Warten auf Rheinland-Pfalz

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(red). Ob der FC Gießen und die anderen 21 Klubs in diesem Jahr noch einmal in der Regionalliga-Südwest Fußball spielen können, hängt jetzt in erster Linie von einem Bundesland respektive den Klubs aus diesem ab. Während das Saarland eine Ausnahmeregelung getroffen hat und somit dem FC Homburg und der SV Elversberg den Weg ebnete, theoretisch im Dezember wieder den Spielbetrieb aufzunehmen, gibt es beim größeren Nachbarn noch keine Anzeichen, ähnlich zu agieren.

"Es hängt nun an Rheinland-Pfalz, das die schärfste Regelung hat", sagt Felix Wiedemann, der stellvertretende Geschäftsführer der Regionalliga Südwest GbR. Im Gegensatz zu Rheinland-Pfalz und dem Saarland ordnen Hessen und Baden-Württemberg die Regionalliga als Profiliga ein, in diesen beiden Bundesländern könnte also prinzipiell, auch im Lockdown-Monat November, aber ohne Zuschauer, gespielt werden.

Dass in der Landeshauptstadt Mainz Bewegung in diese elementare Sache kommt, ist zumindest vor der nächsten Bund-Länder-Konferenz am kommenden Mittwoch unwahrscheinlich. "Ich vernehme nichts vonseiten Rheinland-Pfalz’", sagt Wiedemann und sieht eine "gewisse Skepsis angebracht", dass im Dezember in dieser Spielklasse noch mal der Ball rollt. Ungeachtet der sich dadurch verschärfenden Terminsituation hält die Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) mit Sitz in Karlsruhe an den Plänen fest, bis zum Saisonende (30. Juni 2021) die 42 Spieltage zu absolvieren. "Dies ist unsere primäre Aufgabe", betont Wiedemann. Selbst eine Saisonverlängerung über diesen Termin hinaus könnte laut ihm nachgedacht werden.

Rückendeckung für die GbR

Einen Plan B, sagt der 44-Jährige, gebe es nicht. "An diesem Punkt sind wir nicht." Allerdings räumt er ein, dass - wenn sich die Corona-Lage kaum verbessert - es zu Schwierigkeiten kommen könnte. "Wir müssen erst mal die Hinrunde abschließen", sagt Wiedemann dazu.

Michael Görner, Präsident des FSV Frankfurt, hegt erhebliche Bedenken, dass alle Runden ausgetragen werden. "Generell sind 42 Spieltage schon eine große Herausforderung", sagt er. In Folge von Corona spricht er nun von "sehr ambitioniert". Wie sich die Regionalliga Südwest GbR in der Corona-Krise verhält, bezeichnet Görner indes als "völlig richtig und korrekt". Die Gesellschaft stehe vor der großen Aufgabe, heterogene Interessen zu berücksichtigen. Einen goldenen Mittelweg gibt es nicht, Konzessionen müssten entsprechend gemacht werden.

Den eigenen Club sieht Görner in diesen harten Zeiten gut aufgestellt. Die Corona-Krise treffe "uns nicht überraschend". Das Einbrechen der Zuschauereinnahmen tue laut Görner dem Verein zwar weh. Mit Sponsoren und Partnern habe man jedoch Vereinbarungen getroffen, dass sie den FSV trotz vieler Widrigkeiten weiter unterstützen, der Club biete ihnen auch neue Aktionen. Zudem ist das Kurzarbeitergeld ein wichtiger Faktor. Görner ist sich sicher, "das Schiff durch die stürmische See in den Hafen (zu) bringen" - sprich den FSV durch diese Saison.

Eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs noch in diesem Jahr erwartet der 59-Jährige allerdings nicht. "Wir können nicht mehr mit einer Lockerung rechnen", sagt er. Dies hängt zudem damit zusammen, dass die vier Regional- ligisten aus Rheinland-Pfalz - im Gegensatz zu den beiden saarländischen - mitunter unterschiedliche Standpunkte haben. Wegen der nötigen zweiwöchigen Vorbereitungszeit dürfte somit frühestens am Wochenende 16./17. Januar wieder in der Regionalliga Südwest gespielt werden.

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