NSC W.-Steinberg beendet Saison als DM-Fünfter

(nor) Am vergangenen Wochenende wurden die Deutschen Tischtennis-Jugendmannschaftsmeisterschaften in Schwarzenbek (Schleswig-Holstein) ausgetragen.

Nach dem Gewinn der Hessenmeisterschaft und dem Vizetitel bei den "Südwestdeutschen" bedeutete die DM-Teilnahme den Saisonhöhepunkt schlechthin für die weibliche Jugend des NSC W.-Steinberg um Mannschaftsführerin Jacqueline Kowalski und Cheftrainerin Iris Jacob. In einem spannenden Spiel um Platz fünf blieben die Watzenbornerinnen dank des besseren Satzverhältnisses Sieger über den TTV Ense.

Nach der Erfolgsstory der abgelaufenen Saison werden die jungen NSC-Damen getrennte Wege gehen, viele positive Eindrücke werden den Teammitgliedern, die eine tolle Mannschaft mit viel Herzblut und Ehrgeiz darstellten, in guter Erinnerung bleiben.

Diese Erfolgsstory war erst möglich geworden, nachdem Jacqueline Kowalski, die als die Spielerin mit der größten Erfahrung auf überregionaler Ebene auch die Mannschaftsführung übernahm, zurück aus der Hessenliga Damen in die Hessenliga Jugend wechselte. Damit bestand für den NSC Watzenborn-Steinberg überhaupt erst die Möglichkeit, ein weibliches Jugendteam in der Hessenliga zu melden. Hauptziel der Mädchentruppe war es, den ersten oder zweiten Platz zu erreichen und so als Belohnung einen Bezirksoberliga-Platz im Damenbereich zu erspielen.

Mit 31:1 Punkten und sieben Zählern Vorsprung wurden Jacqueline Kowalski, Jennifer Will, Lisa Weitzel, Nathalie Ritter und Milena Pohl ungeschlagen Hessenmeister.

Zwangsläufig waren die Topbilanzen auf den Plätzen vier bis sechs von Kowalski, Will und Weitzel, dazu kam das Doppel Will/Weitzel auf überragende 15:1-Siege. Neben der Meisterschaft konnte man auch den Hessenpokal gewinnen, der als Zwischenetappe auf dem Weg zu den Südwestdeutschen Mannschaftsmeisterschaften zu sehen war. Die umstrittene Regelauslegung des Südwestverbands verhinderte den Südwesttitel für die jungen Damen aus Watzenborn, man musste sich mit Rang zwei zufriedengeben. Sieger TSG Heidenheim durfte angesichts der Tatsache, dass man als Damenmannschaft im Rheinhessischen Verband an den Start gegangen war, an den "Deutschen" nicht teilnehmen.

Zur DM am Wochenende: Nach zwei sehr knappen Gruppenspielen mit viel Spannung und Dramatik (4:6 gegen SC Berg, 5:5 gegen TTC Jülich) bestand gegen den letzten Gruppengegner die große Chance, doch noch Gruppenzweiter werden zu können. Hierzu hätte ein 6:4 im letzten Spiel gegen Schwarzenbek gereicht, doch trotz einer 4:2-Führung reichte es letztendlich nur zu einem Unentschieden. Allerdings waren zu diesem Zeitpunkt - hauptsächlich aufgrund des Geräuschpegels beim Heimverein in der Halle - die Kräfte aufgezehrt. Trainerin Iris Jacob: "Fairerweise muss gesagt werden, dass ein zweiter Platz wahrscheinlich insgesamt auch nur zu Abschlussplatz vier gereicht hätte. Die ersten beiden Mannschaften waren zu stark. Gegner wäre dann im Spiel um Platz drei erneut Schwarzenbek gewesen. Es ist davon auszugehen, dass man dann auf eine komplett spielende Heimmannschaft gestoßen wäre, der man wahrscheinlich unterlegen gewesen wäre." So kann man denn auch nicht darüber traurig sein, dass man mit einem eventuellen dritten Rang bei der DM den zusätzlichen Startplatz in der hessischen Verbandsliga verpasst hat.

Die überragende Akteurin des NSC bei den DM-Titelkämpfen war Lisa Weitzel mit einer 9:0-Einzelbilanz - und das dazu noch ohne Satzverlust (!). Mit ihren langen Noppen auf der Rückhand sowie einem guten Topspin und anschließendem Vorhand-Schuss brachte sie ihre Gegnerinnen zum Verzweifeln. Stark präsentierten sich aber auch Jacqueline Kowalski mit 5:5-Spielen und Jenny Will mit 6:4-Spielen im vorderen Paarkreuz. Das Manko des Teams war, dass auf den Positionen vier und fünf keine Siegpunkte kamen. Nathalie Ritter und Milena Pohl mühten sich redlich, brachten aber nichts Zählbares zustande. Will/Weitzel bildeten dagegen wie- derum ein hervorragendes Doppel mit 4:1-Siegen, das verlorene Spiel ging nach 0:2-Satzrückstand knapp mit 2:3 und 12:14 im fünften Satz an ihre Gegnerinnen.

Ohne eine gezielte Vorbereitung und Betreuung vor, während und nach den Wettkämpfen ist ein solch tolles Ergebnis beim Saisonhöhepunkt nicht erklärbar und machbar. Großen Anteil haben daran Melanie Morsch und Iris Jacob, die die Mannschaft in den letzten Monaten auf die Saisonhöhepunkte und die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft vorbereitet haben. Bei den Südwestdeutschen und Deutschen standen die beiden auch als Coach zur Verfügung.

In der Hessenligasaison war Jacob für die Betreuung der Mannschaft zuständig. Ein anderer, nicht zu unterschätzender Umstand war sicherlich, dass bei allen Spielen die Fans des Teams, respektive die Eltern, dabei waren und oft auch für das leibliche Wohl gesorgt haben. Moni und Volker Will sowie Klaus Weitzel, der auch immer wieder als Coach im Einsatz war, haben keine Kosten und Wege gescheut, um die Mannschaft zu unterstützen. Das große Vertrauensverhältnis zwischen Spielerinnen, Betreuerinnen und Eltern stellt einen der positiven Eindrücke im Saisonverlauf dar. NSC-Jugendwartin Iris Jacob charakterisiert die abgelaufene Saison: "Eine tolle Mannschaft mit viel Herzblut und Ehrgeiz. Es gab nur wenige schwierige Momente im Saisonverlauf. Wir hatten viel Spaß zusammen, was natürlich auch mit dem sportlichen Erfolg zusammenhängt. Sowohl in die eine als auch in die andere Richtung. Ohne Erfolg kein Spaß, ohne Spaß kein Erfolg!"

Was kommt nach der DM? Zum großen Teil werden sich die Wege der erfolgreichen Jugendmannschaft trennen. Jacqueline Kowalski spielt wieder bei den Damen in der Hessenliga mit der Zusage, in die Oberliga hineinschnuppern zu können. Jenny Will, Lisa Weitzel und Nathalie Ritter werden mit Iris Jacob und Julia Metzner in der Bezirksoberliga als NSC IV an den Start gehen. Diese Mannschaft dürfte aufgrund dieser Besetzung auf jeden Fall um den Aufstieg mitspielen. Für die jungen Damen sind dabei in der Hessenliga jeweils drei Einsätze garantiert. Milena Pohl wird in der fünften Mannschaft, die ebenfalls in der Bezirksoberliga spielt, integriert. Die Erfahrungen und positiven Eindrücke einer äußerst erfolgreichen Saison haben alle Beteiligten des NSC Watzenborn-Steinberg mit Sicherheit im Sportlichen und Zwischenmenschlichen bereichert.

DM-Ergebnisse / Vorrunde: NSC - SC Berg 4:6 (Will /Weitzel, Lisa Weitzel 2, Jenny Will); NSC - TTC Jülich 5:5/20:18 (Will/Weitzel, Jacqueline Kowalski, Lisa Weitzel 2, Jenny Will); TSV Schwarzenbek - NSC 5:5/18:16 (Will /Weitzel, Jacqueline Kowalski, Lisa Weitzel 2, Jenny Will). - Zwischenrunde: NSC - TuS Mosella Schweich 6:2 (Kowalski/Ritter, Will/Weitzel, Jacqueline Kowalski 2, Lisa Weitzel, Jenny Will). - Platz 5: NSC - TTV Ense 5:5/20:18 (Jacqueline Kowalski, Lisa Weitzel 2, Jenny Will 2).

Endstand: 1. TB Beinstein (TTV Württemberg-Hohenzollern), 2. SV Oldendorf (TTV Niedersachsen), 3. TSV Schwarzenbek (TTV Schleswig-Holstein), 4. SC Berg (Westdeutscher TTV), 5. NSC Watzenborn-Steinberg (HTTV).

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