Weitzel entscheidet Derby für MTV

(kam) Das Oberliga-Stadtderby zwischen dem MTV 1846 Gießen und dem VfB 1900 Gießen II hielt am Samstagabend, was es im Vorfeld an Brisanz versprochen hatte: Von ihrer jüngsten Niederlage in Kassel sichtlich angeknockte Männerturner drehten das Spiel gegen das Tabellen-Schlusslicht erst in den letzten drei Minuten zu einem 83:73-Sieg. Noch knapper behielt der TSV Grünberg beim 81:80-Heimsieg über der SG Aschaffenburg/Klein-Krotzenburg die Oberhand.

(kam) Das Oberliga-Stadtderby zwischen dem MTV 1846 Gießen und dem VfB 1900 Gießen II hielt am Samstagabend, was es im Vorfeld an Brisanz versprochen hatte: Von ihrer jüngsten Niederlage in Kassel sichtlich angeknockte Männerturner drehten das Spiel gegen das Tabellen-Schlusslicht erst in den letzten drei Minuten zu einem 83:73-Sieg. Noch knapper behielt der TSV Grünberg beim 81:80-Heimsieg über der SG Aschaffenburg/Klein-Krotzenburg die Oberhand.

Einen ungefährdeten Erfolg fuhr der TV Lich II ein: Die Bierstädter besiegten den BC Wiesbaden überraschend deutlich mit 92:68.

MTV 1846 Gießen - VfB 1900 Gießen II 83:73 (33:42): Was sich im Derby des MTV gegen Lich schon angedeutet hatte, sah Headcoach Christoph Wysocki auch im Stadtduell bestätigt: Derbys haben ihren ganz eigenen Charakter, insbesondere wenn es ohnehin gerade nicht rund läuft. Dass es in den Rivers Barracks etwas zu holen gibt, merkten die Gäste schnell - besonders VfB-Talent Maximilian Pantke. Der 17-Jährige markierte in den ersten Minuten gleich sechs Punkte und ragte damit aus einem mannschaftlich geschlossenen Ensemble heraus. In Verteidigung und Angriff agierten die 1900er als Team, Kommunikation und Abstimmung stimmten hörbar.

»Die junge Truppe des VfB hatte unheimlichen Willen und Schnelligkeit, sie waren anfangs spritziger als wir«, gestand Wysocki später ein. Im ersten Durchgang diktierte der Außenseiter das Tempo und nahm als logische Konsequenz eine Neun-Punkte-Führung mit in die Kabine. Nach dem Seitenwechsel erhöhten die Hausherren dann deutlich den Druck in der Verteidigung und reduzierten dafür die Personalrotation auf ein Minimum. Jetzt sollten es die Erfahrenen richten, von denen sich vor allem Flügelspieler Nils Weitzel ein Herz fasste: Der in dieser Saison kaum als Offensivkraft in Erscheinung getretene Weitzel streute im dritten Viertel vier Treffer von der Dreipunktlinie ein, zudem lief es bei der Reboundarbeit und im Fastbreak-Spiel beim MTV nun wesentlich besser. Über 57:59 (30.) spielte auch Youngster Dominic Lockhart in der Schlussphase stark auf. So übernahm der Favorit in der 33. Minute erstmals die Führung (63:59), doch der VfB blieb dran - und konnte ausgleichen (71:71, 37.

). »Dann haben wir realisiert, dass wir gewinnen können und uns zu sehr unter Druck gesetzt«, beschreibt VfB-Trainer Patrick Unger das Szenario, was sich an die Aufholjagd anschloss: Mit einem 12:2-Lauf verhinderte der Tabellenzweite aus der Lahnstadt das Debakel gegen den Letzten. »Seit dem Spiel gegen Lich befinden wir uns in einem kleinen Tief, die Jungs sind mental müde und müssen wieder Hunger auf Basketball bekommen«, erklärte Wysocki sich die Trägheit seiner Schützlinge. Sein Gegenüber Unger stimmte die Leistung optimistisch für die anstehenden Aufgaben: »Wir haben gut gespielt und uns alles abverlangt - wenn wir diesen Schwung mit in die Rückrunde nehmen, werden wir mit dem Abstieg nichts zu tun haben.«

MTV 1846 Gießen: Weitzel (26/6 Dreier), Sherman Lockhart (15/1), Dominic Lockhart (12/2), Schmid (12), Oppolzer (7), Baumann (6), Pflüger (3), Turudic (2), Koch, Itskovych, Schäfer, Zachoszcz.

VfB 1900 Gießen II: Pantke (20), Weiser (11/1), Henke (10), Göttker (8), Süßlin (7), Maric (5/1), Hargress (5), Karsten (4), Faßl (3/1), Pendzialek, Minas Adis, Mario Adis.

TSV Grünberg - SG Aschaffenburg/ Klein-Krotzenburg 81:80 (49:39): Was TSV-Coach Christian Heim unter der Woche gefordert hatte, setzten seine Mannen gleich von der ersten Minute an um: Von Beginn an agierten die Gastgeber aus einer aggressiven Defense heraus und trugen auch ihre Angriffe mit entsprechend viel Tempo vor. Gegen mitunter konzeptlose Gäste gelang es den Gallusstädtern immer wieder, die Geschwindigkeit des Spiels zu regulieren und die Intensität in der Verteidigung hochzuhalten - auch wenn das nur mit einer hohen Personalrotation zu bewerkstelligen war. Über 26:18 (12.) kontrollierten die Gastgeber so die erste Hälfte. Nach der Pause tat sich der TSV deutlich schwerer, weil man in der Offensive beste Chancen leichtfertig liegen ließ. Das rächte sich schnell, bis zum Ende des dritten Viertels ging Aschaffenburg gar in Führung (59:61, 30.). Doch anstatt sich weiter verunsichern zu lassen, schaltete Grünberg im letzten Spielabschnitt noch mal einen Gang hoch. Angeführt vom überragenden Christopher Rohrgaß reichte 20 Sekunden vor Schluss ein Vorsprung von vier Zählern - trotzdem die Hausherren gleich drei Freiwürfe danebensetzten und noch einen Dreier hinnehmen mussten. »Die Mannschaft hat sich am Ende nicht verunsichern lassen und endlich mal eine frühe Führung herausgespielt, ich hoffe, daran können wir anknüpfen in den nächsten Partien«, freute sich Heim nach der Partie.

TSV Grünberg: Rohrgaß (30), Volk (12/2), Herdejost (8/1), Seibert (7/1), Christopher Junker (6), Keller (5/1), Strack (5), Sebastian Junker (4), Freund (2), Gißel (2).

TV Lich II - BC Wiesbaden 92:68 (49:39): Nach neun Minuten ahnten die Zuschauer in der Sporthalle der Erich-Kästner-Schule noch nicht, dass es mit allerfeinstem Sonntags-Basketball weitergehen würde: Der Gast aus der Landeshauptstadt führte mit 20:19, und sein Topscorer Robert Baumbach war für die Licher Verteidigung kaum zu bändigen. 14 Punkte gelangen Baumbach allein im ersten Viertel, dreimal versenkte der BC-Topscorer einen Dreipunktwurf in der TV-Reuse. Doch dann setzte Lichs Übungsleiter Viktor Kramer zur entscheidenden Feinjustierung an. Fortan sollte der Punktegarant der Gäste gedoppelt werden und kaum noch einen Stich setzen. Die Bierstädter nutzten die Wiesbadener Konfusion zu einem 8:0-Lauf, lagen nach zehn Minuten mit 27:20 vorne. Der Bann war gebrochen: Danach stimmten Abstimmung, Verteidigung und Chancenverwertung - besonders beim glänzend aufgelegten Robin Christen - gegen einen Gegner, der ohne drei wichtige Offensivkräfte angetreten war und in der Folge chancenlos blieb. Einziger Aderlass für Kramer war die erneute Verletzung von Forward Yannik Reitschmidt.

Der Cheftrainer zeigte sich erleichtert über den Punktgewinn: »Wir hatten einen gut besetzten Kader und zum Glück gewonnen, dann stehen wir mit kleinerem Aufgebot in den nächsten Spielen nicht so unter Druck.«

TV Lich II: Christen (35/4), Szembek (12/1), Hiob (10), Lebo (10), Volkert (8/1), Songi (5), Werner (4/1), Wosnitza (4), Külhan (2), Kloos (2), Wardak, Reitschmidt.

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