Wetzlar erlebt sein "Waterloo" bei Tuspo Obernburg

(jms) Nicht einen einzigen Punkt konnte Zweitligist Tuspo Obernburg in der Südgruppe der 2. Handball-Bundesliga bislang ergattern. Der ebenfalls punktlose Bundesligist HSG Wetzlar wollte nicht nur deshalb der Favoritenrolle in der zweiten Runde des DHB-Pokals "klar gerecht werden", wie Trainer Michael Roth vor dem Spiel sagte. Doch vor 226 überraschten Zuschauern in der Sparkassen-Arena in Elsenfeld erlebten die Mittelhessen ein echtes Debakel.

Durch die 25:33 (14:13)-Niederlage gegen das Zweitliga-Schlusslicht steuerte die HSG endgültig in die sportliche Krise.

Vor allem im zweiten Durchgang ließen sich die ersatzgeschwächten Roth-Schützlinge von einem Gegner vorführen, der zwischenzeitlich vier Spieler unter 20 Jahren auf dem Parkett hatte. Ab der 42. Minute spielte nämlich nur noch der Außenseiter, der durch Marc Ratley (47.) einen 17:19-Rückstand in eine 22:20-Führung umwandelte. Gerade in diesem Moment machten sich die personellen Probleme bei den Wetzlarern, die kurz vor der Pause durch Timm Schneider mit 14:13 in Führung gegangen waren, deutlich bemerkbar. Vor dem Spiel mussten Timo Salzer und Alois Mraz ihren Einsatz jeweils wegen eines grippalen Infekts absagen. Der schon angeschlagen ins Spiel gegangene Lars Friedrich verletzte sich erneut und konnte nicht weitermachen. Für Roth keine Ausrede: "Die anderen, die gespielt haben, haben gar nichts gezeigt. Es konnte sich keiner vorstellen, dass wir so schlecht spielen können. Aber es geht."

Der Wetzlarer Trainer behielt zwar auch nach der Pleite die Ruhe, sprach aber von einer seiner schwärzesten Stunden in seiner Trainerlaufbahn. Die HSG konnte in der 50. Minute letztmalig durch den ansonsten schwachen Kevin Schmidt auf 22:24 verkürzten, ehe die flinken Gastgeber, die in der Liga bislang vier deutliche Niederlagen einstecken mussten, spielentscheidend auf 27:22 (55./Johannes Beck) davonzogen.

"Das war auf allen Positionen ein rabenschwarzer Tag. Wir haben rein gar nichts gezeigt und verdient gegen solch eine Mannschaft verloren. Ich bin maßlos enttäuscht von meiner Mannschaft. Müller, Valo und Schmidt waren sehr schwach. Aber es hilft alles nichts - wir müssen wieder aufstehen", sagte Roth, der mit der HSG am Samstagabend (19 Uhr) in der Eugen-Haas-Halle Gummersbach gegen den gastgebenden VfL antreten muss.

Tuspo Obernburg: Lübker, Klimmer, Schüßler, Kulundzija (4/2), Ratley (1), Lübker, Kern, Fetser (5/3), Justus (8/2), Wengerter (6), Beck (3), Erifopolous (1), Djurdjevic (5).

HSG Wetzlar: Weber, Hacko; Schmidt (3), Rompf (4), Valo (2), Jungwirth, Müller (4), Schneider (4), Kristjansson (2), Loh, Ludwig (3), Friedrich (3/2).

Im Stenogramm: Schiedsrichter: Gerhard/ Küsters (Ingelheim/Mainz). - Zuschauer: 226. - Zeitstrafen: 8:10 Minuten. - Siebenmeter: 7/7:3/2.

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