Justus Hollatz hat als 19-Jähriger auf der Spielmacher-Position schon das Sagen. ARCHIVBILD: DPA
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Justus Hollatz hat als 19-Jähriger auf der Spielmacher-Position schon das Sagen. ARCHIVBILD: DPA

Auf dem Wege zur Basketball-Hochburg?

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(dpa). Vergangene Saison noch der Tabellenletzte, nun ein Playoff-Kandidat: Basketball-Bundesligist Hamburg Towers hat trotz kleiner Rückschläge einen starken Saisonstart hingelegt. Geht es nach Geschäftsführer Marvin Willoughby ist dies nur der Anfang des Towers-Traums. "Unser Plan ist es, in den nächsten Jahren eine Basketball-Hochburg für Deutschland zu werden", verrät der 42-Jährige. "Wir haben Potenzial. Wir wollen eine größere Arena, wir wollen die Infrastruktur erschaffen und die wirtschaftlichen Voraussetzungen erfüllen."

Im Hintergrund laufen die Vorbereitungen. Bis Ende 2022 soll für knapp 18 Millionen Euro das Quartierssporthaus fertiggestellt sein. Dort wird nicht nur die Geschäftsstelle des Bundesligisten einziehen. Mit den Sportmöglichkeiten - von der Dreifeldhalle bis hin zum Fitnessstudio - soll vor allem die Nachwuchsarbeit optimiert werden.

Dass sie junge, talentierte Spieler ausbilden können, haben die Towers bereits bewiesen. Der 19-jährige Spielmacher Justus Hollatz entstammt dem eigenen Nachwuchs und wurde im November erstmals für den vorläufigen Kader der Nationalmannschaft nominiert. In Ismet Akpinar (Bahcesehir Basketbol/Türkei) und Louis Olinde (Alba Berlin) gibt es noch zwei weitere deutsche Nationalspieler, die aus der Jugendabteilung der Towers stammen, mittlerweile aber für einen anderen Verein spielen. Willoughby möchte die Nachwuchsarbeit weiter ausbauen: "Der nächste Schritt wäre ein Internat, um Top-Nachwuchsspieler hier unterbringen zu können."

Ein weiterer Wunsch der "Türme" wäre eine größere Spielstätte. Die derzeitige Sporthalle in Wilhelmsburg bietet lediglich 3200 Zuschauern Platz und war bis zur Saisonunterbrechung im März zwei Jahre lang durchgängig ausverkauft. Große Hoffnungen ruhen auf dem geplanten Elbdome. Willoughbys Co-Geschäftsführer Jan Fischer lässt durchblicken: "Für uns ist der Elbdome mit etwa 9000 Plätzen die ideale Arena, um die Nachfrage bedienen zu können und noch mehr Hamburgerinnen und Hamburgern das Live-Erlebnis Basketball zu ermöglichen." Die Realisierung des Hallenprojekts könnte bis 2024 erfolgen. Die geschätzten Kosten belaufen sich auf rund 150 Millionen Euro.

Mehr Zuschauer bei den Heimspielen würden für höhere Umsätze sorgen - und somit wohl auch für sportlichen Erfolg. "Die zusätzlichen Einnahmen wären für uns die Basis, um wirtschaftlich auf das nächste Level innerhalb der BBL zu kommen und am europäischen Wettbewerb teilzunehmen", verrät Fischer.

Stand heute können die Towers finanziell nicht mit den Top-Vereinen wie Bayern München oder Alba Berlin mithalten. Laut übereinstimmenden Medienberichten betrug der Etat der Hanseaten vergangene Saison fünf Millionen Euro und wurde im Zuge der Corona-Krise in der laufenden Spielzeit auf 3,5 Millionen Euro reduziert. Laut Fischer befindet man sich finanziell "vermutlich im unteren Drittel der Bundesliga".

Dies soll sich allerdings ändern. Tomislav Karajica, der Hauptgesellschafter der Hamburg Towers, wagt daher eine mutige Prognose: "In zehn Jahren ist der Trophäenschrank schon passabel gefüllt und wir sind weiterhin das coolste und lässigste Team Hamburgs."

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