Weckmann siegt im Alleingang

(lad) Man mag es gar nicht glauben, dass der Lahnpark-Lauf in diesem Jahr erst zum zweiten Mal ausgerichtet wurde: Das erst zum 1. Januar als Verein offiziell in Erscheinung getretene Team Naunheim zeigte sich als Gastgeber derartig professionell, liebevoll und mit dem Auge für eine sehenswerte und zugleich flache asphaltierte Strecke.

So fanden sich bei dem Lauf gegen den Trend der bei Volksläufen rückläufigen Teilnehmerzahlen stattliche 535 Athleten am Start ein. Und das, obwohl gleichzeitig in Marburg die hessischen 10-km-Meisterschaften viele Starter abwarben. Das Rezept, das diesen Erfolg brachte, ist wohl die innovative Streckenführung.

Denn mit dem Start in Heuchelheim und dem Ziel an der August-Bebel-Schule in Niedergirmes bietet das Team Naunheim eine Halbmarathonstrecke an, die kein Rundkurs ist – und das ist einzigartig in der Region. Dass diese Gegend auch optisch sehr reizvoll ist, muss Einheimischen gegenüber wohl nicht zusätzlich erwähnt werden. Zudem sorgte der Ausrichter mit 70 Helfern allein für den Laufbereich – bei der Verpflegung standen zusätzliche Teams – für einen glänzenden Ablauf. So wurden unter anderem die Teilnehmer mit Bussen vom Zielort an ihren Start nach Heuchelheim gefahren. Des Weiteren gab es eigene Streckenführungen für den 10-km-Hauptlauf und den 5-km-Lauf sowie für die Walker, was jeden Geschmack bedient haben dürfte.

"Das ist ein geiler Lauf mit Alleinstellungsmerkmal – ein Unikat", freute sich Halbmarathonsieger Timo Weckmann vom TSV Krofdorf-Gleiberg über die Besonderheit des Laufs. "Ich war sehr gut drauf und wollte meinen Streckenrekord von 1:14:40 Stunden aus dem Vorjahr knacken, bei guten Bedingungen hätte ich mir auf dieser sauschnellen Strecke eine 1:13 zugetraut. Leider ist hier in neun von zehn Fällen Westwind", beschreibt Weckmann das Problem, mit dem alle Läufer am Sonntag zu kämpfen hatten: Zwar waren die Temperaturen für Laufverhältnisse angenehm, und auch der Regen während der ersten Viertelstunde des Rennens dürfte nicht sonderlich gestört haben, aber der heftige Gegenwind pustete noch bessere Zeiten einfach weg. So überquerte Weckmann in 1:17:08 Stunden als souveräner Sieger die Linie und hatte damit beinahe fünf Minuten Vorsprung auf den Zweitplatzierten. Als bestplatzierter nächster Einheimischer erreichte Gunnar Klös von AS LahnLaender Lahnau das Ziel: Seine 1:23:32 Stunden bedeuteten Platz fünf im Gesamteinlauf und Rang zwei in der M35. 46 Sekunden später folgte Sven Schnitker von der LGV Marathon Gießen – jeweils einen Platz hinter Klös.

Dessen Lahnauer Vereinskamerad René Wolf kam als Neunter noch unter die Top Zehn des Gesamteinlaufs und wurde in 1:24:35 Stunden Zweiter der M45. Den Altersklassensieg in der M55 sicherte sich der Gießener Günther Schönheit in 1:27:43 Stunden vor Ewald Strieker (LGV Marathon/1:35:05).

Schnell war auch die Siegzeit der Frauen: Silvana Peters vom LC Mengerskirchen gewann nach 1:33:02 Stunden. Hinter ihr liefen Eveyln Schaible (LGV Marathon/1:38:45) und Michaela Wolf (AS LahnLaender/1:43:13) auf die Ränge zwei und drei des Gesamteinlaufs sowie zum Doppelsieg in der W45. Stark präsentierte sich ein Trio der TSG Leihgestern auf den Gesamtplätzen vier, sieben und acht: Vera Kopecky wurde in 1:45:42 Stunden W45-Dritte, während Anette Weske (1:48:19) in der Hauptklasse und Christina Nassenstein (1:48:25) in der W35 die Nase vorn hatten. Unter 1:50 blieben auch Constanze Friedrich von TSV Lützellinden (1:45:59) und Lisa Scheibel vom TSV Krofdorf-Gleiberg (1:49:44).

Dank eines Braunfelser Duos wurde es auch schnell über die 10 km: Henrik Apel und Sebastian Felix Girg machten von Beginn an die Pace, und im Ziel wurden beide mit 34er-Zeiten belohnt. Apel siegte in 34:46 vor Girg (34:59). Cees-Jan Bakker von der TSG Dorlar wurde in 41:08 Siebter des Gesamteinlaufs und M40-Zweiter. Bei den Frauen ging der Gesamtsieg überlegen an Bianca Kornmann vom Tri-Team Gießen, die 43:45 benötigte und damit über zwei Minuten zwischen sich und ihre ärgste Verfolgerin legte. Die Niederkleenerin Elke Frank gewann als Gesamtfünfte in 50:32 Minuten die W45 vor dem Duo des LWT Allendorf/Lumda, Kornelia Fuhrmann (52:23) und Ursulua Vogel (53:46).

Auf der 5-km-Strecke legte der erst 13 Jahre alte Jannik Weiß von der LG Rhein-Lahn in 18:51 Minuten eine für sein Alter großartige Zeit auf die Strecke und gewann überlegen, schnellste Läuferin war Charlotte Lang aus Wetzlar in 23:25 Minuten. Dank der hervorragenden Organisation, der sehenswerten Strecke und der Einmaligkeit des Nicht-Rundkurses über die 21,1 km dürfte sich der Lahnpark-Lauf bereits jetzt fest etabliert haben.

"Es gab hier ein Bedürfnis nach einem Landschaftslauf, und der Termin passt gut in die Vorbereitung auf die Herbstläufe – der Lauf ist für die Sportszene eine Bereicherung", attestierte der in Läuferkreisen bestens bekannte Heuchelheimer Bürgermeister Burkhard Steinz, der als Schirmherr den Startschuss abgab und die Siegerehrungen vornahm.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare