Kinzenbachs Trainer André Weinecker grübelt noch, ob er bei der SG weitermachen kann. (Foto: fro)
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Kinzenbachs Trainer André Weinecker grübelt noch, ob er bei der SG weitermachen kann. (Foto: fro)

Weinecker grübelt noch

(gae) André Weinecker ist gefühlsmäßig hin- und hergerissen. Es ist sein "Baby", wie es der Coach der SG Kinzenbach liebevoll formuliert – und damit meint er das, was er in den letzten vier Jahren sportlich bei der SGK aufgebaut hat.

Er hat zusammen mit seinem Mitarbeiterstab in der vergangenen Saison den Aufstieg in die Fußball-Verbandsliga geschafft. Ein Erfolg, der nicht hoch genug anzurechnen ist. Und in der zweithöchsten hessischen Liga steht der Klub nach 28 Spieltagen noch über dem Strich in der Tabelle, unter dem die Teams platziert sind, die gegen den Abstieg kämpfen. Genauer gesagt auf Rang zwölf mit 29 gesammelten Punkten, wobei sich die SGK ebenfalls anstrengen muss, damit sie in der kommenden Saison nicht wieder eine Liga tiefer Fußball spielen muss.

Obwohl die Weichen auf personeller Ebene für eine weitere Spielzeit gestellt sind, weiß der 31-Jährige zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht, ob er seine Arbeit in Kinzenbach als Cheftrainer fortsetzen kann. "Ich habe mich noch nicht entschieden, ob ich bleibe", erklärte Weinecker vor dem Sonntagspiel gegen den Spitzenreiter Viktoria Kelsterbach, das letztlich mit 5:1 klar an den Ligaprimus ging.

Sein Herz sagt sicher ja zu der SGK, aber Weinecker hat auch berufliche wie familiäre Verpflichtungen. Erst kürzlich hat der Physiotherapeut eine eigene Praxis aufgemacht, zu Hause warten Frau und drei kleine Kinder – und zu guter letzt bauen die Weineckers ein neues Haus. Ganz schön viel für den 31-Jährigen, der bei einer Zusage in Kinzenbach einer Mehrfachbelastung ausgesetzt sein würde.

Dass seine Mannschaft, die durchaus mit schwierigen Charakteren besetzt ist, intakt ist, sah man deutlich in der Partie gegen Kelsterbach. Die Steffen Spottka und Co. ließen sich trotz der Dominanz der Gäste aus dem Frankfurter Raum nicht hängen, kämpften weiter und wurden noch mit dem späten Ehrentreffer belohnt. Darüber war Coach Weinecker auch stolz, dass seine Mannschaft Moral bewies. "Mein Team ist gefestigt", drückt er den Zusammenhalt seiner Jungs aus. Wenn die Spieler abends mal weggehen würden, dann seien das nicht zwei Personen, sondern fast die gesamte Mannschaft", fügt er an – ein Verdienst des Players-Coach, der als Spieler die glorreichen Zeiten beim SC Waldgirmes erlebt hat.

Mit viel Stolz in der Stimme verkündete der 31-Jährige, dass die Leistungsträger wie Jannik Zörb, Emre Yener, Ertugrül Gündüz, Tommy Ried, Spottka, Kevin Rennert, Patrick Werner und Leon Mattig bereits ihre Zusagen für die kommende Saison gegeben haben, unabhängig, in welcher Liga die SG Kinzenbach spielt. Zwei weitere Akteure würden kommen – Hochkaräter, so Weinecker, der aber Namen noch nicht nennen wollte. In der SG-Kurve kursierte indes, dass sich Offensivspieler Albano Sidon (Eintracht Wetzlar) den Kinzenbacher anschließen werde. Wie gesagt, die Zukunft bei der SGK ist geplant –mit oder ohne Trainer Weinecker, der hin- und hergerissen ist.

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