Wetzlar im Pokal-Achtelfinale

Auch ohne ihre etatmäßigen Spielmacher Filip Mirkulovski und Philipp Pöter hat die HSG Wetzlar die 1. DHB-Pokal-Hauptrunde in Coburg schadlos überstanden. Das Endspiel gegen den Erstliga-Rivalen HSC 2000 wird mit 31:22 gewonnen.

(mro) Die HSG Wetzlar hat Revanche genommen. Hatte man noch im Vorjahr durchaus überraschend gegen den damals Noch-Zweitligisten HSC 2000 Coburg mit 25:26 den Kürzeren gezogen, war der Erstliga-Aufsteiger dieses Mal kein Hindernis für die Grün-Weißen auf dem Weg in die 2. DHB-Pokal-Haupturnde. Ein deutliches 31:22 (13:12) leuchtete am Sonntagabend am Ende von der Anzeigetafel der HUK-Coburg-Arena.

Die HSG Wetzlar war am Samstag standesgemäß in das sonntägliche Finale eingezogen. Im Derby gegen den klassentieferen TV 05/07 Hüttenberg setzten sich die allerdings ohne ihre verletzten bzw. erkrankten Spielmacher Filip Mirkulovski und Philipp Pöter stark gehandicapten Schützlinge von Trainer Kai Wandschneider mit 30:25 (12:10) durch.

HSG-Geschäftsführer Björn Seipp hatte noch vor der Begegnung auf die Schwere der Begegnung hingewiesen. "Favorit sind wir sicherlich nicht. Coburg ist komplett und hat Heimrecht. Uns fehlen mit Filip Mirkulowski und Philipp Pöter beide Mittelmänner."

Hitzig ging es zu in der Anfangsphase an diesem Sonntag nachmittag des heißesten Wochenendes des Jahres. Zumindest auf dem Spielfeld, denn auf der Tribüne klafften auch bei diesem Bundesliga-Duell wieder erhebliche Lücken in der 3500 Zuschauer fassenden Arena. So musste Coburgs bis dahin bester Werfer, der Heuchelheimer Florian Billek, in der 20. Minute mit der Roten Karte vom Feld, nachdem er Philipp Weber mit der Hand im Gesicht getroffen hatte.

Und auch ansonsten gab es etliche umkämpfte Aktionen, die dem Schiedsrichter-Gespann einiges abverlangten. Bis zum 3:3 in der fünften Minute durch den HSC-Halbrechten Stefan Lex legten die Mittelhessen vor, ehe der wurfgewaltige Romas Kirveliavicius die Hausherren in der 13. Minute mit 7:5 in Front warf. Besonders ein nicht zu bremsender Jannik Kohlbacher am Wetzlarer Kreis, in der ersten Hälfte mit sechs Treffern, ließ das Pendel aber wieder auf die Seite der Grün-Weißen ausschlagen. Die ihrerseits beim 10:8 durch den eingelaufenen Kristian Bjørnsen erstmals mit zwei Tore in Front gingen. Coburg ließ sich aber nicht abschütteln und fightete mit Herzblut zum 12:12-Ausgleich durch Nico Büdel aus dem Rückraum zurück, ehe erneut Kohlbacher die Wetzlarer Pausenführung herstellte.

An dieser hatte auch Torwart Benjamin Buric einen großen Anteil, der anfangs keine Hand an den Ball bekam, dann aber speziell Mitte der ersten Hälfte einige freie Bälle abwehrte.

Der mit drei Stichen über dem linken Auge genähte Philipp Weber kam zur zweiten Halbzeit wieder auf die Platte und erhöhte so die eingeschränkten Möglichkeiten von Trainer Kai Wandschneider im Rückraum aufgrund des Fehlens von Mirkulowski und Pöter wieder ein wenig. Doch der nächste Nackenschlag sollte nicht lange auf sich warten. Nur vier Minuten nach Wiederbeginn prallte Maximilian Holst bei seinem Gegenstoß-Treffer zum 15:14 mit Coburgs Keeper Oliver Krechel zusammen und musste ebenfalls verletzt raus. Direkt nach Spielende konnte Horst Spengler als sportlicher Berater nur vom Verdacht des Linksaußen, dass etwas im Knie kaputt ist, berichten. Doch dies schien die dezimierte HSG-Truppe nur noch weiter zusammen zu schweißen. Mit einer bärenstarken Deckung ließen sie zehn Minuten keinen Coburger Treffer zu und zogen auf 21:15 weg als Bjørnsen per Doppelschlag traf. Damit hatte man den Hausherren endgültig den Zahn gezogen. Das 20:24 in der 51. Minute durch den Ex-Wetzlarer Adnan Harmandic war das letzte Aufflackern, ehe Wetzlar über das 27:20 vom in der zweiten Halbzeit überragenden Joao Ferraz fünf Minuten vor dem Ende einen unerwartet deutlichen 31:22-Sieg einfuhr.

Der letzte Tagestreffer ging auf das Konto von Philipp Weber, der nach dem Abpfiff zufrieden bilanzierte. "Wir haben in der zweiten Halbzeit unsere Überlegenheit gezeigt und waren am Ende souverän. Das spiegelt unsere Form wieder. Wir kommen immer besser in Tritt."

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