Warten auf grünes Licht vom DFB

  • vonRalph Görlich
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(goe). Die Planungen beim Hessischen Fußball-Verband (HFV) und den einzelnen Klassenleitern für die neue Saison im hessischen Amateurfußball laufen auf Hochtouren - nun steht der Rahmenterminplan: Dieser sieht beispielsweise in der Hessenliga trotz der insgesamt 20 Mannschaften nach dem anvisierten Saisonstart am 5./6. September bis zur Winterpause ab dem 13. Dezember nur vier Doppelspieltage vor. Allerdings gibt es noch einige Fragezeichen.

Der stellvertretende Verbandsfußballwart Matthias Bausch (Waldbrunn) hatte schon vor einigen Wochen angekündigt, dass der Hessische Fußball-Verband nicht nur den Saisonstart für den 6. September plant, sondern auch die Durchführung einer regulären Saison mit Hin- und Rückrunde anstrebt. Daran hat sich auch nichts geändert, allerdings gibt Bausch nach einer Videokonferenz mit allen Kreisfußballwarten zu bedenken: "Einige Kreise bekommen eine normale Hin- und Rückrunde mit diesen großen Klassen wohl nicht hin. Da gibt es je nach Region große Unterschiede, was beispielsweise der Winter macht." Zudem müsse gewährleistet sein, dass hessenweit nach dem gleichen Modus gespielt werde - und nicht in der Gruppenliga Fulda eine Einfachrunde, in der Region Gießen allerdings eine Hin- und Rückrunde. "Grundsätzlich wollen wir auf Verbandsebene auf jeden Fall eine Doppelrunde spielen", betont Bausch, schließlich seien hier häufig Kunstrasenplätze als Ausweichplatz vorhanden.

Stand jetzt ist laut DFB auch gar nichts anderes möglich: Paragraf vier der DFB-Spielordnung besagt nämlich, dass in Rundenspielen im Rahmen einer Spielklasse jeder gegen jeden in Vor- und Rückspiel bei wechselseitigem Platzvorteil anzutreten ist. Für die Saison 2019/2020 wurde die DFB-Spielordnung dahingehend geändert, dass die Mitgliedsverbände abweichende Regelungen beschließen können. "Aktuell ist das für alle Landesverbände bindend. Wir hoffen, dass der Paragraf noch geändert wird und so wie in der abgebrochenen Saison verfahren wird", erklärt Bausch. Am Mittwoch tagt der DFB, dann soll die Entscheidung fallen.

Bis dahin werden die Vereine der einzelnen Ligen auch noch nicht über einen möglichen Spielplan informiert. Noch gibt es Skeptiker, ob tatsächlich am 6. September wieder der Ball in den Ligen rollt.

In der Hessenliga, die Bausch als designierter Nachfolger von Jürgen Radeck (Ortenberg) aller Voraussicht nach schon zu Saisonbeginn leiten wird, steht der Spielplan wiederum - mit 20 Mannschaften, mit Hin- und Rückrunde, also 38 Spieltagen. "Aber wir wollen noch mal zumindest den Mittwoch abwarten, es hängt alles von der Entwicklung des Infektionsgeschehens und von den behördlichen Vorgaben ab. Wenn wir nämlich erst mal angefangen haben, müssen wir die Saison mit Hin- und Rückrunde auch durchziehen. Ob man das dann tatsächlich kann, steht noch mal auf einem anderen Blatt", so Bausch, der die Vorrundenbesprechung für Anfang August in Grünberg geplant hat. Allerdings müsse man mehrere Alternativen in petto haben, sollten die Kontaktbeschränkungen nicht weiter gelockert werden oder sogar nochmals verschärft werden: "Das wird eine sehr schwierige, komplizierte Saison - für alle Beteiligten. Man braucht Alternativen für den Fall, dass es nicht klappt", so Bausch. Und zwar: Für den Fall, dass die Saison verspätet gestartet werden kann (per Einfach-Runde mit oder ohne Playoffs und Playdowns) oder nicht zu Ende gebracht werden kann.

Als Problem gerade in höhergelegenen Gebieten könnte sich nämlich der Entwurf des Rahmenterminplans erweisen: Dieser sieht vor, dass in allen Kreisen bis zum 13. Dezember gespielt wird und die Saison - zumindest in großen Klassen - schon am 21. Februar fortgesetzt wird: "Aber dafür muss der Winter mitspielen. Es ist die Frage, ob man tatsächlich so lange spielen kann. In der Region Fulda oder Waldeck beispielsweise geht teilweise schon Anfang November nichts mehr", gibt Bausch zu bedenken. Immerhin hat Bausch für die 20 Hessenliga-Vereine auch eine gute Nachricht: Es gibt bis zum Winter weniger Doppelspieltage als befürchtet: "Wir planen in der Vorrunde vier Wochenspieltage und in der Rückrunde dann ebenfalls vier. Die finden aber überwiegend an den Feiertagen wie Christi Himmelfahrt, Fronleichnam und Pfingsten statt", erklärt Bausch. Enden soll die Saison erst am 13. Juni, Relegations- und Aufstiegsspiele soll es nicht geben. Gut möglich ist, dass es zumindest auch in den Verbandsligen aufgrund der teilweise großen Entfernungen nur vier Wochenspieltage geben wird.

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