Welkner über 21 km nicht zu schlagen

Über 600 Läuferinnen und Läufer gingen am Donnerstag beim 37. Gießener Silversterlauf "Rund um den Schiffenberg" an den Start.

(lad) Während die meisten anderen Menschen ihre Kräfte für die abendliche Silvesterfeier sammelten oder sich zu den letzten Einkäufen durch die Supermärkte schlugen, powerten sie sich im alten Jahr noch einmal so richtig im Freien aus: die gut 600 Läufer beim Silvesterlauf des LAZ Gießen, der auch in der 37. Auflage vom Philosophikum I aus rund um den Schiffenberg führte. Bei Temperaturen von knapp über null Grad und Dauerregen standen der Halbmarathon, der 10-km-Lauf, der 5-km-Lauf mit Walking und ein Schülerlauf über 1,2 km im Angebot, doch aufgrund der schlechten Witterung blieben viele angestammte Läufer der in der Vergangenheit bereits 1000 Starter zählenden Veranstaltung fern.

Die beste Leistung des Tages erzielte einmal mehr Jan-Philipp Starostzik. Zwar startet der 20-Jährige für Blau-Gelb Marburg, aber dennoch nimmt der Rotschopf nahezu jede Gelegenheit wahr, Läufe im Kreis Gießen zu besttreiten und wird daher bereits von vielen als Einheimischer wahrgenommen. Ab Kilometer zwei setzte sich Starostzik an einer Steigung ab und lief im für seinen Alleingang souveränen 33:27 Minuten als Erster über die Ziellinie. Auf den Zweitplatzierten Björn Feierabend (LG Aßlar/Werdorf/36:20 Minuten) hatte er bereits satte drei Minuten Vorsprung.

"An manchen Stellen war es etwas rutschig, aber da Eis und Schnee komplett geschmolzen waren, ging es super zu laufen", freute sich der Sieger, der sich vor dem Start noch Witze seiner Konkurrenten über seines "Todesmut", in kurzen Hosen zu laufen, hatte anhören müssen. Hinter M30-Sieger Feierabend wurde es eng: ab hier folgten sieben matschbesprenkelte Läufer innerhalb von 23 Sekunden. Bester Läufer aus der Region war hier Jens Freese (TSV Treis/Lda.) in 36:43 Minuten als Gesamtachter und M40-Zweiter.

Unter die Top Ten schaffte es auch Gunnar Klös (LahnLaender Lahnau/38:16) als Zehnter des Gesamteinlaufes und Zweiter der M45. Altersklassensiege errangen Hans-Joachim Hausner (Treiser LWT/46:21) in der Klasse M55, Hermann Herrmann (TV Langsdorf/47:37) in der M60 und Fritz Perner (TSV Krofdorf-Gleiberg) in sehr guten 44:19 Minuten in der M65. In der männlichen Jugend B zeigte der Großen-Lindener Moritz Weiß in 39:03 Minuten sein Potenzial.

Bei den Frauen siegte Anna Reuter vom FV Wallau klar. Zunächst hängte sie sich an die B-Jugendliche Isabell Gath vom TSV Krofdorf-Gleiberg, doch als diese mit Seitenstechen einbrach, zog die 22-Jährige davon und siegte ungefährdet in guten 39:05 Minuten, womit sie als einzige Frau die 40-Minuten-Marke unterbot. Gath folgte in für sie schwächeren 41:22 Minuten als Gesamtzweite. Mit wiederum großem Abstand auf das Spitzenduo überquerte die Krofdorferin Manuela Bartels in 45:17 Minuten die Ziellinie als Dritte und blieb damit als eine von nur sieben Frauen unter den 50 Minuten. Dies gelang ebenfalls Petra Schladitz (SV Staufenberg), die in 49:33 Minuten die W50 gewann und Gesamtsiebte wurde. Knapp an dieser Marke vorbei schrammte die Gießenerin Lavinia Dittmar in 50:04 Minuten als W30-Siegerin. Weitere Siege in ihrer Altersklasse errangen Silke Müller von der SG Fronhausen (54:59) in der W35 und Charlotte Kraushaar (ASC Licher Wald/53:10) in der W60.

Spannend wurde es im Halbmarathon, auch wenn die Siegeszeit die letztjährigen Zeiten nicht annähernd erreichen konnte. Hier liefen zunächst Silvio Welkner (RV Kleinlinden), Fabian Bietz und Tim Uhl (TSV Krofdorf-Gleiberg) als Trio an der Spitze, bis der langsamer gestartete Walter Wiezorek nach zehn Kilometern zu ihnen aufschloss und auf die Tube drückte. Ab Kilometer 13 attackierte dieser noch einmal und schüttelte bis auf Welkner seine Konkurrenz ab. Doch auf den letzten 500 Meter erwies sich der mit 31 Jahren 14 Jahre jüngere Welkner als spurtstärker und holte sich in 1:25:09 Minuten den Sieg mit zwölf Sekunden Vorsprung auf den M45-Ersten. Die Zeit des vor einigen Jahren vom Langlauf zum Radsport gewechselten ehemaligen Läufers der LG Wettenberg ist umso höher einzuschätzen, da dieser nur ein einziges Mal pro Woche laufen geht. Hinter Bietz (1:26:31) wurde Uhl Vierter (1:26:49). Mit Jochen Keil vom Treiser LWT gelang einem weiteren Einheimischem der Sprung unter die ersten Zehn; er wurde in 1:31:21 Gesamtachter und Zweiter der M40.

Altersklassenerfolge feierten der Birklarer Jonas Zessin (1:42:22) in der MJA, Moritz Geisberger (MTV Gießen/1:38:21) in der Hauptklasse, Walter Sellmann (LGV Marathon Gießen/1:34:43) in der M55, Jürgen Leib (1:44:43) in der M60 und Helmut Scholtz (beide Krofdorf-Gleiberg) in für sein Alter hervorragenden 1:46:10 Minuten in der M70.

Im weiblichen Starterfeld verbuchte die Vogelsbergerin Astrid Staubach in 1:33:44 Minuten den Gesamtsieg vor der für die LG Eintracht Frankfurt startenden Mainzerin Katharina Grohmann, die in 1:38:33 Minuten die Hauptklasse gewann. Unter die ersten Zehn im Gesamteinlauf kamen auch die W45-Zweite Renate Fritz von der TSG Alten-Buseck (1:47:35) als Achte sowie die beiden Treiserinnen Rosi Hausner (1:49:54) und Gabi Schubert (1:50:55). Hausner gewann damit die W50.

Zuvor hatten über die fünf Kilometer der Krofdorfer Rüdiger Barchfeld in 18:38 Minuten und die Wiesbadenerin Anne Hegenwald in 21:44 Minuten klare Siege errungen, während bei den Schülern über die 1,2 km die 15-jährigen Zwillinge Patrick (3:58) und Patricia Bock (4:39) vom gastgebenden LAZ Gießen die Nase vorn hatten.

Aufgrund der erneut positiven Tendenz bei der Ausrichtung bleibt dem LAZ Gießen zu wünschen, dass im kommenden Jahr bei besserem Wetter wieder mehr Läufer ihren Weg an das Philosophikum I zum Silvesterlauf finden werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare