"Wehklagen nützt nichts"

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(dpa). Im deutschen Basketball geht es direkt zum Saisonstart um den ersten Titel - und um noch viel mehr. Mit dem aus der Corona-Not modifizierten Pokal-Wettbewerb will die Bundesliga binnen drei Wochen an fünf Standorten zum Auftakt der Spielzeit ihre Zukunftsfähigkeit auch unter Pandemie-Bedingungen beweisen. "Wir freuen uns, dass wir wieder spielen können. Es sind schwierige Zeiten, das wissen wir alle", sagte BBL-Geschäftsführer Stefan Holz. "Aber Wehklagen nützt nichts, wir werden uns mit den Rahmenbedingungen arrangieren müssen."

Bereits in den ersten Partien zeigt sich aber die große Unwägbarkeit dieser Saison. In Weißenfels sollten in einer knapp halbvollen Halle zunächst bis zu 1250 Zuschauer dabei sein. Am Freitag reagierte der Landkreis aufgrund der steigenden Infektionszahlen jedoch und beschränkte die Zuschauerzahl auf 500. Bei den weiteren Vorrunden-Ausrichtern Bonn und Vechta, wo auch die Gießen 46ers im Einsatz sind, gibt es zunächst nur eine Geisterkulisse.

Nicht nur falls dieses Schreckensszenario durch die zweite Welle zum Dauerzustand wird, schwört Holz die Teams auf einen "harten Winter" ein. Die Mehrzahl der 18 Clubs werde die maximalen 800 000 Euro pro Verein an staatlichen Hilfen aus dem 200-Millionen-Konjunkturpaket der Bundesregierung für den Profisport beantragen.

An dem geplanten Auftakt der Liga-Hauptrunde am 6. November will die BBL aber unbedingt festhalten. "Es wird Einschläge geben", sagte Holz und meinte zu drohenden Spielverlegungen: "Wir schauen einfach, wie oft wir das können und wie weit wir damit kommen. Das ist der einfache Plan. "

Beispielsweise für den Mitteldeutschen BC steigt als Gastgeber einer Pokal-Gruppenphase der Sicherheitsaufwand im Vergleich zur Zeit vor Corona um das Sechsfache. Fiebermessen ist Pflicht, in kurzen Abständen stehen Desinfektionsspender bereit. Die Zuschauer sitzen in Zehnergruppen, um die Nachverfolgung zu gewährleisten. "Wir werden in den nächsten Monaten sehr viele unterschiedliche Situationen haben und werden auch viele Geisterspiele erleben", prognostiziert Florian Kainzinger, der das Hygiene- und Sicherheitskonzept der BBL maßgeblich entwickelt hatte.

An den kommenden beiden Wochenenden qualifizieren sich die vier Gruppensieger der vier regionalen Qualifikationsturniere - auch in Ulm wird Ende Oktober gespielt - für das Final Four in München am 1./2. November.

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