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Hamburgs Duo auf Linksaußen: Torsten Jansen (r.) und Kevin Schmidt, für den es morgen gegen seinen Ex-Klub geht. (Foto: imago)

HSG Wetzlar: "Gute Leistungen reichen nicht"

(fk) Fünf Spiele, zwei Unentschieden, drei Niederlagen, Rang 18. Der Start in die neue Saison der Handball-Bundesliga ist für den HSV Hamburg der schlechteste der Vereinsgeschichte.

Nach dem Lizenz-Hickhack der letzten Monate schlittern die Norddeutschen scheinbar direkt in die nächste Krise, die Alarmglocken dürften an der Alster unlängst angefangen haben zu schrillen. Denn nach der unterirdischen Leistung in der ersten Halbzeit gegen die Rhein-Neckar Löwen verloren die Schützlinge von Neutrainer Christian Gaudin auch in Balingen. Am Samstag um 15 Uhr ist nun die HSG Wetzlar bei den Hansestädtern zu Gast, für die es gegen die Mittelhessen nur eine Devise geben kann: endlich den ersten Saisonsieg einfahren. Denn ansonsten drohen dem Champions-League-Sieger von 2013 noch ungemütlichere Zeiten und eventuell sogar der Abstiegskampf.

"Der HSV muss uns schlagen. Sie stecken in einer unangenehmen Situation, aus der sie sich schnellstmöglich befreien wollen", weiß auch HSG-Coach Kai Wandschneider vor der Partie am Sonnabend. "Die erste Sieben ist top besetzt und auch dahinter haben sie richtig gute Spieler", erklärt der Trainer, der dabei vor allem Spieler wie das Weltmeister-Trio von 2007 – Johannes Bitter, Torsten Jansen und Pascal Hens – im Blick hat. Aber auch Akteure wie der dänische National-Rechtsaußen Hans Lindberg oder Linkshänder Adrian Pfahl gehören auf ihren Positionen zu den Besten der Liga. Derzeit allerdings haben sie Probleme, ihr Potenzial konstant abzurufen, was besonders bei der Partie gegen den Vizemeister, die Rhein-Neckar Löwen, zu beobachten war. Nach einer katastrophalen ersten Hälfte (8:17) gewann der HSV den zweiten Durchgang mit 18:11.

"Ich wünsche meinen Jungs jetzt, dass sie einen Erfolg landen können", erklärt Gaudin vor der Begegnung mit den Grün-Weißen, die für einen Spieler aufseiten der Hanseaten besondere Brisanz birgt: Kevin Schmidt. Der 26-Jährige, der seit 2006 für die HSG aktiv war und sich nach der letzten Saison unter Tränen verabschiedet hatte, trifft zum ersten Mal in einem Pflichtspiel auf seinen alten Verein, war für ein Vorschaugespräch aber nicht zu erreichen.

Um den ersten HSV-Sieg zu verhindern, braucht die HSG laut Wandschneider eine Topleistung. "Gute Leistungen reichen nicht, das hat man gegen Kiel gesehen. Jeder Spieler muss auf seiner Position eine sehr gute Leistung mit drei Sternchen abrufen, damit wir eine Chance haben", erklärt der Coach, der unter der Woche zeitweise auf Kristian Bliznac, Sebastian Weber, Florian Laudt und José Hombrados verzichten musste. Alle vier werden aber am Samstag auflaufen können. Ebenfalls die Fahrt nach Hamburg antreten werden Adnan Harmandic und Kapitän Jens Tiedtke, der leichtes Training absolvieren konnte und "grünes Licht für Leistungssport" (Wandschneider) bekommen hat. Ob die beiden eine echte Alternative darstellen, ist fraglich. "Jens ist körperlich noch nicht da wo er war und muss sich reinkämpfen", berichtet der Übungsleiter. Definitiv fehlen werden Steffen Fäth und Max Holst, der gestern erfolgreich operiert wurde und bei dem sich der erstdiagnostizierte Kreuzbandanriss und der Meniskusschaden bestätigt haben. Damit fällt der Neuzugang rund ein halbes Jahr aus. HSG-Geschäftsführer Björn Seipp sprach von einem "schweren Schlag".

Auch wenn es schwer wird, die Ausfälle zu kompensieren, sagt Wandschneider: "Wir haben bisher gut gespielt und müssen daran anknüpfen. Unser Programm ist sehr schwer und wir müssen jede Gelegenheit nutzen, Punkte zu sammeln." Das soll am besten schon gegen den HSV gelingen, den man mit einer Niederlage noch tiefer in die Krise stürzen würde.

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