HSG Wetzlar mit Auswärtssieg

"Auswärtssieg! Auswärtssieg!" Ausgelassen tanzten die Akteure der HSG Wetzlar am Samstagabend in der Merkur-Arena in Lübbecke. Sie hatten sich beim so heimstarken TuS N-Lübbecke, der zuvor in eigener Halle bereits die SG Flensburg/Handewitt, den VfL Gummersbach und die Rhein-Necker Löwen bezwungen hatte, mit 31:30 (15:14) durchgesetzt.

"Auswärtssieg! Auswärtssieg!" Ausgelassen tanzten die Akteure der HSG Wetzlar am Samstagabend in der Merkur-Arena in Lübbecke. Sie hatten sich beim so heimstarken TuS N-Lübbecke, der zuvor in eigener Halle bereits die SG Flensburg/Handewitt, den VfL Gummersbach und die Rhein-Necker Löwen bezwungen hatte, mit 31:30 (15:14) durchgesetzt.

Verdient. Denn 60 Minuten lang hielten die Schützlinge von HSG-Trainer Michael Roth gegen einen starken Gastgeber dagegen und blieben vor allem auch dann noch ruhig, als sie nach 40 Minuten mit 19:21 und nach 50 Minuten beim 25:27 jeweils zwei Tore zurücklagen. Alois Mraz, der an alter Wirkungsstätte erneut mangels Linkshänders im rechten Rückraum auf dieser Position mit viel Erfolg agierte, freute sich: "Wir waren etwas abgeklärter, haben ruhiger aufgebaut, während Lübbecke unter dem Druck, zu Hause gewinnen zu müssen, etwas überhastet wirkte." Der in der zweiten Halbzeit ein überzeugendes Spiel abliefernde Sven-Sören Christophersen stimmte zu: "Wir haben heute 60 Minuten lang in Angriff und Abwehr gefightet und sind endlich einmal für eine gute Auswärtsleistung belohnt worden. Ich glaube, wir waren einfach mal dran und der Sieg ist wohl auch verdient. Wir hatten diesmal das Quäntchen Glück, das uns sonst immer gefehlt hat."

Stimmt. Besonders in der Schlussminute. Denn 25 Sekunden vor dem Abpfiff bekamen die Hausherren noch einen Strafwurf zugesprochen. Tim Remer ging zum Punkt, sollte statt des zuvor an Vladan Krasavec gescheiterten Tomasz Tluczynski für den Ausgleich sorgen. Doch Remer rutschte der Ball aus der Hand und die Kugel schlug einen Meter über und neben dem Wetzlarer Tor ein. In den restlichen 20 Sekunden gab die HSG Wetzlar den Ball nicht mehr her.

Begonnen hatten die Gäste wie die Feuerwehr. Schon nach fünf Minuten und 15 Sekunden sah sich TuS-Coach Patrik Liljestrand dazu gezwungen, eine Auszeit zu nehmen. Der TuS N-Lübbecke lag schon vor ungläubig staunenden 2000 Zuschauern mit 0:5 hinten. Salzer, Werum, Allendorf, Jungwirth und erneut Allendorf hatten die Unzulänglichkeiten der Gastgeber eiskalt ausgenutzt, die Führung herausgeworfen. Trainer Michael Roth: "Wir waren vom Anpfiff an hellwach. Dass man natürlich eine solche Führung nicht beibehalten kann, ist klar, aber es ist erst einmal ein Polster und der Gegner benötigt viel Kraft, um diesen Rückstand aufzuholen."

Genau das gelang den Gastgebern fast in der kompletten ersten Spielhälfte nicht. Die HSG Wetzlar führte bis zum 13:13 und 14:14 immer. Mal mit drei, mal mit zwei Treffern, mal mit einem Tor. In die Pause ging die HSG mit einem 15:14. Sven-Sören Christophersen hatte getroffen und sogar noch einmal Nikola Blazicko im TuS-Tor überlistet. Doch der Treffer fiel mit der Schlusssirene und zählte nicht mehr.

Auch der Start in Durchgang zwei gelang. Nach dem 15:15 (32.) durch Jens Wiese schlug die HSG zurück, führte mit 17:15 (54.). Allerdings: diesmal ließ sich der Gastgeber nicht mehr so überrumpeln, fand besser ins Spiel und kam besonders über Jurecki aus dem linken Rückraum und den am Kreis stets für Unruhe sorgenden Norweger Frank Loke zur ersten Führung beim 21:19 (40.). Doch Wetzlar steckte nicht auf, führte wieder beim 25:24 (47.) und eroberte sich auch nach dem 25:27 (50.) die Führung wieder zurück zum 28:27 (53.). In der aufregenden Schlussphase waren es dann Werum, Christophersen und Rechtsaußen Smoler, die die HSG immer wieder in Führung warfen. Vorzeitig den Sack zumachen können hätte Werum 40 Sekunden vor Schluss, als er am Kreis völlig frei war. Doch Blazicko blieb Sieger und leitete damit die eingangs geschilderte Schlussphase ein, die – endlich einmal – glücklich für die HSG aus Mittelhessen endete.

TuS N-Lübbecke: Blazicko, Putera (n.e.); Loke (3), Felixson (2), Siodmiak, Jurecki (7), Tluczynski (7/4), O. Tesch, Wiese (3), Rui, Olafsson (5), Niemeyer (2), Remer (1).

HSG Wetzlar: Krasavec, Nikolai Weber; Schmidt (1), Sebastian Weber, Smoler (4), Christophersen (8/2), Salzer (5), Valo, Allendorf (4/1), Jungwirth (1), Mraz (3), Schneider (1), Werum (4).

Im Stenogramm / Siebenmeter: 6/4:5/3. - Zeitstrafen: 6:8 Felixson (35.), Jurecki (36.), Tluczynski (44./alle TuS N-Lübbecke); Christophersen (11.), Jungwirth (17., 38.), Smoler (47./alle HSG Wetzlar). - Schiedsrichter: Harms/Mahlich. - Zuschauer: 2047. - Torfolge: 0:5, 4:5, 4:7,7:10, 9:12, 14:15 (Halbzeit); 17:17, 21:19, 23:23, 27:25, 27:28, 28:28, 30:31. Wolfgang Sprentzel

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