HSG Wetzlar mit Personalsorgen

Ein Schlüssel- oder gar Schicksalsspiel ist die Bundesligapartie zwischen dem VfL Gummersbach und der HSG Wetzlar, die am Samstag um 19 Uhr in der Eugen-Haas-Sporthalle angepfiffen wird, für den arg gebeutelten Gast (noch) nicht. Doch nach der peinlichen 29:36-Pokalpleite des vermeintlichen mittelhessischen Handball-Aushängeschildes bei Tuspo Obernburg sind viele Fragen offen. Vor allem ist fraglich, welches Personal Trainer Michael Roth im Rheinland auf das Parkett schicken kann.

(jms) Ein Schlüssel- oder gar Schicksalsspiel ist die Bundesligapartie zwischen dem VfL Gummersbach und der HSG Wetzlar, die am morgigen Samstag um 19 Uhr in der Eugen-Haas-Sporthalle angepfiffen wird, für den arg gebeutelten Gast (noch) nicht. Doch nach der peinlichen 29:36-Pokalpleite des vermeintlichen mittelhessischen Handball-Aushängeschildes bei Tuspo Obernburg sind viele Fragen offen. Vor allem ist fraglich, welches Personal Trainer Michael Roth im Rheinland auf das Parkett schicken kann.

"Wir werden erst kurzfristig wissen, wer letztlich spielen kann. Die Situation ist mehr als nur angespannt und sehr schwierig", sagt Roth, der derzeit nicht zu beneiden ist. Definitiv ausfallen wird Rückraumschütze Steffen Fäth, dessen Schulterprobleme im Rehazentrum Sporeg in Offenbach behandelt werden. Eine Fahrgemeinschaft kann Fäth mit Georgios Chalkidis bilden. Der bullige Kreisläufer, den schon seit Tagen eine hartnäckige Oberschenkelzerrung vom Spielbetrieb abhält, wird ebenfalls am Main behandelt. Ein Einsatz am Samstagabend käme für den Griechen zu früh.

Auch Daniel Valo wird (tendenziell) eher ausfallen. Der hünenhafte Rückraumspieler musste in Obernburg trotz seiner Knieprobleme aufgrund des akuten Personalmangels ran - und spielte eher schlecht als recht. Nur kurze Zeit stand Lars Friedrich auf der Platte, da er sich seit Tagen mit einer fiebrigen Erkältung herumschlägt. Besserung war zuletzt nicht in Sicht - sein Einsatz ist mehr als fraglich. Ähnlich ist die Situation bei Alois Mraz und Timo Salzer, die sich beide mit einem grippalen Infekt herumschlagen und schon gegen Obernburg passen mussten.

Somit ist Roth in jedem Fall zum Improvisieren gezwungen. Timm Schneider, der zeitgleich auch für Hüttenberg im Hessenderby gegen Frankfurt auflaufen könnte, wird bei der HSG spielen und wohl viele Spielanteile bekommen. TVH-Trainer Jan Gorr zeigt Verständnis: "Wenn Timm Bundesliga spielen kann, muss er das nutzen. Dafür ist das Doppelspielrecht gedacht." Zudem müssen die Spieler aus der zweiten Reihe nun unter Beweis stellen, dass sie Bundesliganiveau besitzen. Lukas Loh, Timo Ludwig und Christian Rompf sind gefragt. Auch müssen die Außenspieler Peter Jungwirth, dem gegen Obernburg nicht einmal ein Treffer (?!) gelang, und Kevin Schmidt, der ebenfalls enttäuschte, wesentlich besser spielen.

Michael Roth sieht jedoch auch nach dem herben Dämpfer vom Dienstagabend keinen Grund, Trübsal zu blasen: "Natürlich ist es nicht unser Anspruch, ein Spiel gegen so einen Gegner zu verlieren. Eine Viertelstunde vor Schluss haben wir noch geführt - dann ging alles sehr schnell. Ob wir da mit einem oder acht Toren Unterschied verlieren, ist im Endeffekt egal. Das war ganz schlecht und darf nicht passieren. Das Ding müssen wir aber jetzt abhaken."

In Gummersbach wartet auf die Wetzlarer unter den gegebenen personellen Voraussetzungen eine nahezu unüberwindbare Hürde. Dabei zeigte auch der finanziell angeschlagene VfL zuletzt Schwächen und schied bei Ligakonkurrent HBW Balingen/Weilstetten aus dem Pokal aus. Nicht nur deswegen fordert Trainer Sead Hasanefendic "totales Engagement" von seinen Spielern. Dabei muss die HSG diesmal nicht die "Torwartkünste" von Goran Stojanovic fürchten. In den vergangenen beiden Jahren war es der Keeper, der maßgeblich dazu beigetragen hatte, dass die HSG im Pokal (nach Verlängerung) und in der Liga (hauchdünn) den Kürzeren zog. Stojanovic zog sich noch vor Rundenbeginn einen Muskelfaserriss zu und befindet sich noch im Aufbautraining. Dagegen kehrt Kreisläufer Jörg Lützelberger nach einer auskurierten Grippe in den Kader zurück.

"Gummersbach hat eine sehr starke erste Sechs und darüber hinaus auch Qualität in der zweiten Reihe vorzuweisen. Das ist eine gute Truppe", sagt Roth, der vor allem die Wurfstärke von Adrian Pfahl und Drago Vukovic als maßgeblich sieht. Für Wetzlar wird es also darauf ankommen, in der Deckung eine gute Arbeit zu verrichten, um ein ordentliches Ergebnis erzielen zu können. Dabei meidet Roth sämtliche Risiken: "In erster Linie zählt für uns das Spiel gegen Friesenheim nächsten Freitag. Da müssen die Jungs fit sein und wir mit der bestmöglichen Mannschaft auflaufen. Im Zweifelsfall schonen wir einen Spieler am Samstag." Die Partie in der Rittal-Arena gegen die "Eulen" ist in jedem Fall ein Schlüsselspiel. Eine Niederlage wäre fatal. Das gilt nicht für Gummersbach.

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