+
Erfolgsduo der FSG Wettenberg: Aufstiegs-trainer Bastian Panz (l.) und der Sportliche Leiter Kai Fechler.

Fußball

FSG Wettenberg - jung, hungrig und erfolgreich

  • schließen

Die FSG Wettenberg hat den Aufstieg geschafft. Zwar mit Schützenhilfe, doch dass der Sprung von der Kreisober- in die Gruppenliga verdient ist, daran besteht kein Zweifel.

Als Zweiter der Aufstiegsrunde hinter Sieger SG Lahnfels hat die FSG Wettenberg nach dem letztjährigen Aufstieg in die Kreisoberliga Süd erneut den Sprung in die nächsthöhere Klasse geschafft. Eine ganz starke Leistung. Ein bisschen getrübt wird die Freude jedoch aufgrund der Durchführungsbestimmungen des Hessischen Fußball-Verbandes für Aufstiegs- und Relegationsspiele. Erst am späten Mittwochabend der Vorwoche stellte sich heraus, dass in der Aufstiegsrunde zur Hessenliga eine Regelung gilt, sobald der Zweite und Dritte punkt- und torgleich sind. Denn dann entscheidet der direkte Vergleich, nicht das Torverhältnis. Diese Regelung war aber sogar Verbandsfunktionären nicht geläufig, so dass Chaos entstand. Und die FSG Wettenberg musste gewaltig zittern.

Doch als am Pfingstsamstag der SV Neuhof mit dem 1:0 gegen den 1. Hanauer FC den Sprung in die Hessenliga als Sieger der Aufstiegsrunde feierte und der TuS Dietkirchen als Rangzweiter gleichfalls in Hessens höchste Liga aufgestiegen war, war auch klar, dass die Fußballer aus Wettenberg ihrerseits in der neuen Saison in der Gruppenliga spielen.

Am Ende kann die FSG über diese Geschichte lachen. "Die Mannschaft und der Verein sind für eine ganz tolle Saison belohnt worden. Wir haben als Aufsteiger eine überragende Serie gespielt, die nun mit einem weiteren Aufstieg ein unglaubliches Ende gefunden hat", sagt Erfolgstrainer Bastian Panz. Der hat seit April 2015 das sportliche Sagen - aber zunächst als Interimslösung. Diese wurde aber letztlich dauerhaft, der Erfolg gibt allen Beteiligten recht. Vor der Übernahme der Senioren war Panz bei der FSG für die B-Junioren zuständig, kennt damit auch eine Vielzahl der Akteure seit einigen Jahren. Das hat sich nun ausgezahlt.

Damit hat es die Mannschaft von Panz geschafft und folgt damit Kreisoberliga-Meister SG Kesselbach/Odenhausen/Allertshausen in die Gruppenliga. Eine große Herausforderung für die Fußball-Spielgemeinschaft, doch Panz, das Team und der Verein freuen sich auf die neue Aufgabe. Für FSG-Abteilungsleiter Kai Fechler ist Panz der Vater des Erfolges: "Er ist wirklich der Leader, er hat die jungen Spieler geformt. Er macht ein super Training, die Spieler kommen alle gerne. Was mir auch imponiert, ist seine Menschlichkeit, er erreicht die Mannschaft. Und ich bin mir sicher, dass seine Spieler für ihn durchs Feuer gehen würden. Ich übrigens auch."

Was zeichnet aber die FSG Wettenberg aus, was ist das Erfolgsgeheimnis? "Wir haben eine sehr junge Mannschaft. Die Spieler kommen zum überwiegenden Teil aus Wettenberg oder spielen schon seit der Jugend hier bei uns. Die Spieler kennen sich also schon recht lange, wir haben somit eine sehr eingespielte Truppe. Wir sind eine Mannschaft - auf und neben dem Platz. Eine weitere Stärke ist unsere Schnelligkeit und Dynamik. Darüber hinaus verfügen wir insgesamt über eine hohe technische Qualität und versuchen, spielerische Lösungen zu finden. Hierzu gestalten wir unser Aufbauspiel flexibler und sind auch offensiv schwerer auszurechnen", charakterisiert Panz sein Team und dessen Spiel.

Die junge Elf aus Wettenberg wird eine Bereicherung für die Gruppenliga sein - das steht außer Frage. Zu was die Truppe in der Lage ist, deutete diese beim 6:0-Sieg gegen den RSV Büblingshausen in der Gruppenliga-Aufstiegsrunde an. Der West-Kreisoberligist stand von Beginn an auf verlorenem Posten, war in allen Belangen deutlich unterlegen. Freilich mangelt es noch an Erfahrung, was die Wettenberger im letzten Spiel der Gruppenliga-Aufstiegsrunde bei der SG Lahnfels erfahren mussten, als man trotz bester Chancen mit 0:3 verlor.

Mit 72 Treffern stellte die FSG Wettenberg gemeinsam mit der SG Kesselbach/Odenhausen/Allertshausen und der SG Obbornhofen/Bellersheim mit den besten Angriff der Liga. Und mit nur 32 Gegentreffern stellte man die zweitbeste Abwehr, nur der Meister war hier etwas besser (28). Insgesamt spielte die FSG eine konstante Runde, leistete sich nur wenige Ausrutscher. Verdienter Lohn war am Ende der zweite Platz, der das Ticket für die Aufstiegsrunde zur Gruppenliga brachte. Das Ergebnis ist bekannt.

Getragen wird die FSG Wettenberg vom TSV Krofdorf-Gleiberg, dem VfB Wißmar und dem TSV Launsbach. Als letzter Verein trat 2011 der VfB Wißmar bei, damit wurden die Weichen vor allem im Nachwuchsbereich gestellt - von dem Zusammenschluss haben alle profitiert. Im Senioren-Bereich ist man mit drei Mannschaften vertreten, auch im Bereich der Junioren ist man adäquat aufgestellt. Allerdings werden in den nächsten Jahren noch mehr Anstrengungen nötig sein, denn die Anzahl der Nachwuchsfußballer in ganz Deutschland geht zurück, dementsprechend auch die Anzahl der Mannschaften. Aktuell aber kann die FSG Wettenberg ihren Erfolg feiern, ehe in wenigen Wochen die Vorbereitung auf die neue Saison und auch die neue Liga startet. Panz und seine Mitstreiter werden aber für die neue Spielklasse gerüstet sein. "Wir würden uns sicherlich nicht dagegen wehren und wären auch bereit, den nächsten Schritt zu unternehmen", hatte Panz vor wenigen Monaten noch in einem Interview mit dieser Zeitung gesagt. Nun ist es geschafft, die Erfolgsgeschichte der FSG ist um ein Kapitel reicher.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare