Gegen Melsungen musste HSG-Keeper Till Klimpke nach einem Kopftreffer ausgewechselt werden. am Sonntag in Berlin ist er aber wieder mit von der Partie. FOTO: VOGLER
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Gegen Melsungen musste HSG-Keeper Till Klimpke nach einem Kopftreffer ausgewechselt werden. am Sonntag in Berlin ist er aber wieder mit von der Partie. FOTO: VOGLER

Handball

HSG Wetzlar in Berlin gefordert

  • Daniela Pieth
    vonDaniela Pieth
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Noch einmal vor Zuschauern antreten: Die HSG Wetzlar läuft am Sonntag um 16 Uhr bei den Füchsen Berlin auf. Der Gastgeber steht bereits gehörig unter Druck.

Die HSG musste derweil die Schlappe gegen Melsungen verdauen. Nicht das einzige, was den Grün-Weißen schwer im Magen liegt: Ab Montag gelten die neuen Corona-Maßnahmen, die besagen, dass im November keine Zuschauer mehr in die Hallen dürfen.

Neue Einschränkungen:"Wir haben die Neuerungen registriert", erklärte Kai Wandschneider. "Die Bundesliga spielt weiter, das finde ich super. Aber ohne Zuschauer ist das einfach nur trostlos." Man merkt dem erfahrenen Trainer den Frust an und auch an der Mannschaft gehen diese Entscheidungen nicht ganz spurlos vorüber. Die Grün-Weißen mussten gegen die MT Melsungen am vergangenen Sonntag ihr erstes Heimspiel ohne Zuschauer bestreiten und kassierten eine 25:33-Schlappe. "Für uns war es das erste Mal ganz ohne Zuschauer. Da kann man vorher drüber reden, aber das muss man erfahren, zu Hause komplett ohne Zuschauer zu spielen. Da kannst du auch in einen Geräteschuppen gehen und dir Bälle zuwerfen. Daran müssen wir uns gewöhnen. Aber so ein Gewöhnungsprozess braucht Zeit und das hat uns beim ersten Mal Energie gekostet.",

Das Melsungen-Spiel:Es wäre allerdings zu einfach das Spiel gegen Melsungen nur aus diesem Blickwinkel zu beleuchten. Gegen eine MT, die gegen Wetzlar immer besonders motiviert scheint, müssen alle Rädchen ineinander laufen, und da hakte es bei den Mittelhessen an einigen Stellen. Einen Anton Lindskog, der in der Woche davor nicht trainiert hatte und in keiner guten Verfassung war, können die Grün-Weißen ebenso wenig ersetzen wie einen Till Klimpke, der nach sieben Minuten mit einer Gehirnerschütterung im Grunde genommen aus dem Spiel war. "Er hat es zwar noch mal probiert, aber es hat ja nichts gebracht. Wir können es nicht verkraften, ohne Torwart zu spielen. So verlierst Du auch gegen Friesenheim oder Essen", gibt Wandschneider zu bedenken. Bis auf Olle Forsell Schefvert liefen alle Wetzlarer an diesem Tag ihrer Leistung und dem Gegner hinterher.

Berlin unter Druck:Mit 5:5 Punkten dümpeln die Füchse momentan auf Rang 15 herum. Zu wenig für den Hauptstadt-Club, der mit der Champions League liebäugelt. Nach der Niederlage in Minden fordert Sportvorstand Stefan Kretzschmar eine Reaktion und rechnet mit einem Kampfspiel. Coach Jaron Siewert stößt ins gleiche Horn: "Im Grunde geht es darum, eine gute Abwehr zu stellen und lange aufmerksam und extrem wachsam zu sein. Im Angriff wird es darum gehen, Zweikämpfe zu gewinnen und den Ball in der Breite laufen zu lassen. Wir möchten ein selbstbewusstes Auftreten zeigen und die wichtigen Punkte zuhause behalten." Für dieses Vorhaben steht dem jüngsten Trainer der Liga eine bärenstarke Mannschaft zur Verfügung. Allein im Rückraum haben die Berliner mit Fabian Wiede, Paul Drux und Marian Michalczik drei deutsche Nationalspieler in ihren Reihen. Von der Bank kommen Marko Kopljar, Lasse Andersson und Jakob Holm, um nur drei weitere Spieler mit internationaler Klasse aus dem Füchse-Kader zu nennen. "Die vielen Verletzten, die sie in der Vorbereitung und auch am Anfang der Saison noch hatten, sind eigentlich alle zurück", sagt Wandschneider. "Wir müssen schauen, dass wir da auf einem ganz hohen Level spielen, um das Spiel ausgeglichen zu gestalten." Für sein Team geht es heute mit dem Bus nach Berlin, um die Aufgabe ausgeruht angehen zu können. "Wir wollen in Berlin auf jeden Fall mit mehr Energie spielen und besser auftreten als im Heimspiel gegen Melsungen und wieder an die Spiele davor anknüpfen."

Personelles:Beide Trainer können in der letzten Partie vor dem erneuten Lockdown personell aus dem Vollen schöpfen.

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