Wetzlar nimmt gegen Magdeburg "Rammstein"-Motto an

(mac) Die Zuschauer jubelten, Trainer Michael Roth hüpfte und hüpfte, und die Spieler der HSG Wetzlar tanzten nach den 60 anstrengenden Minuten gegen den SC Magdeburg leichtfüßig über das Parkett. Auch Grigorios Chalkidis reihte sich dabei ein, obwohl sich der schwergewichtige Grieche zuvor in der Abwehr des Handball-Bundesligisten verausgabt und entscheidend zum 21:19-Erfolg beigetragen hatte, indem er den gefährlichen Magdeburger Kreisläufer Bartosz Jurecki weitgehend an die Kette gelegt und darüber hinaus mit seinen Kollegen immer wieder das Aufbauspiel der Gäste im Keim ersticken konnte.

(mac) Die Zuschauer jubelten, Trainer Michael Roth hüpfte und hüpfte, und die Spieler der HSG Wetzlar tanzten nach den 60 anstrengenden Minuten gegen den SC Magdeburg leichtfüßig über das Parkett. Auch Grigorios Chalkidis reihte sich dabei ein, obwohl sich der schwergewichtige Grieche zuvor in der Abwehr des Handball-Bundesligisten verausgabt und entscheidend zum 21:19-Erfolg beigetragen hatte, indem er den gefährlichen Magdeburger Kreisläufer Bartosz Jurecki weitgehend an die Kette gelegt und darüber hinaus mit seinen Kollegen immer wieder das Aufbauspiel der Gäste im Keim ersticken konnte. Der nahezu tadelosen Abwehrleistung der Wetzlarer war es zu verdanken, dass die Mannschaft die vor allen Dingen im ersten Durchgang offensichtlich gewordenen Probleme im Angriff übertünchen konnte. "Jeder in dieser Halle, Zuschauer, Betreuer, Trainer und Spieler haben nach diesem Sieg gelechzt und dafür gekämpft. Das war wirklich phänomenal", jubelte auch Rainer Dotzauer nach dem Sieg am Freitag.

Der Sportliche Leiter des 13. gab aber auch zu, im ersten Durchgang ein sehr schwaches Spiel gesehen zu haben. Wetzlar war wohl mit der jüngsten Aufstellung seiner Bundesliga-Historie gestartet. Dabei dürfte sich Spielmacher Timo Salzer mit Sven-Sören Christophersen auf der ungewohnten rechten Seite und Timm Schneider auf der anderen im Rückraum zunächst wie der Regisseur eines schlechten Films gefühlt haben. Nach Peter Jungwirths Treffer zum 2:1 in der vierten Minute gelang der HSG 17 Minuten lang kein einziger Treffer. Eine lange Zeit, in der die Hebefiguren der Cheerleaderinnen in der Auszeit mehr Gefahr für die in der Nähe stehenden Magdeburger bedeuteten als die Angriffsbemühungen der Hausherren.

Dass die Wetzlarer bei ihrem dritten Tagestreffer in der 21. Minute noch nicht aussichtslos zurücklagen (Salzer zum 3:4), lag zum einen an der super aggressiv zupackenden Abwehr, zum anderen aber auch an der schrecklich unpräzisen Spielweise der Gäste, die offensichtlich die beiden Ausfälle von Kreisläufer Christoph Theuerkauf (Virusinfektion) und Linkshänder Andreas Rojewski (Muskelfaserriss) nicht so gut verkraften konnten, wie die Wetzlarer später das Fehlen von Alois Mraz (Bauchmuskelzerrung) und Daniel Valo (Muskelfaserriss im Oberschenkel).

SCM-Co-Trainer Oleg Kuleschow, der früher in Magdeburg Angriffe zelebriert und gegnerische Abwehrformationen reihenweise zerlegt hatte, dürfte angesichts der stümperhaften Bemühungen seiner Schützlinge Tränen in den Augen gehabt haben, die froh sein konnten, dass Ex-Coach Michael Biegler nicht mehr an der Seitenlinie stand, sondern der ruhigere Sven Liesegang.

Im zweiten Durchgang wurde die Partie wesentlich besser. Bei der HSG konzentrierte sich alles auf die Rückraumachse mit Christophersen, Salzer und Kevin Schmidt im rechten Rückraum, die den Ball lange durch die eigenen Reihen quälten und letztlich erst dann zuschlugen, als es kaum mehr eine andere Möglichkeit gab, als den Ball in die Maschen zu donnern. Salzer agierte beweglich, bedrohte genau die Bruchstellen der SCM-Defensive und zog dann so schnell an den Abwehrspielern vorbei, dass diese wohl nur mit großer Mühe ein Phantombild des Schwaben hätten anfertigen können. Mit seinem dritten Tor in Folge traf er zum 14:14 (44.). Eine "Rakete" von Schmidt brachte dann das 16:14.

Der kleinste Spieler des "Pygmäen-Rückraums" (Roth) mit einem weiteren verdeckten Schlagwurf (Keeper Niko Weber mit 15 Paraden ebenfalls überragend: "Die sind nicht zu halten, ich weiß das aus dem Training") und drei Tore von Christophersen in Folge brachten die 20:16-Führung (54.). Roths Verschleierungstaktik im Rückraum hatte Erfolg, auch weil die HSG den Vorsprung nun in der Abwehr auch mit unerlaubten Mitteln verteidigte und dafür zwei "taktische" Zeitstrafen in Kauf nahm. Offensichtlich hatten sich die Spieler die Musik ihres Keepers zu Herzen genommen, die der vor dem Spiel in der Kabine abgespielt hatte. "Rammstein" hatte er ausgesucht. Eines deren Lieder heißt "Ich tu Dir weh".

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