Caroline Amend (r.) und ihre Teamkolleginnen von Eintracht Lollar vertreten den Fußallkreis Gießen auch künftig in der Hessenliga. ARCHIVFOTO: RAS
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Caroline Amend (r.) und ihre Teamkolleginnen von Eintracht Lollar vertreten den Fußallkreis Gießen auch künftig in der Hessenliga. ARCHIVFOTO: RAS

Vorfreude trotz Unwägbarkeiten

  • vonMartin Ziehl
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(maz). Dass es endlich losgeht, darauf freuen sich auch die Frauenfußballteams im heimischen Sportkreis. Der geplante Start der Pflichtspiele ist in Hessen zwar für das Wochenende am 5./6. September geplant, jedoch werden wohl die Frauen ein Wochenende später starten. Zuvor sind aber noch einige Dinge zu klären, mögliche Saisonspielpläne wurden bereits diskutiert.

Aufgrund einer unsicheren Zukunft durch die Corona-Pandemie hatte Hessenliga-Klassenleiterin Dr. Silke Sinning in einer Videokonferenz mit den übrigen Klassenleiterinnen und den beteiligten Vereinen nach einer Lösung für den Spielplan der Saison 2020/21 gesucht. Abschließende Entscheidungen für die einzelnen Klassen liegen aber bis heute noch nicht vor. Angedacht war zum Beispiel, in der Hessenliga der Frauen in einer Nord- und Südgruppe zu beginnen und anschließend in der Rückrunde Playoffs und Playdowns folgen zu lassen.

Eintracht Lollar mit neuem Trainer

Der SV Eintracht Lollar vertritt den Gießener Sportkreis als klassenhöchster Verein in der Hessenliga und verbuchte ohne ein einziges Spiel im Jahr 2020 zum Abschluss den fünften Tabellenrang. Schon frühzeitig entschieden sich die Verantwortlichen der Eintracht für Peter Antschischkin als neuen Trainer, der zuvor bei Verbandligist TSV Klein-Linden an der Seitenlinie stand.

Da die Eintracht auch eine zweite Mannschaft in der Gruppenliga stellt, ist und war sehr wichtig, dass der Kader fast komplett geblieben ist. Besonders freut sich Antschischkin über die Zusagen der erfahrenen Spielerinnen Jacqueline Wagner, Larissa Vogl und Johanna Straube, die noch ein weiteres Jahr dranhängen wollen. Auf der Position der Torfrau, die von Nika Zethner und Larissa Schmid bislang besetzt wurde, herrscht ab dieser Saison etwas größere Konkurrenz. Vom Ligarivalen Eintracht Frankfurt II kommt Jacqueline "Jacqui" Heindl und möchte nun einen Stammplatz im Lollarer Tor. Noch prominenter ist der zweite Zugang mit der ehemaligen U19-Nationaltorhüterin der Schweiz, Laila Koch. 2018 erlitt sie nach dem Wechsel zum Schweizer Erstligisten BSC Young Boys Bern ihren ersten Kreuzbandriss - der zweite folgte nach dem Wechsel zum 1. FFC Frankfurt/Eintracht Frankfurt. Nun befindet sich die 22-Jährige im Aufbautraining - nach jetzigem Stand ist sie jedoch schon in guter Form, was Hoffnung auf Top-Leistung bietet.

Weitere Zugänge sind Angela Domann vom Verbandsligisten 1. FFC Rheinhessen Ingelheim, Marlene Gräser von Ligarivalen Spfr./BG Marburg und Katharina Neeb aus der eigenen Jugend. Ronja Behrnd und Larissa Henß verließen die Eintracht zum SV Langenstein, Lola Bayer wechselte zum Heidenauer SV, während Ann-Kathrin Einfeldt in Richtung Norden zieht und zukünftig für den Verbandsligisten SVG Göttingen spielt. In einer ersten Prognose wäre Trainer Antschischkin froh, das nach Mitte/Ende August - im Testspielmodus - erkennbar ist, dass eine schlagkräftige Mannschaft zur Verfügung steht.

Ambitionierter TSV Klein-Linden

Ähnlich sieht auch das Abteilungsleiterin Anke Lörch vom Verbandsligisten TSV Klein-Linden. Als Trainergespann werden Janin Philipp, Janina Beffart und Rene Heeb als Ersatz für Antschischkin fungieren, und das Trainerteam brennt darauf, wieder oben mitzuspielen. Wie der Hessenligist Lollar benötigt auch der TSV einen leistungsstarken und breiten Kader, um auch die 2. Mannschaft in der Gruppenliga zu halten.

In der Verbandsliga belegte die erste Mannschaft den dritten Platz und hatte zumindest eine kleine Chance auf den Aufstieg. Top-Zugang ist sicher Mara Fugensi vom FSV Hessen Wetzlar, die als ehemalige U17-Bundesligaspielerin auch schon im Kader des Wetzlarer Zweitligisten stand. Ebenso wie Kira Lein von Gruppen- ligist TuS Kubach, die im U17-Hessenliga-Team vom FSV Hessen Wetzlar ein Zweitspielrecht besaß.

Interessant ist auch Rhea Meret Brüggemann, die von Verbandligist DJK Arminia Ibbenbüren zu den Gießener Vorstädtern stößt, während Stürmerin Sophia Olt über die Stationen Kickers Aschaffenburg und VfR Großostheim an die Pfingstweide kommt. Lea-Kristin Schorneck von Landesligisten Mosbacher SV, Sarah Göttlicher und Lena Balzer von Ligarivalen SV Anraff sowie Viktoria Schröder (SV Hermannstein) und Marie Hartung aus der eigenen Jugend komplettieren die große Anzahl der Zugänge. Damit hat der TSV wieder gute Chancen, ganz oben mitzuspielen, wenngleich die hohe Anzahl an Studentinnen im Kader schon in vergangenen Spielzeiten oft "Segen und Fluch" zugleich war.

FFC Pohlheim mit junger Truppe

Ganz andere Sorgen hat Trainer Turgay Schmidt vom Verbandsliga-Rivalen FFC Pohlheim. Während Schmidt sich über den Aufstieg der U17 in die Bundesliga freuen konnte (diese Zeitung berichtete), müssen nun zwei Leistungsträgerinnen ersetzt werden. Leonie Luft wechselt zum FSV Hessen Wetzlar, während Torjägerin Fabienne Diehl nun für die SG Kinzenbach die Schuhe schnürt. Als Verstärkung und Ersatz kam Viola Arucevic vom TSV Bicken sowie die Nachwuchsspielerinnen Nia Sophie Riegel und Malaika Berhe von Eintracht Lollar. Klar ist für Trainer Schmidt, dass Pohlheim wieder das mit Abstand jüngste Team der Liga stellt. Da auch Renee Koch und Emely Hausner nach Verletzungspause wieder ins Training eingestiegen sind, blickt FFC-Trainer Schmidt optimistisch in die nahe Zukunft.

Reiskirchen/Saasen peilt Aufstieg an

Bei Gruppenligist SG Reiskirchen/Saasen ist Trainer Jan Becke ebenfalls voller Vorfreude, auch wenn er ebenfalls zu bedenken gibt, dass eine vorausschauende Saisonplanung alles andere als leicht ist. Dennoch möchte die SG dieses Mal - nach zwei knapp verpassten Anläufen - endlich in die Verbandsliga aufsteigen. Die eingespielte Mannschaft um Torjägerin Valerie Wolf bleibt zusammen, was damit die Basis eines möglichen Erfolges bildet. Von den Ligakonkurrenten kommen Torfrau Sarah Diebel (SSV Haigerseelbach) und Sabrina Wolowiecz (Kickers Erdhausen). Zusätzlich bestätigt sich die langjährige gute Nachwuchsarbeit der Reiskirchener SG durch fünf Zugänge aus der eigenen Jugend. Sarah Köhn, Denise Zahrt, Mara Brück, Louisa Hannak und Ann Kristin Heinson spielen nun im Frauenteam.

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