HSG Wetzlar: Alle Jahre wieder

Immer wieder muss die HSG Wetzlar Spieler der Extraklasse ziehen lassen und versuchen, adäquaten Ersatz zu bekommen. Redakteur Ralf Waldschmidt meint, dass "the same procedure as last year" aus dem Sketch "Dinner for One" dabei für die Mittelhessen zum Drama umgeschrieben werden müsste.

Der legendäre Silvester-Sketch des Engländers Lauri Wylie, "Dinner for One", müsste für die HSG Wetzlar zum Drama umgeschrieben werden. Nach dem Motto "The same proce-dure as every year" geht dem heimischen Handball-Bundesligisten mit Ivano Balic erneut ein Topspieler verloren. Die Liste derer ist von Lars Kaufmann über Sven Sören-Christophersen bis zu Michael Müller ellenlang. Nach dem kompletten Neuaufbau im Sommer 2013 steht Trainer Kai Wandschneider mit seiner Mannschaft in der nächsten Saison vor einem neuerlichen Umbruch. Schließlich muss neben Ivano Balic auch der zu den Berliner Füchsen wechselnde Linkshänder Kent-Robin Tönnesen ersetzt werden.

Was Ivano Balic nach seiner Spielerkarriere machen wird, will der 35-Jährige, der als neuer Sportdirektor des kroatischen Verbandes gehandelt wird, noch nicht öffentlich kundtun. Auch die HSG Wetzlar hält sich bedeckt, was die Nachfolgeregelung anbelangt. Ist ja auch nicht ganz so einfach, einen Akteur auf Balic-Niveau zu finden. Und falls es doch einen wie den Hamburger Domagoj Duvnjak geben sollte, dürfte dieser für die HSG unerschwinglich sein. Da wird in den nächsten Tagen und Wochen nach Antworten auf richtig spannende Wetzlarer Personalfragen gesucht.

Dass ein Weltstar wie Ivano Balic überhaupt zwei Spielzeiten an der Lahn verbracht und dem Handball hierzulande enorme Impulse verliehen hat, sollte für den Saisonrest allerdings noch im Mittelpunkt stehen. Nicht nur, dass mittlerweile regelmäßig 4000 Zuschauer in die Arena strömen, sondern die Wetzlarer auch in ihren Auswärtsspielen eine gewisse Strahlkraft erlangt haben, ist das Verdienst der lebenden kroatischen Handball-Legende. Und man muss kein Prophet sein, um vorhersagen zu können, dass zur mit dem Heimspiel am 14. Februar gegen den HSV Hamburg beginnenden Abschiedstournee des einst besten Handballers der Welt die Fans in Massen zu den noch neun (!) Wetzlarer Heimspielen pilgern werden.

Spannender stellt sich da die Frage, ob überhaupt oder wann sich die HSG Wetzlar bei ihrer Personalplanung nicht mehr dem "The same procedure as every year" zu unterwerfen hat. Noch ist dies der Fall. (ra)

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