Der Blick sagt alles: Wetzlars Trainer Kai Wandschneider kann mit dem Auftritt seines Teams nicht zufrieden sein. FOTO: EIBNER
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Der Blick sagt alles: Wetzlars Trainer Kai Wandschneider kann mit dem Auftritt seines Teams nicht zufrieden sein. FOTO: EIBNER

HSG Wetzlar

HSG Wetzlar hat nicht den Hauch einer Chance

  • Daniela Pieth
    vonDaniela Pieth
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Die HSG Wetzlar ist am Donnerstagabend in der Handball-Bundesliga von den Rhein-Neckar Löwen überrannt worden. Am Ende verliert die Truppe von Trainer Kai Wandschneider mit 24:37.

Chancenlos war die HSG Wetzlar gestern Abend in der Handball-Bundesliga bei den Rhein-Neckar Löwen - mit 37:24 behielten die Gastgeber in Mannheim klar die Oberhand. Die Mittelhessen freuen sich aber nun auf eine zehntätige Spielpause, in der sich die Cavor, Lindskog und Co. sammeln und die letzten beiden Partien in Ruhe analysieren können.

Von der ersten Minute an war klar, was Löwen-Coach Martin Schwalb seiner Mannschaft mit auf den Weg gegeben hatte. Rennen, rennen, rennen! Ausgerechnet durch zwei technische Fehler des sonst so sicheren HSG-Mittelmannes Filip Mirkulovski, stellten die Gastgeber durch Andy Schmid und Uwe Gensheimer per Gegenstoß schnell auf 2:0. Dazu am ein sehr gut aufgelegter Nikolas Katsigiannis im Tor, der seinen Vorderleuten mit zwei gehaltenen Bällen den Weg zum 4:0 ebnete. Am Ende der ersten Hälfte hatte "Katze" zehn Paraden auf dem Konto und wies eine Quote von über 47 Prozent auf. "Nichts bringt mehr Selbstvertrauen als Siege", schmunzelte er hinterher im Interview bei Sky.

Zu viele Fehler und Fehlwürfe

Es dauerte fast fünf Minuten, ehe Anton Lindskog den ersten Treffer für Wetzlar erzielte - und dann noch einmal vier, ehe Olle Forsell Schefvert zum 2:7 für die Grün-Weißen einnetzte. Zu viele technische Fehler und Fehlwürfe präg- ten das Spiel der Gäste, die von den Löwen zeitweise überrannt wurden. Nach dem 9:2 von Mannheims Patrick Groetzki hatte Wandschneider genug gesehen und beorderte seine Mannschaft zur Besprechung an die Seitenlinie. Bis dahin hatte die HSG kaum Zugriff aufs Spiel gefunden und schien geistig eher noch in der Kabine als auf der Platte. Die Grün-Weißen hatten kaum eine Chance, sich mal in der Abwehr zu formieren, und wenn sie es schafften, sahen sie sich mit einem sehr beweglichen Löwen-Angriff konfrontiert. Die Gastgeber ließen den Ball schnell durch die eigenen Reihen laufen, setzten zum Teil lange Kreuzungen an und sich so immer wieder auch im Positionsangriff durch.

Magnus Fredriksen zog aufseiten der HSG das Spiel zwar gut auf, doch Fehlwürfe und eine früh angreifende Löwen-Abwehr machten es den Wetzlarern extrem schwer, Anschluss zu halten. So ging es mit 18:11 in die Pause, aus der die HSG gut zurückkam. Lenny Rubin und Kristian Björnsen verkürzten auf 13:18, Till Klimpke entschärfte den Wurf von Mait Patrail, doch Björnsen vergab die Chance, auf vier Tore heranzukommen. Stattdessen erhöhte Gensheimer per Doppelpack auf 20:13 - und das letzte Stückchen Hoffnung wich aus den Wetzlarer Gesichtern. Die Gastgeber bestraften die Fehler weiterhin konsequent und schienen die Lust an schnellen, einfachen Toren nie zu verlieren.

Mit ihrer kompakten und aufmerksamen Abwehr zogen die Mannheimer ihren Gästen mehr und mehr den Zahn - und so war es Groetzki der in der 50. Minute mit einem Doppelpack die erste Zehn-Tore-Führung (30:20) erzielte. Die Löwen zeigten Tempo-Handball in Vollendung und behielten selbst in Unterzahl die Nerven und zwangen die HSG zu Fehlern. Bezeichnenderweise vergaßen die Grün-Weißen kurz vor Schluss in Unterzahl auch noch, ihren Keeper wieder aufs Feld zu holen, Romain Lagarde zog aus zehn Metern zum 37:24-Endstand ab. "Wir haben uns viel vorgenommen für das Spiel", meinte Rubin hinterher zerknirscht bei Sky. "Wir schenken den Löwen viel zu viele einfache Tore, haben zum Teil doofe Ballverluste. Das war leider nichts."

Rhein Neckar Löwen: Späth, Katsigiannis; Schmid (4/1), Gensheimer (9/1), Kirkelokke (2), Lagarde (5), Patrail (2), Tollbring (2), Abutovic, Lagergren (2), Groetzki (5), Baena, Petersson (1), Gislason, Nielsen (1), Kohlbacher (4).

HSG Wetzlar: Klimpke, Ivanisevic; Feld, Srsen (1), Henningsson (1), Björnsen (2), Mirkulovski, Weissgerber (3), Holst, Fredriksen (2), Forsell Schefvert (5), Gempp, Mellegard, Rubin (2), Lindskog (4), Cavor (4).

Im Stenogramm: Schiedsrichter: Hartmann/Schneider (Magdeburg/Irxleben). - Zuschauer: keine. - Zeitstrafen: 2:4 Minuten - Siebenmeter: 3/2 - 0.

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