Waldgirmeser Sieg unter kuriosen Umständen

(kkl) Das Eintrittsgeld beim Spiel SC Waldgirmes gegen den 1. FC Schwalmstadt (Endstand: 4:1) hatte sich wirklich gelohnt - und das nicht nur wegen der fünf Tore. Rekordverdächtig war sicher die Phase der zweiten Halbzeit, als Schiedsrichter Schmidt innerhalb von elf Minuten viermal auf den Elfmeterpunkt zeigte. Von den vier "Elfern" wurden gleich drei gehalten . Außerdem erhielt noch ein Gästespieler wegen Spielerbeleidigung die Rote Karte.

Das Spiel begann für den SC Waldgirmes weniger gut, Schwalmstadt spielte nach zuletzt guten Leistungen befreit auf und hatte eine optische Überlegenheit. Die beste Chance der Gäste ergab sich nach einem abgerutschten Abwurf vom ansonsten stark haltenden Waldgirmeser Schlussmann Tommy Ried, der den Ball vor die Füße von Niklas Frommann bugsierte, welcher wiederum mit einem Heber an die Latte den ersten Treffer dicht vor dem Führungstreffer stand (19.). Der SC hingegen musste wieder mal einen Abseitstreffer von Rafael Szymanski abschreiben, und auch dessen Kopfball (ans Außennetz) nach Ecke von Steffen Schmitt in der 24. Minute brachte nichts Zählbares ein. Die Gäste aus dem Schwalm-Eder-Kreis gingen nach 34 Minuten in Führung. Ein langer Diagonalpass von André Meier hebelte die SC-Defensive aus, und der ehemalige Kasseler Oliev verwertete mustergültig zum 0:1. Den Ausgleich hätte Denis Weinecker fünf Minuten später erzielen müssen, als er nach einem Steilpass frei vor Ersatzkeeper Eisenacher auftauchte, aber die hundertprozentige Chance vergab und an Eisenacher scheiterte. Schwalmstadt erarbeitete sich weitere Chancen, konnte diese jedoch nicht nutzen.

Zur Halbzeit brachte SCW-Coach Krick für Aljusevic mit Fadi Michel einen frischen Mann, der noch mehr Druck entwickeln sollte, was diesem und seinen Mitspielern auch gelang. Schwalmstadt hatte zwar noch eine gute Torchance durch Schmeer, der im Abseits stehend frei vor Ried angespielt wurde, jedoch bewies der SCW-Keeper seine Klasse und lenkte den Schuss mit einer Parade über die Latte. Nach einer Stunde Spielzeit wurde die kuriose Phase in dieser Partie eröffnet: Nach Foul am eingewechselten Michel zeigte Schiedsrichter Schmidt erstmals auf den "Punkt". Mario Schappert, für den verletzten Ehm in der Startelf gerückt, schnappte sich entgegen der Rufe von Krick, aber nach Absprache mit Kollege Langholz das Leder, schoss flach rechts und Eisenacher hielt zum ersten Mal. Zwei Minuten später scheiterte Langholz in der gleichen Ecke, Szymanski wurde vorher im Strafraum gefoult. Dazwischen flog Gästespieler Meier wegen grober Unsportlichkeit vom Platz, mehr sagte Schiedsrichter Schmidt nicht zur Aktion. Der Beschuldigte selbst gab später zu Protokoll, dass er nur zu seinem Keeper gerufen habe "Gut gehalten, du Vogel!".

Anders sah dies Rafael Szymanski vom SCW, der einen Spruch unter der Gürtellinie gegen sich gehört hatte, was wohl auch Schiri Schmidt so vernommen hatte. 0:1 in Rückstand, zwei Elfmeter vergeben, die Überzahl war das einzig Positive für die Waldgirmeser zu diesem Zeitpunkt.

Dass es Schlag auf Schlag weitergehen sollte, konnte man nur erahnen. Nach 68 Minuten wieder ein Foulspiel im Strafraum der Gäste, diesmal wurde Langholz unfair gestoppt, Kapitän Schmitt schnappte sich den Ball für den dritten Anlauf und traf wuchtig und unhaltbar für Eisenacher zum 1:1-Ausgleich. Nur zwei Minuten später zeigte Referee Schmidt zum vierten und letzten Mal auf den Elfmeterpunkt, diesmal auf der anderen Seite, doch Tommy Ried hielt den von Schmeer getretenen Strafstoß. In der Schlussviertelstunde nutzte der SCW die zahlenmäßige Überlegenheit aus und bog auf die Siegerstraße ein. Die Führung entsprang einer Kombination der "Gießener WG" Pötzl/Szymanski, Verteidiger Pötzl flankte in den Strafraum, wo sein Mitbewohner Szymanski zentral vor Eisenacher den aufkommenden Ball an den Fuß bekam und zum 2:1 einnetzte (79.

). Wenige Minuten später tauchte Denis Weinecker nach Steilpass frei vorm Gästetor auf, umkurvte den Keeper und traf sicher zum 3:1 für den SC. Der Schlusspunkt war auch ihm vorbehalten, nach uneigennütziger Ablage von Langholz markierte der quirlige Linksaußen das 4:1.

Dass zwei der drei "normalen" SC-Treffer aus dem Abseits entstanden sein sollen, sah Gästecoach Marco März exklusiv,. Thorsten Krick war natürlich mit den drei Punkten zufrieden, dass man aber lange Zeit dem Gast das Feld überließ, wurmte ihn aber dennoch. "Auftrag erfüllt", stellet der Jurist fest. "Mit dem Kreispokalspiel der vierte Sieg in Folge, darauf müssen wir aufbauen."

SC Waldgirmes: Ried; Pötzl, Frenz, Andre Weinecker (60. Kuche), Schappert (75. Kaguah), Schmitt, Neubert, Denis Weinecker, Langholz, Aljusevic (46. Michel), Szymanski.

1. FC Schwalmstadt: Eisenacher; Kirchner (90+2. Trümner), Garwardt, Kleinmann, Brauroth, Graf, Hett (75. Pretz), Meier, Oliev, Frommann, Schmeer (86. Vonholdt).

Im Stenogramm: Schiedsrichter: Olaf Schmidt (Limburg). - Zuschauer: 250. - Torfolge: 0:1 (34.) Oliev, 1:1 (68.) Schmitt (Foulelfmeter), 2:1 (79.) Szymanski, 3:1, 4:1 (83., 90.) Denis Weinecker. - Gelbe Karten: Frenz, Neubert, Denis Weinecker - Kleinmann, Garwardt, Brauroth, Schmeer. - Rote Karte: Meier (60./Schwalmstadt).- Verschossene Elfmeter - 60. Schappert (Waldgirmes), Eisenacher hält, 62. Langholz (Waldgirmes) , Eisenacher hält, 71. Schmeer (Schwalmstadt), Ried hält.

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