»Wenn alles passt…

(sid). Do or Die, friss oder stirb, siegen oder fliegen: Den Basketballern des FC Bayern und Headcoach Andrea Trinchieri droht nach der Kernschmelze in der BBL nun in der EuroLeague das Aus. Viertelfinal-Spiel drei am heutigen Mittwoch (20.45 Uhr/MagentaSport) muss gegen den Mitfavoriten Armani Mailand zwingend gewonnen werden, sonst ist der bislang so spektakuläre Lauf der Münchner vorbei.

»Ich hoffe, dass sie sich da noch zurückkämpfen können«, sagte der Ex-Münchner Maxi Kleber im Podcast der Bayern. Der NBA-Profi von den Dallas Mavericks dürfte jedoch auch ahnen, dass die Stimmung alles andere als rosig ist. Das ernüchternde 62:100 gegen BBL-Meister Alba Berlin in der Liga vom Sonntag hallte laut nach, Trinchieri stellte seine Mannschaft in einer 50-sekündigen Pressekonferenz in den Senkel.

»Angesichts der Saison, die wir bisher hatten, ist dieses Spiel inakzeptabel«, sagte der Italiener deutlich. Und hatte recht. Nachdem sich sein Team als erste deutsche Mannschaft für die Playoffs der EuroLeague qualifiziert hatte, scheint den Bayern die Luft auszugehen.

Es geht jetzt darum, den Resetknopf zu drücken. Die ersten beiden Duelle in Mailand gingen verloren. Den 0:2-Rückstand in der best-of-five-Serie zu drehen, wäre auch ohne den Nackenschlag gegen Berlin eine Mammutaufgabe geworden. Die Bayern müssen am Mittwoch gewinnen und am Freitag ein weiteres Mal, wenn sie ein Entscheidungsspiel erzwingen wollen.

Geschäftsführer Marko Pesic glaubt noch an ein Weiterkommen. »Wir haben von acht Vierteln in zwei Vierteln zwei Spiele verloren«, sagte der frühere Nationalspieler. Der Gegner habe »viel mehr individuelle Qualität«, so Pesic: »Das haben wir durch Einsatz, durch Motivation und auch durch taktische Einstellung wettmachen können. Was man aber nicht wettmachen kann, ist die fehlende Erfahrung.«

Nach der Bruchlandung vom Wochenende, so beschrieb es Bayern-Profi D.J. Seeley, sei es »sehr schwer«, sich jetzt direkt auf Mailand zu konzentrieren. Er fühle jedoch, »dass wir das schaffen können. Es ist ein ›Do-or-Die‹-Spiel. Da gibt es nichts zu verlieren«, so der Guard. Ein Plus sei die »große Charakterstärke« der Mannschaft, hatte Pesic gesagt, allerdings vor dem Auftritt gegen Alba Berlin. Genau davon war an diesem denkwürdigen Tag vor den Augen von Bundestrainer Henrik Rödl nichts zu sehen.

Neben Kleber versuchte auch Nationalspieler Tibor Pleiß, den Münchnern Mut zu machen, obwohl er selbst für einen direkten Konkurrenten spielt. Mit Anadolu Efes Istanbul führt der Center in der eigenen Viertelfinal-Serie 2:0 gegen Real Madrid - doch er drückt den Bayern die Daumen, sogar der Titel sei noch drin. »Auch die Bayern haben die großen Teams besiegt«, sagte er gegenüber Sport1: »Wenn alles passt, ist auch alles möglich. Man braucht in den richtigen Momenten auch etwas Glück, um ganz oben zu stehen.«

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