Abend keine große Kunst war, die lahmen Spielmacher in den Schatten zu stellen. So zeigte der quirlige 21-Jährige, dass er durchaus eine Option für die Zukunft sein könnte. In der 56. Minute traf der unbekümmerte Frechdachs nach einem schnellen Vorstoß vom Kreis zum 22:26. "Das war ein richtig tolles Erlebnis. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht. Jetzt habe ich etwas Blut geleckt und wäre gerne nächste Woche wieder dabei", freute sich Loh, der sich allerdings nur zu 50 Prozent mit seinem Spiel zufrieden zeigte: "Meine Fehlerquote war noch zu hoch."

Wenigstens verstanden die mitgereisten Wetzlarer Anhänger trotz der Ernüchterung ein bisschen Spaß. Während Roth seine Schützlinge in der Auszeit einstimmte, schwappte die Laola-Welle durch die Halle, die zunächst von den HSG-Fans ob des ernüchternden 16:23-Zwischenstandes (40.) gemieden wurde. Erst als der Hallensprecher die grün-weißen Anhänger aufforderte die Lizenz zu feiern, regte sich was im gut besuchten Auswärtsblock. "Nach meinem Kenntnisstand handelt es sich bei den Lizenzauflagen nur um eine Kleinigkeit, die wir problemlos erfüllen können. Wir werden auch im kommenden Jahr Erstligahandball in Wetzlar erleben. Dann mit einem kleineren, aber qualitativ besseren Kader", sagt Roth.

Großwallstadt: Rominger, Andersson; Weinhold (2), Kneer (6), Tiedtke, Larsson (2), Jakobsson, Kunz (10/6), Reuter, Köhrmann (2), Szücs (1), Kossler (5), Holmgeirsson.

Wetzlar: Weber, Krasavac, Schomburg; Schmidt (3/2), Sebastian Weber, Smoler, Christophersen (8/1), Salzer (2), Valo (3), Allendorf, Mraz (2), Loh (3), Chalkidis (4), Werum, Schneider, Ludwig.

Stenogramm / SR: Schulze/Schulze (Magdeburg). - Zuschauer: 3800.- Zeitstrafen: 0:2 Minuten. - Siebenmeter: 6/6:4/3. Jan Martin Strasheim

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