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Inka Dömges und ihr NSC Watzenborn-Steinberg starten am Samstag in die dritte Bundesliga-Saison. (Foto: Vogler)

Watzenborn startet am Samstag ins dritte Bundesligajahr

(art) Erhobenen Hauptes möchte sich der NSC Watzenborn-Steinberg aus der höchsten deutschen Spielklasse verabschieden. Denn klar ist, dass es zwei sportliche Absteiger geben wird. In unveränderter Besetzung starten die heimischen Damen am Wochenende in ihr drittes Bundesligajahr. "Alles andere als der sportliche Abstieg wäre eine Sensation", fasste es NSC-Vorstand Martin Keizl kurz und prägnant zusammen.

Der Verein sei sehr stolz auf diese drei Bundesligajahre, aber man mache sich keine falschen Hoffnungen, dass der Klassenerhalt greifbar wäre. "Wir wollen der Region hochklassige Tischtennis-Events bieten und tun das solange wir können. Auch in der kommenden Saison wird es wieder zu jedem Heimspiel ein Rahmenprogramm geben", versprach Keizl.

Aus sportlicher Sicht erwartet die Mannschaft erneut ein schweres Jahr. Die Vorfreude auf das vielleicht letzte Jahr in der höchsten Spielklasse ist aber dennoch ungebrochen: "Als Mannschaft sind wir meist chancenlos gewesen. Doch in manchen Doppel- und Einzelpartien waren wir oft näher dran als man denken mag. Für uns ist mit den drei Jahren Bundesliga ein sportlicher Traum in Erfüllung gegangen. Die Stimmung in der Mannschaft ist nach wie vor hervorragend", beschrieb Mannschaftsführerin Inka Dömges die Sicht der NSC-Spielerinnen.

Ein Wunschziel formulierte derweil NSC-Cheftrainer Markus Reiter: "Mein persönlicher Traum wäre ein unter günstigen Umständen entstandener Mannschaftspunkt und ein gewonnenes Einzel von Inka. Das wäre ein würdevoller Abschied, und alle Spielerinnen, die seit dem Aufstieg dabei waren, hätten ihr persönliches Erfolgserlebnis gehabt."

Die Damen-Bundesliga ist in der kommenden Saison erstmals seit fünf Jahren wieder mit der Sollstärke von zehn Mannschaften bestückt, weshalb es auch zwei Absteiger geben wird. An der Tabellenspitze ist wieder das ausnahmslos mit Topspielerinnen besetzte Team TTC Berlin eastside zu erwarten. Bereits in der vergangenen Saison dominierte das Team den Rest der Liga. Der Neuzugang von Nationalspielerin Petrissa Solja wird diese Dominanz nochmals untermauern. Hinter dem Klassenprimus dürften sich die Teams aus Essen, Kolbermoor und Bingen um die Rolle des ersten Verfolgers streiten. Im Mittelfeld sind die beiden Liganeulinge Bad Driburg und Schwabhausen sowie die Teams aus Böblingen und Busenbach zu erwarten. Wie auch in der vergangenen Runde werden aller Voraussicht nach die Leutzscher Füchse und der NSC Watzenborn-Steinberg am Tabellenende zu finden sein.

Individuelle Spielsysteme

Während die professionell geführte Konkurrenz mit internationalen Profis aufläuft, stammen alle NSC-Spielerinnen aus Hessen. Der Homogenität, was die Herkunft der heimischen Akteurinnen anbelangt, steht eine Vielfalt an individuellen Spielsystemen innerhalb der Mannschaft entgegen. Linkshänderin Angelina Gürz, die als Sport- und Gymnastiklehrerin tätig ist, kann als Block-Konter-Spielerin charakterisiert werden, die in erster Linie über Härte und Platzierung in ihren Schlägen zum Punktgewinn kommt. Inka Dömges arbeitet derzeit als Lehrerin und Trainerin am Sportinternat in Frankfurt. Sie zeichnet sich vorwiegend durch ihre hervorragende Athletik aus, die ihrer dominanten Vorhand-Topspin-Spielweise zugutekommt. Désirée Menzel wird demnächst ihr Referendariat als Jurastudentin beginnen. Menzel besticht durch ihr beidseitiges Topspin-Spiel und eine ausgeprägte mentale Stärke. Als einzige Material-Spielerin mit kurzen Noppen auf der Vorhand agiert Christine Engel, die als Gymnasiallehrerin in Homberg-Efze tätig ist, am Tisch eher abwartend und versucht, durch Variantenreichtum in ihrem Spiel zum Erfolg zu kommen.

Die Physikstudentin Sonja Bott ist für ihre gefährlichen Aufschläge bekannt, welche sie gut in ihr beidseitig spinorientiertes Topspin-Spiel kommen lässt.

Außer den beiden Pokalspielen gegen die Leutzscher Füchse und Busenbach hat es für das Team keine besondere Saisonvorbereitung gegeben. "In Hessen sind die Hallen geschlossen, es wurden vom Landkreis sogar die Schlösser ausgetauscht, sodass es keine besondere Vorbereitung geben wird. Ich hoffe aber, dass wir in der ersten Septemberwoche alle wieder gesund da sind und die Plastikbälle ebenso, damit wir noch vor dem ersten Ligaspiel ein paar Einheiten absolvieren können", erklärt Cheftrainer Reiter. Er spielt damit auf die neue Regelung an, wonach der Tischtennis-Weltverband ITTF das Material Zelluloid als gesundheitsschädigend eingestuft und durch einen Plastikball ersetzt hat.

Ohne Christine Engel, dafür mit Inka Dömges, wird das Team von Trainer Markus Reiter am Samstag (16 Uhr) in Garbenteich das erste Saisonspiel gegen die Leutzscher Füchse bestreiten. "Inkas Rückkehr ins Team wird unsere Chancen etwas verbessern", gab sich Trainer Reiter optimistisch. Vielleicht geht mit einer Portion Glück sein Traum auf einen Mannschaftspunkt schon im ersten Spiel in Erfüllung.

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