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Von Kristianstad nach Wetzlar: Der norwegische Rechtsaußen Kristian Björnsen wechselt in die Handball-Bundesliga. (Foto: imago)

HSG Wetzlar: Björnsen kommt für Joli

(fk) Die HSG Wetzlar krempelt den Kader für die kommende Saison weiter kräftig um und hat am gestrigen Dienstag bereits den vierten Neuzugang präsentiert.

Wie der Handball-Bundesligist mitteilte, wird ab Sommer der norwegische Nationalspieler Kristian Björnsen das Trikot der Grün-Weißen tragen. Damit bestätigte die HSG eine Vorabmeldung dieser Zeitung vom Samstag. Ausgestattet wird der EM-Teilnehmer, der wie Kreisläufer Anton Lindskog von Champions-League-Teilnehmer IFK Kristianstad kommt, mit einem Zwei-Jahres-Vertrag.

Rechtsaußen Björnsen nimmt den Platz von Guillaume Joli ein, dessen Arbeitspapier zum 30. Juni 2016 vorzeitig aufgelöst wird. Der zweite Rechtsaußen, Tobias Hahn, soll bleiben. Man befinde sich in "guten Gesprächen" mit dem Linkshänder, sagte HSG-Geschäftsführer Björn Seipp.

Die Trennung vom französischen Olympiasieger und Weltmeister, dessen Kontrakt ursprünglich bis 30. Juni 2017 datiert war, kommt keineswegs überraschend: Joli hatte in seinen bisher eineinhalb Jahren an der Lahn nur selten überzeugen können und war deswegen in die Kritik geraten. Als Nachfolger von Tobias Reichmann geholt, konnte er den deutschen Nationalspieler nicht gleichwertig ersetzen. Zuletzt saß der 30-Jährige sogar nur auf der Tribüne und hatte von dort aus beobachten müssen, wie nicht nur Tobias Hahn seine Aufgaben ordentlich löste, sondern die HSG ihren Höhenflug in der Liga ohne ihn fortführen konnte.

"Wir haben gemeinsam mit Guillaume die vergangenen Monate und unseren Anspruch für die Zukunft aufgearbeitet. Danach sind wir zu dem Entschluss gekommen, dass eine Veränderung im Sinne der sportlichen Ausrichtung notwendig ist", teilte Wetzlars Geschäftsführer mit. Joli kehrt im Sommer zu US Dunkerque zurück. "Ich bin sehr glücklich, wieder gemeinsam mit diesem Verein durchzustarten", sagte er auf der Vereins-Website.

Besagte Ausrichtung soll hingegen mit Kristian Björnsen in Angriff genommen werden. Der 27-Jährige, der derzeit mit seinem Nationalteam bei der EM in Polen weilt, hat bereits 45 Länderspiele absolviert und konnte bisher bei den kontinentalen Titelkämpfen überzeugen. In den beiden Spielen gegen Island und Kroatien gelangen dem 1,91 Meter Schlacks 14 Treffer. Damit rangiert er auf Rang drei der besten Torschützen.

"Ich hoffe, dass ich in Wetzlar meine Stärken einbringen und der Mannschaft und dem Klub so weiterhelfen kann, seine Ziele zu erreichen", erklärte der Norweger, der sich bereits einen Eindruck von der Rittal-Arena verschaffen konnte. "Ich freue mich schon auf mein erstes Heimspiel. Die HSG Wetzlar hat ein sensationelles Publikum."

"Kristian ist im besten Handballer-Alter und bringt jede Menge internationale Erfahrung mit. Er ist ein kompletter Rechtsaußen, der sowohl im Positionsangriff als auch im Gegenstoß enormes Potenzial besitzt", erklärte Seipp. In der laufenden Champions-League-Saison hat Björnsen bereits stolze 55 Treffer erzielt, davon alleine elf beim Auswärtsspiel in Barcelona.

Nachdem die HSG Wetzlar nun auch die Personalentscheidungen für die Rechtsaußen-Position getroffen hat, gibt es im Kader für die kommende Saison noch zwei weitere Baustellen. Im linken Rückraum fehlt ein Spieler, der "in der Bundesliga sofort weiterhelfen kann", wie Coach Kai Wandschneider im Gespräch sagt. Zudem ist der Abgang von Spielmacher Florian Laudt wahrscheinlich, womit noch ein Mittelmann fehlt.

Neben Kristian Björnsen stehen derzeit die Zugänge von Benjamin Buric (Gorenje Velenje), Anton Lindskog (Kristianstad), Stefan Kneer (Rhein-Neckar Löwen) und Fabian Kraft (Doppelspielrecht beim TV Groß-Umstadt) fest.

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