Der Sportplatz in Utphe, Spielstätte des A-Ligisten SG Utphe/Trais-Horloff/Inheiden, ist nach der Aussetzung des Spielbetriebes übersät mit Löwenzahn. Seit Samstag sind die Fußballplätze für den Trainingsbetrieb wieder offen, ob die Saison in Hessen aber noch einmal aufgenommen wird, entscheidet sich am 16. Mai. FOTO: DPA
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Der Sportplatz in Utphe, Spielstätte des A-Ligisten SG Utphe/Trais-Horloff/Inheiden, ist nach der Aussetzung des Spielbetriebes übersät mit Löwenzahn. Seit Samstag sind die Fußballplätze für den Trainingsbetrieb wieder offen, ob die Saison in Hessen aber noch einmal aufgenommen wird, entscheidet sich am 16. Mai. FOTO: DPA

Fußball

Votum im Fußballkreis Gießen für Abbruch der Saison

  • Michael Schüssler
    vonMichael Schüssler
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Premiere im Fußballkreis Gießen. Am Sonntag hat Kreisfußballwart Henry Mohr die Vereine zur ersten Videokonferenz geladen. Die Tendenz ist klar - die Vereine plädieren für einen Saisonabbruch.

Der Spielbetrieb im Bereich des Hessischen Fußball-Verbandes ruht seit dem 12. März und ist bis auf Weiteres ausgesetzt. Bei der Sitzung des HFV-Vorstandes vor wenigen Tagen sind einige Szenarien durchgesprochen worden - und die Tendenz geht dahin, die Saison mit dem jetzigen Stand zu beenden. Aber auch eine Fortführung der Saison steht noch im Raum.

Wie in den anderen Landesverbänden auch, so wird aktuell in Hessen mit den Vereinen in den jeweiligen Fußballkreisen die aktuelle Situation im Spielbetrieb diskutiert. Am Sonntag hat Gießens Kreisfußballwart Henry Mohr (Kleinlinden) die Vereinsvertreter zu einer Videokonferenz gebeten. Und das Ergebnis war eindeutig, die Teams (Männer und Frauen) im Fußballkreis Gießen würden den Abbruch der Spielzeit begrüßen. Diese Empfehlung wird der Kreisfußballausschuss an den HFV weiterleiten. Eine abschließende Entscheidung des Verbandsvorstandes wird für den 16. Mai im Rahmen einer erneuten Videokonferenz vorbereitet. Am nächsten Samstag dürfte also entschieden werden, was Hessens Fußballer machen.

Das gilt auch für den Bereich der Junioren. Kreisjugendfußballwart Klaus-Jürgen Schretzlmaier verwies dabei auf die Jugendbeiratssitzung vom letzten Donnerstag, als sich 49 von 51 Kreisen in Hessen für ein Auslaufen der Saison aussprachen. Auch hier ein klarer Trend, den Spielbetrieb zu beenden. Für Hans-Peter Wingefeld, den stellvertretenden Kreisfußballwart, war im Rahmen der Videokonferenz klar: "Die Saison muss abgebrochen werden. Wie man diese dann wertet, ist eine andere Frage." Dem schlossen sich die Vereinsvertreter uneingeschränkt ein.

Großen Raum in der virtuellen Sitzung nahm die Öffnung der Sportplätze und die mögliche Wiederaufnahme des Trainings ein. Am Donnerstag hatte die Landesregierung in Hessen erklärt, die Sportplätze für den Trainingsbetrieb wieder zu öffnen. Der in der Sportschule Grünberg als Verbandssportlehrer tätige Dirk Reimöller machte deutlich: "Es ist keine Wettkampfvorbereitung. Es geht darum, die Bindung zu den Spielern nicht zu verlieren, dass man die Kontakte aufrecht erhält. Bringt die Jungs einfach zusammen", brachte er es auf den Punkt. Das betrifft die Senioren und die Jugend.

Dr. Mesut Yenigün, Trainer des A-Ligisten Kurdischer FC Gießen, wird in der neuen Woche Training auf dem Kunstrasenplatz an der Miller Hall anbieten. Der Mediziner stellt aber auch klar: "Wir werden Zirkeltraining machen, aber es wird kein Spiel in irgendeiner Form geben."

Der MTV 1846 Gießen wird ebenfalls in dieser Woche wieder Training anbieten, die Vorbereitungen laufen, wie Mario Bröder, zudem auch Vereinsservice-Assistent Friedberg und Gießen im Hessischen Fußball-Verband, wissen ließ.

Der Profi-Fußball in Deutschland soll derweil ab nächsten Wochenende wieder spielen - zumindest die 1. und 2. Bundesliga. Was die Amateure angeht, ist zumindest ein Trend erkennbar. So haben 83 Prozent der Vereine im Fußball-Verband Rheinland für einen Saisonabbruch gestimmt. Die Spielzeit 2019/20 in den Spielklassen des Schleswig-Holsteinischen Fußball-Verbandes wird nicht über den 30. Juni hinaus verlängert. Die Saison wird ohne weiteren Spielbetrieb auslaufen. Im Bereich des SHFV wird es in dieser Saison keine Absteiger geben. Gleichzeitig steigen alle Staffelsieger und -zweiten auf, die Tabellen werden nach der Quotientenregelung errechnet.

Vieles spricht dafür, dass auch das zuständige Gremium in Hessen für ein Auslaufen stimmen wird. Was die Aufstiegsfrage angeht, mehren sich auch die Stimmen, dies über eine Quotientenregelung zu lösen. FOTO: FRO

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