Durchbeißen heißt es am Samstag nicht nur für Florian Laudt (am Ball), sondern die gesamte HSG Wetzlar, die den physisch starken VfL Gummersbach empfängt.
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Durchbeißen heißt es am Samstag nicht nur für Florian Laudt (am Ball), sondern die gesamte HSG Wetzlar, die den physisch starken VfL Gummersbach empfängt.

Wandschneider: "Jeder muss sich noch mal quälen"

(fk) Über zwei Stunden hat sich Kai Wandschneider Videomaterial alleine vom Spiel des VfL Gummersbach beim SC DHfK Leipzig angeschaut, immer und immer wieder die gleichen Stellen studiert, Konzepte entwickelt.

Mit 31:21 hatten die Oberbergischen Ende März beim Aufsteiger gewonnen und eindrucksvoll ihre Qualität unter Beweis gestellt. "Ich habe mir so viele DVDs bei Alexander Finke bestellt, wie noch nie", sagt der Trainer des Handball-Bundesligisten vor dem Duell seiner HSG Wetzlar gegen den VfL am Samstagabend um 19 Uhr in der Rittal-Arena, dem ersten Heimspiel seit gut einem Monat.

Wie wurde die Wetzlarer Niederlage in Berlin aufgearbeitet? Trotz des 20:23 sei das Spiel "ein Schritt in die richtige Richtung" gewesen, sagt Wandschneider, der seiner Truppe den besten Auswärtsauftritt des Jahres bescheinigt. Mit Abwehr- und Torhüterleistung zeigte sich der Coach zufrieden. Nur im Angriff haperte es zuweilen. "Die Mannschaft trainiert gut", erklärt Wandschneider, der aber fordert: "Jeder muss sich noch mal quälen – auch die Leistungsträger. Denn sie brauchen wir, um gegen Gummersbach zu gewinnen."

Gummersbach belegt derzeit den neunten Rang. Was zeichnet den VfL aus? Der Tabellenplatz der Oberbergischen kommt nicht von ungefähr. Die Mannschaft ist seit dem Umbruch und dem Wechsel zu Trainer Emir Kurtagic (Dezember 2011) gewachsen. Der Weg, auf junge, deutsche und entwicklungsfähige Spieler zu setzen, zahlt sich aus. Nicht von ungefähr wurden neben Carsten Lichtlein im Januar die Youngster Simon Ernst und Julius Kühn mit der Nationalmannschaft Europameister. "Der VfL zeichnet sich durch eine hohe Konstanz aus. Dort wird sehr gut gearbeitet", erklärt Wandschneider und fügt an: "Das wird kein Selbstläufer, sondern eine echte Herausforderung." Mit seiner physischen Spielweise hat der VfL um die Leistungsträger Kühn, Lichtlein, Christoph Schindler und Evgeni Pevnov schon 28 Punkte geholt. "Wir sind über dem Soll", sagt Geschäftsführer Frank Flatten.

Wohin zeigt die Formkurve beider Teams? Durch den zerstückelten Spielplan und die langen Pausen sind beide Teams wohl nicht vollständig im Rhythmus. Die HSG zeigte nach dreiwöchiger Unterbrechung in Berlin gute Ansätze. Gummersbach verlor zuletzt deutlich gegen die Rhein-Neckar Löwen, deklassiert davor aber Leipzig. "Unser innigster Wunsch, die Champions-League-Spiele nicht mehr am Wochenende auszutragen, bleibt ungehört", sagt Flatten zum unbeliebten und undurchsichtigen Spielplan.

Wer ist verletzt, wer kehrt zurück? Bei den Gästen ist der Einsatz von Linkshänder Mark Bult fraglich. Der Niederländer laboriert seit November an einer Schulterverletzung, wird aber zumeist fitgespritzt. Ex-Wetzlar-Spieler Kevin Schmidt droht zudem auszufallen. Bei der HSG konnte Sebastian Weber unter der Woche nicht trainieren und ist fraglich. Tobias Hahn sollte nach Rückenproblemen am Donnerstag wieder ins Training einsteigen. Zudem hat Jannik Kohlbacher Ellenbogenprobleme, Kristian Bliznac ist konditionell im Rückstand und Filip Mirkulovski hat immer noch am Olympia-Aus Mazedoniens zu knabbern.

Für die HSG ist es das erste Heimspiel seit knapp einem Monat. Was dürfen die Fans erwarten? "Wir haben die Power, um die Serie zu Hause weiter auszubauen", verkündet Wandschneider selbstbewusst. "Es ist ein tolles Gefühl, in der Arena zu spielen." Diese ist abermals ausverkauft. 4421 Zuschauer dürfen sich also erneut auf ein stimmungsvolles Handball-Spektakel freuen.

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