Wetzlars Torhüter Tibor Ivanisevic hält den Siebenmeter von Niclas Ekberg (Kiel). Am Donnerstag gegen Ludwigshafen möchte der serbische Keeper an seine großartige Leistung vom Sonntag anknüpfen.	FOTO: BERGMANN
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Wetzlars Torhüter Tibor Ivanisevic hält den Siebenmeter von Niclas Ekberg (Kiel). Am Donnerstag gegen Ludwigshafen möchte der serbische Keeper an seine großartige Leistung vom Sonntag anknüpfen. FOTO: BERGMANN

Handball

Wetzlar - Ludwigshafen: Duell der Favoritenkiller

  • Ralf Waldschmidt
    vonRalf Waldschmidt
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Das Weihnachts-Heimspiel der HSG Wetzlar gegen die Eulen Ludwigshafen (Donnerstsag, 18 Uhr, Rittal-Arena) wird zum Duell der Favoritenkiller.

Es ist angerichtet! Ein unfassbarer 27:20-Triumph beim THW Kiel, ein unglaublicher 29:26-Coup beim SC DHfK Leipzig - und nun das Heimspiel der Handball-Bundesliga an Weihnachten gegen die Eulen Ludwigshafen. 4000 Karten für die Partie am Donnerstagabend (18 Uhr) in de Rittal-Arena sind bereits abgesetzt, in Anbetracht der jüngsten Eigenwerbung ist die Kartennachfrage schon am Montag noch einmal sprunghaft angestiegen. Ein ausverkauftes Haus und zwei weitere Punkte wären Bescherung und Belohnung für die Leistungen der letzten Wochen zugleich. Und so ganz nebenbei haben die Grün-Weißen am Montag vormittag noch die Verpflichtung des 22-jährigen norwegischen Spielmacher-Talentes Magnus Fredriksen (siehe nebenstehenden Artikel) bekanntgegeben, die des bereits sechsten (!) Skandinaviers in der nächsten Saison.

Die Mittelhessen gehen also mit dem Rückenwind des historischen 27:20-Erfolges bei Rekordmeister THW Kiel in die Bundesliga-Partie am 2. Weihnachtsfeiertag, die Chemiestädter kommen nach ihrer 25:23-Sensation gegen Meister SG Flensburg/Handewitt mit breiter Brust in die Rittal-Arena.

Zwischen Euphorie und Zurückhaltung: Die HSG Wetzlar hat Meister SG Flensburg/Handewitt einen Punkt abgerungen, den SC Magdeburg geschlagen, der TSV Hannover-Burgdorf ein Remis abgetrotzt und beim THW Kiel triumphiert. Sechs Punkte gegen das aktuelle Spitzenquartett der Bundesliga sind ligaweit unerreicht. Dem stehen allerdings auch Heimniederlagen gegen TBV Lemgo-Lippe oder TVB Stuttgart gegenüber, weshalb Trainer Kai Wandschneider einerseits das Selbstbewusstsein weiter stärkt (»Es gibt keinen Gegner, der uns überraschen kann«), andererseits aber auch auf die Euphoriebremse drückt: »Ludwigshafen ist eine Kämpfertruppe, die gibt nie auf.«

Die Eulen Ludwigshafen wollen den Schwung aus der Sensation über Meister Flensburg mit ins Mittelhessische nehmen. Um das »Wunder Ludwigshafen 3.0« nach zwei sensationellen Klassenerhalten zu vollbringen, muss in Wetzlar aber gepunktet werden. Das erzeugt Druck. Denn der Rückstand zu GWD Minden, TBV Lemgo-Lippe und TVB Stuttgart soll nicht weiter anwachsen. Allerdings: Auswärts haben die Eulen bislang jedoch nur ein einziges Zählerchen bei HBW Balingen/Weilstetten einfahren können.

Die englischen Wochen: Zwei in Folge hat allein die HSG Wetzlar. Während sich die Ludwigshafener nach dem Coup über Flensburg eine Woche regenerieren und vorbereiten konnten, steht den Mirkulovski und Co. die zweite englische Woche in Serie bevor. »Natürlich gibt uns der Sieg in Kiel Kraft, baut uns auf. Ein Teil der Energie für das Spiel muss aber von den Rängen kommen«, setzt Trainer Kai Wandschneider auf die Unterstützung der Fans. Um nach dem geschichsträchtigen Sonntag schmunzelnd anzufügen: »Wir haben auf der Rückfahrt auf jeder Raststätte angehalten, um Energie zu tanken.«

Die Ludwigshafener haben in den vergangenen drei Monaten nicht eine englische Wochen hinter sich bringen müssen, befinden sich im Rhythmus. Das Match in Wetzlar ist die fünfte Donnerstag-Partie in vier Wochen.

Das Personal: Den Ausfall von Till Klimpke nach einem Kopftreffer im Training hat Torhüter Tibor Ivanisevic mit 21 Paraden in Kiel mehr als kompensiert. Der Wetzlarer Matchwinner, für das serbische Nationalteam bei der EM im Januar im Einsatz, hat nach seinen beiden schweren Verletzungen in dieser und der vergangenen Saison beim Coup in Kiel zeigen, was in ihm steckt. Fehlen werden auf jeden Fall weiter Stefan Kneer (entzündeter Rückennerv) sowie Lars Weissgerber (Knochen-Ödem) und Ian Weber (krank).

Bei den Friesenheimern hat Trainer Benjamin Matschke kürzlich seinen Vertrag vorzeitig um zwei Jahre verlängert. Der Eulen-Coach muss in Wetzlar auf den früheren Hüttenberger Spielmacher Dominik Mappes verzichten, der sich in der Partie gegen Hannover-Burgdorf einen Muskelfaserriss zugezogen hat.

Stärken/Schwächen: »Wir beweisen jede Woche, dass uns niemand Aufgaben stellen kann, die wir nicht lösen können«, sagt Wetzlars Trainer Kai Wandschneider, für den in Kiel neben Torhüter Ivanisevic auch das Kreisläufer-Duo Anton Lindskog/Nils Torbrügge seinen Anteil an der Sensation hatte.

Mit der Nachverpflichtung der 42-jährigen Torhüter-Legende Gorazd Skof hat sich die Abwehr der Ludwigshafener weiter stabilisiert. Im Angriff sorgen die Zwei-Meter-Riesen Gunnar Dietrich und Azat Valiullin sowie der wurfstarke Jerome Müller für Torgefahr aus der zweiten Reihe.

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