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Neuzugang Dejan Manaskov führte sich mit vier Treffern bei der HSG Wetzlar gut ein und leistete einen gewichtigen Beitrag zum 32:25-Sieg über den HSV Hamburg, dessen Adrian Pfahl (r.) hier dem Mazedonier den Weg zum Tor freigemacht hat. (Foto: Vogler)

Wetzlar 32:25 über Hamburg

(pie) Ein Valentinstags-Geschenk der besonderen Art bescherte die HSG Wetzlar am Samstagabend ihren 4155 Zuschauern in der Rittal-Arena. Mit dem verdienten 32:25 (15:10)-Erfolg gegen den HSV Hamburg schiebt sich der Handball-Bundesligist bis auf Platz sieben in der Tabelle vor.

Ein Garant für den Erfolg war Wetzlars Nationaltorhüter Andreas Wolff, der nach der WM in Katar nahtlos an die guten Leistungen des letzten Jahres anknüpfte. "Er hatte eine sehr lange Spielpause, das hat er sehr gut weggesteckt, das war eine großartige Leistung. Ich muss aber auch unserer Deckung insgesamt ein Kompliment machen", lobte Trainer Kai Wandschneider. Sein Gegenüber Jens Häusler bestätigte. "Wir sind unter dem Strich an unserer mangelnden Abwehrleistung und an Wolff gescheitert. Die vielen freien vergebenen Chancen hätten das Spiel zumindest spannender gemacht."

Obwohl die HSG das Spiel in Hamburg mit 31:28 für sich entschieden hatte, rechnete wohl kaum jemand aus dem Umfeld mit einem so starken Auftakt ins neue Jahr. So ging es zunächst darum, mit einer kompakten Abwehr den Hamburger Spielfluss zu stören und am Abschluss zu hindern. Aber auch Hamburg wusste in den ersten Minuten in der Deckung zu gefallen und hatte mit Johannes Bitter einen sicheren Rückhalt im Kasten. Vier blitzsaubere Paraden, darunter ein Gegenstoß von Christian Rompf, kosteten die Grün-Weißen Nerven, ehe Tobias Hahn beim 6:4 in der zwölften Minute erstmals eine Zwei-Tore-Führung erzielte.

Auffällig das Wetzlarer Bemühen, spielerisch auf die Außenpositionen abzuräumen und die in der Start-Sieben auflaufenden Rompf und Hahn ins Spiel zu bringen. Bei beiden Akteuren laufen die Verträge 2015 aus. Und obwohl die HSG im letzten Jahr davon sprach, ihnen neue Verträge vorzulegen, gab es bisher offenbar nur Gespräche.

Sorgenkind im Angriff war, wieder einmal, die Siebenmeterverwertung. Kent Robin Tönnesen scheiterte in der ersten Halbzeit ebenso an Bitter wie in der zweiten Rompf. Erst dem an diesem Abend gut aufgelegten Steffen Fäth gelang es in der 55. Minute, den Ex-National-Keeper zu überwinden, der es mit der für ihn als Grenze gesetzten Vier-Meter-Marke nicht so genau nahm. Weltmeister Guillaume Joli trat gar nicht erst an, da Backup Hahn "den Vorzug vor Gigi erhalten und seine Leistung aus der Vorbereitung bestätigt hat", so Wandschneider. Der Spielbericht wurde mit Neuzugang Dejan Manaskov und dem genesenen Kristian Bliznac gefüllt.

"Auftrieb für Mittwoch"

Aber auch das Überzahlspiel dürfte dem Trainer nur bedingt gefallen haben. Aus der Pause von Davor Dominikovic machten seine Jungs nichts, dafür netzte Hans Lindberg für den HSV zum 8:9 ein. Was in Überzahl nicht klappte, funktionierte in Unterzahl umso besser, sodass sich in der 27. Minute die Ereignisse überschlugen. Während Vladan Lipovina seine Strafe absaß, entschärfte Wolff einen Wurf, spielte sofort den Pass auf den nach vorne geeilten Manaskov, der auf 13:9 erhöhte. Der mazedonische Nationalspieler war noch gar nicht ganz zurückgelaufen, da rollte bereits der nächste Gegenstoß auf das HSV-Tor zu, doch Hahn fand in Bitter seinen Meister. Noch in derselben Minute fing die HSG-Abwehr den nächsten Ball ab. Hahn spielte sicherheitshalber auf Manaskov ab, doch diesmal vergab auch er. Wetzlar zeigte sich in vielen Belangen überlegen. Unbändiger Wille und schnelle Beine in der Abwehr, Spielübersicht und Lösungen im Angriff. Ein gutes Rückzugsverhalten sorgte für eine ordentlich sortierte Abwehr, die Eroberung von Abprallern für Selbstvertrauen und Tore. Vor allem wenn Ivano Balic den Ball tanzen ließ, schnalzte das Publikum mit der Zunge.

"Wir haben versucht; die Abwehr sehr kompakt zu stellen, um die bekannten Stellen der Wetzlarer etwas einzudämmen. Aber das ist uns überhaupt nicht gelungen", musste auch Häusler eingestehen. Spätestens nach dem Treffer von Weber zum 22:15 (41.) ging die Faschingsparty in der Arena richtig los. Torsten Jansen verkürzte zwar zehn Minuten später auf 20:24, die Wetzlarer Maschinerie lief jedoch wie geschmiert und steuerte ohne Aussetzer auf den verdienten Heimsieg zu.

"Das gibt hoffentlich Auftrieb für Mittwoch", wagte Weber den Blick voraus. "Da kommt mit Melsungen eine sehr stabile Mannschaft auf uns zu, es ist das Hessen-Derby, da wollen wir mal schauen, was geht. Wir wollen natürlich gewinnen, aber aus Respekt vor dieser Mannschaft gehen wir da genauso ran wie heute: Vollgas voraus."

HSG Wetzlar: Hombrados, Wolff; Prieto (1), Lipovina (2), Rompf (2), Manaskov (4), Weber (8), Tönnesen (3), Laudt (3), Fäth (7/1), Hahn (2), Bliznac, Balic, Klesniks.

HSV Hamburg: Bitter, Herrmann; Simicu (7), Jansen (3), Flohr, Hansen (2), Lindberg (7/3), Hanisch (2), Mahé (2), Hens (2), Dominikovic, Pfahl, Feld.

Im Stenogramm: SR: Fleisch/Rieber (Esslingen/Nürtingen). – Z.: 4155. – Zeitstrafen: 6:2 Min. – Siebenmeter: 3/1:4/3.

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