Wetzlar rettet Punkt

Mit einem 26:26-Unentschieden am Tag vor Heiligabend beim SC Magdeburg haben sich die Bundesliga-Handballer der HSG Wetzlar noch einmal für den Jahresabschluss am 26. Dezember in eigener Halle gegen TuS N-Lübbecke (19 Uhr) empfohlen.

(fk) Sechs Siebenmeter hatte Maximilian Holst bereits sicher verwandelt, ehe er in der 60. Minute zum siebten Mal an den »Punkt« ging. Sechsmal hatte der Linksaußen die Nerven behalten, den Torhütern des SC Magdeburgs keine Chance gelassen. Den wichtigsten seiner Strafwürfe konnte der Flügelflitzer der HSG Wetzlar allerdings nicht in den Maschen unterbringen. Dario Quenstedt hielt und ermöglichte seiner Mannschaft die Chance auf den Sieg. Doch weil der SCM seinen letzten Angriff alles andere als clever zu Ende spielte, blieb es am Ende einer von Kampf geprägten Handball-Bundesliga-Partie beim leistungsgerechten 26:26 (12:11)-Unentschieden.

»Ich bin sehr zufrieden mit dem Auftritt und dem Auswärtspunkt. Ich denke, dass es vor allem in der ersten Halbzeit ein intensiver Abwehrkampf auf beiden Seiten war«, sagte Wetzlars Trainer Kai Wandschneider und fügte wohl wissen an. »Im Angriff sind wir nicht gut ins Spiel gekommen.«

Beiden Teams waren zu Beginn die Anstrengungen der letzten Monate deutlich anzumerken. Sowohl das Spiel der Hausherren als auch das der Wetzlarer war geprägt von vielen Ungenauigkeiten im Passspiel und Abschlüssen aus schlechten Positionen. Bei den Mittelhessen fand vor allem der Rückraum überhaupt nicht in die Partie. Joao Ferraz rechts und Steffen Fäth links scheiterten all zu oft aus der Distanz, konnten sich nur beim 3:3 (11.) und 12:11 (28.) erfolgreich im Eins-gegen-Eins durchsetzen. Mittelmann Filip Mirkulovski, der nach einer theatralischen Einlage in Durchgang eins den Rest des Spiels ausgepfiffen wurde, fand fast gar nicht statt, wurde nach gut 20 Minuten durch Florian Laudt ersetzt. Aber auch der Hüttenberger konnte kaum Akzente setzen.

Und so war es wie so oft in der jüngeren Vergangenheit, dass ein starker Keeper Andreas Wolff und Linksaußen Max Holst die Kohlen für Wetzlar aus dem Feuer holten. Der schnelle Rechtshänder traf zum 1:0 (1.) und legte bis zur Halbzeit noch fünfmal nach. Nachdem Nemanja Zelenovic in der dritten Minute zum 1:1 ausgeglichen hatte, dauerte es bis zur siebten Minute, ehe das Harzleder das nächste Mal den Weg ins Tor fand. Ein Zeugnis des mäßigen Niveaus.

Doch die HSG, die auf Kristian Bliznac verzichten musste (Lendenwirbelprobleme), steigerte sich. Nach dem 7:7 durch Vladan Lipovina (21.), der den schwachen Ferraz ersetzt hatte, sorgte Holst beim 9:8 (25.) wieder für die Führung. Diese nahmen die Gäste beim 12:11 auch mit in die Pause.

Nach dem Wechsel ging Magdeburg flugs mit 16:14 in Führung (35./Bagersted). Doch gestützt auf einen immer stärker werdenden Steffen Fäth verhinderte die HSG, dass sich die Hausherren weiter absetzen konnten. Tobias Hahn, der erneut den Vorzug vor Guillaume Joli erhalten hatte, glich beim 16:16 (38.) wieder aus. »Dann kam eine Phase, in der wir mit dem Tempospiel des SCM Probleme bekommen haben«, berichtete Wandschneider, der nach der Auszeit beim 18:18 (45.) knapp drei Minuten später beim 18:21 wieder die grüne Karte auf den Tisch legte. Mit Erfolg.

Vier Tore von Fäth und zwei Treffer von Holst trugen dafür Sorge, dass die HSG in der 54. Minute zum 24:24 ausgleichen konnte. Den Mittelhessen gelang es sogar, noch zweimal in Führung zu gehen, ehe Holst den verflixten siebten Siebenmeter vergab und die Krönung für eine kämpferisch starke Leistung verpasste. »Wir wollten das Tempo aus dem Spiel nehmen und über den Positionsangriff zum Erfolg kommen. Das ist uns gut gelungen«, sagte Wandschneider abschließend.

SC Magdeburg: Quenstedt, Green; Grafenhorst (3), van Olphen (2), Haaß (4/1), Bagersted (2), Damgaard (7), Weber (3/1), Lemke, Zelenovic (5), Czech, Gebala, Sohmann.

HSG Wetzlar: Wolff, Nikolai Weber; Holst (9/6), Fäth (6), Mirkulovski (1), Laudt (2), Prieto, Sebastian Weber (2), Kohlbacher (1), Lipovina (1), Ferraz (2), Hahn (2).

Im Stenogramm / Schiedsrichter: Dinges/Kirsch (Eggenstein/Eggenstein). – Zuschauer: 6775. – Zeitstrafen: 2:4 Minuten. – Siebenmeter: 4/2:7/6.

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