Warten auf die gute Nachricht

(cso) Die Personaldecke bei den LTi Gießen 46ers wird vor dem Spiel gegen die Walter Tigers Tübingen am Samstag (20 Uhr/Sporthalle Ost) immer dünner. Nach den Abgängen von Ryan Brooks und LaQuan Prowell verlässt nun auch Dijuan Harris den Verein.

Den Eingang der bis Freitag benötigten â?" bereits zugesagten â?" 360 000 Euro auf dem Rechtsanwaltsanderkonto bzw. dem Konto der Gispo GmbH wollte Geschäftsführer Heiko Schelberg am Donnerstag noch nicht bestätigen. Dazu soll am heutigen Freitag eine weitere Stellungnahme seitens des Klubs erfolgen. Unterdessen teilte der Lizenzausschuss der BBL gestern mit, dass den Gießenern im Zuge der Nachprüfung der eingereichten Unterlagen nicht die Lizenz für die Basketball-Bundesliga entzogen wird, wenngleich ihnen wegen Verstößen gegen die Mitteilungspflicht zwei weitere Punkte abgezogen werden.

Nachdem der vorläufige Insolvenzantrag am 21. Dezember gestellt worden war, was dem Klub bereits einen Abzug von vier Zählern einbrachte, hatte die Führungsspitze der BBL für eine außerordentliche Prüfung der finanziellen Lage Unterlagen angefordert. Der Lizenzligaausschuss beschloss am Donnerstag zwar, dass man zu der Überzeugung gelangt sei, die LTi 46ers aufgrund dieser Nachprüfung bis zum Saisonende spielen lassen zu können. Gleichzeitig aber teilte Ausschussvorsitzender Alexander Reil mit: "Die Verantwortlichen haben es in der Vergangenheit versäumt, uns unverzüglich über wesentliche Änderungen der wirtschaftlichen Verhältnisse in Kenntnis zu setzen. Angesichts der wirtschaftlichen Situation erschien eine Geldstrafe nicht sachgerecht." Schelberg betonte ausdrücklich, dass sich die BBL in ihrer Begründung auf die Vergangenheit beziehe. "Wir werden sicher nicht für Versäumnisse in den letzten drei bis vier Wochen bestraft", sagte er.

Am heutigen Freitag will der Klub bekannt geben, ob die zur Aufrechterhaltung des Spielbetriebs bis zum Rundenende benötigten 360 000 Euro auf dem Konto eingegangen sind, was zumindest die kurzfristige Rettung des Vereins bedeuten würde. Zudem kündigte Schelberg an, auch zu den noch bestehenden Altlasten genauere Angaben zu machen. Am Donnerstag wollte der Geschäftsführer auf Nachfrage noch keine detaillierten Zahlen nennen.

Nicht leichter geworden ist derweil die Aufgabe von Trainer Mathias Fischer. Der 46ers-Coach muss nun auch Dijuan Harris ersetzen, der mit sofortiger Wirkung den Verein verlässt. Nach Informationen dieser Zeitung wechselt der US-Amerikaner zum slowakischen Klub BC Prievidza. Weiterhin wurde bekannt, dass der vertraglose Sharaud Curry, der sich derzeit bei den Gießenern fit hält, einen Vertrag beim Tabellenletzten unterschrieben hat. Derzeit fehle lediglich noch die Freigabe der BBL, die den Verpflichtungen der Gießener zustimmen muss.

Ein weiterer Transfer soll laut Schelberg am Montag oder Dienstag erfolgen. Vieles spricht dafür, dass es sich dabei um den Powerforward Kevin Johnson handelt, der im Moment ebenfalls bei den verbliebenen Akteuren des heimischen Bundesligisten mittrainiert. Er könnte dem Fischer-Team unter dem Korb weiterhelfen.

In der Startformation der LTi 46ers stehen voraussichtlich Achmadschah Zazai, Oskar Faßler, Dominik Spohr, Elvir Ovcina und Andreas Büchert. Auf der Bank nehmen laut Fischer Jonas Weiser und Robin Pflüger Platz, dazu kommt nun wohl auch noch Curry. "Aufgefüllt" wird mit Nachwuchsakteuren. "Robin Amaize, Adrian Didovic, Max Pfanmüller und Dominik Turudic kommen infrage", sagte Fischer.

Der Gegner aus Tübingen nimmt im Ranking den 13. Platz ein. Mit Robert Oehle und Johannes Lischka kommen zwei Ex-46ers-Akteure in die Osthalle. Fischer warnte besonders vor Reggie Redding, Vaughn Duggins und Tyrone Nash, die alle "zweistellig punkten können".

Die Schwaben sind noch gut dabei im Playoffrennen, dürfen aber bei sechs Punkten Vorsprung auf Platz 17 auch die Gefahr eines Abstiegs nicht ganz ausblenden.

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