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Stark am Kreis: Neuzugang Anton Lindskog (66) setzt sich gegen Cosmin Capota (Bukarest/5, dahinter) durch. (Foto: ras)

Wetzlar neunmal unbesiegt

Handball-Bundesligist HSG Wetzlar hatte am Samstagabend zur Saisoneröffnung gebeten und Champions-League-Teilnehmer HC Dinamo Bukarest mit 33:23 (16:12) aus der Sporthalle Dutenhofen befördert. Somit haben die Grün-Weißen die Vorbereitung mit neun Testspielen ohne Niederlage überstanden.

Aber auch drei verletzte Spieler zu beklagen. Am Samstag fehlten vor 750 Zuschauern Joao Ferraz (Kieferprellung) und Jannik Kohlbacher (Kapselreizung im Knie), die jedoch am Dienstag wieder ins Training einsteigen sollen. Filip Mirkulovski wird dagegen mit einer vierwöchigen Pause rechnen müssen. Er hat sich bei einer Abwehraktion gegen Ende der ersten Halbzeit einen Bänder- und Kapselriss im linken Fußgelenk zugezogen. "Das ist ein großer Wermutstropfen, das darf nicht passieren", erklärte Trainer Kai Wandschneider.

Ungünstige Vorzeichen für die HSG, die am kommenden Wochenende im Pokal gefordert ist. "Da haben wir zwei Spieler und auf der linken Seite und in der Mitte nur drei Spieler zur Verfügung. Jetzt muss ich unter der Woche noch irgendwen als Mittelmann anlernen", so Wandschneider, der den Pokal-Modus für eine "Schnapsidee" hält. Am Samstag ist Wetzlar im Mittelhessen-Derby in der Coburger Arena gegen den TV Hüttenberg gefordert. Ein Sieg vorausgesetzt, geht es am Sonntag um den Einzug in die nächste Pokal-Runde. Voraussichtlicher Gegner dann Aufsteiger HSC Coburg, der am Samstag gegen Drittligist TV Germania Großsachsen spielt.

Wandschneiders Sieben war schlecht in die Partie gestartet, lag schnell mit 2:6 hinten. Dafür verantwortlich vor allem die schlechte Chancenverwertung der ersten Spielminuten. Mit einer griffigeren Abwehr gelang es jedoch nach einer Viertelstunde, mit zwei Gegenstößen von Stefan Kneer und Maximilian Holst den ersten Ausgleich zum 8:8 zu erzielen. Wandschneider war mit folgender Anfangsformation gestartet: Nikolai Weber im Tor, auf der linken Seite mit Holst und Philipp Weber im Angriff, der zunächst mit Kneer wechselte, der anfangs in der Abwehr für Ordnung sorgen sollte. Rechts blieb Evars Klesniks auch im Angriff auf der Platte, neben ihm Neuzugang Kristian Björnsen. Am Kreis blieb nur die Alternative, Anton Lindskog durchspielen zu lassen, der dafür aber in der Abwehr Pausen bekam. In der Mitte zog Philipp Pöter die Fäden, glänzte mit Durchsetzungsvermögen und schönen Anspielen an seine Mitspieler.

Probleme bereitete den Grün-Weißen die permanente Abwehrumstellung des rumänischen Meisters. Bukarest wechselte ansatzlos von der 6:0- in die 5:1-Formation, sodass Wetzlar bei jedem Angriff auf eine neue Aufgabe gefasst sein musste. "Wir müssen die Spielfortsetzung stark verbessern", bemängelte Wandschneider in diesem Zusammenhang und fordert von seiner Mannschaft mehr Selbständigkeit und ideenreicheres Spiel ein.

In der nach dem 8:8 folgenden Auszeit von Bukarest brachte Wandschneider Vladan Lipovina und Tobias Hahn auf der rechten Seite. Björnsen agierte glücklos und nervös, wollte unbedingt zum Torerfolg kommen und schloss zu schnell ab. Auch Lingskog hatte in der Anfangsphase seine Schwierigkeiten, avancierte in der Folge aber mit sechs Treffern zum zweitbesten Schützen. Lipovina führte sich gleich gut ein, markierte eine Minute nach seiner Einwechslung das 9:8 und damit die erste Führung seiner Farben. Nach 20 Minuten kamen Fabian Kraft für Holst und Mirkulovski für Pöter auf die Platte. Völlig ungewohnt blieb Mirkulovski auch in der Abwehr im Spiel, konnte sich aber nur wenige Minuten zeigen, da er aufgrund seiner Verletzung frühzeitig passen musste.

So zog Wetzlar zur Pause auf 16:12 davon und knüpfte in der zweiten Hälfte nahtlos an. Benjamin Buric stand nun für Niko Weber zwischen den Pfosten und konnte sich in seiner Halbzeit mehrfach auszeichnen. Die, trotz etlicher Wechseln, stabile 6:0-Abwehr, erarbeitete sich immer wieder den Ball und so konnte Wetzlar, auch dank einiger Gegenstöße, in der 51. Minute beim 28:18 von Lindskog die erste Zehn-Tore-Führung verbuchen. Trotzdem in der Folge der 30. Treffer (58. Kneer, 30:22) für einige Minuten verweigert wurde, gelang es den Gästen nicht mehr, den Abstand zu verkürzen.

"Bukarest war ein guter Gegner, aber eben kein Bundesliga-Gegner", so Wandschneider hinterher. "Was die Jungs innerhalb von nur fünf Wochen auf die Beine stellen, finde ich sehr gut", lobte er trotzdem. Was er meint, ist auch auf dem Spielfeld ersichtlich. "Das sind gute Charaktere, es herrscht eine super Stimmung in der Mannschaft, die von Beginn an zusammenhält."

Wetzlar: Nikolai Weber, Buric; Kneer (2), Lipovina (4), Björnsen (2), Pöter (2), Mirkulovski, Philipp Weber (4), Holst (9/2), Kraft, Hahn (2), Klesniks (2), Lindskog (6).

Bukarest: Irimus, Grogoras; Mironescu (1), Vancea (1), Capota (1), Asoltanei , Campas (1), Savenco, Ragot (3/2), Sandru (5), Mocanu (3), Bera (1/1), Vrancovic (5), Moushavi, Criciotoiu (2).

Im Stenogramm / Schiedsrichter: Hurst/Krag (Nieder-Eschbach). – Zuschauer: 750. – Zeitstrafen: 8:6 Minuten.

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