Volles Haus erwartet

(jms) Als Handball-Anhänger muss man da nicht lange überlegen. Das Spiel zwischen dem TV 05/07 Hüttenberg und dem TV Emsdetten ist ein echter Zweitliga-Höhepunkt. Kein Wunder also, dass es am Samstag ab 20 Uhr voll werden wird in der Hüttenberger Sporthalle.

"Es gibt nur noch wenige Sitzplatzkarten und einige Stehplatzkarten", sagt Geschäftsstellenmitarbeiter Markus Groß." Eine volle Halle wäre super bei diesem Topspiel", setzt Trainer Heiko Karrer auf die Unterstützung der TVH-Fans.

Dessen Erleichterung über den geplatzten Knoten beim 24:22-Auswärtserfolg bei der SG Bietigheim ist immer noch zu spüren, war der Übungsleiter zuvor doch etwas in die Kritik geraten nach der 26:27-Niederlage gegen die HSG Nordhorn-Lingen. Dass der Ex-Nationalspieler ein echter Kämpfer ist, hat er nicht nur in seiner aktiven Laufbahn bewiesen. "Ich werde nicht müde, zu betonen, dass es ein langer Weg ist in dieser Liga. Es ist alles extrem ausgeglichen. Gegen Nordhorn haben wir zwei Fehler mehr gemacht als der Gegner. Das wurde bestraft und darf uns gegen Emsdetten nicht passieren", erklärt der Hüttenberger Coach.

Gegen die Westfalen muss gar eine perfekte Leistung geboten werden, um zum Erfolg zu kommen. Auch wenn der TVE am Samstag wohl auf seinen wuchtigen Abwehrchef Patrik Kvalvik verzichten muss, so hat Trainer Bo Patrik Liljestrand genüg andere Alternativen in der Hinterhand. Vor allem der routinierte Linkshänder im rechten Rückraum, Andrej Kurchev, dürfte den Hüttenberger Handballfreunden ein Begriff sein. Der Weißrusse spielte zuvor mit HSV Hamburg, MT Melsungen und HSG üsseldorf bereits in der ersten Handball-Bundesliga. In Emsdetten nimmt der Linkshänder eine wichtige Rolle ein. Ebenso wie Elvir Selmanovic, der in der Saison 2010/2011 mit 281 Treffern der erfolgreichste Schütze im deutschen Profihandball war. Für den TVE war es vor der Runde nicht leicht, den starken, aber auch nicht gerade günstigen Topmann zu halten. "Aus sportlicher Sicht ist Elvir Selmanovic natürlich wegen seiner Torgefahr und Spielkultur von entscheidender Bedeutung.

Vor allem aber kann er ein Spiel lenken und gestalten und andere Mitspieler mit einem überraschenden Pass oder einem Zuspiel an den Kreis in Szene setzen", sagt Frank Thünemann, der Sportliche Leiter der Emsländer, über seinen wichtigen Schützen.

Natürlich hat sich diese immense Durchschlagskraft auch bis nach Hüttenberg herumgesprochen, wo Karrer seinen Kollegen Liljestrand um dessen Möglichkeiten sicher beneidet: "Emsdetten hat jede Position doppelt gut besetzt und aus dem Rückraum eine enorme Power. Auf unsere Abwehr kommt harte Arbeit zu."

Die personellen Möglichkeiten der Hüttenberger könnten am Samstagabend indes eingeschränkt sein. Timo Ludwig konnte aufgrund seiner Wadenverhärtung zuletzt gar nicht trainieren. Kreisläufer Sebastian Weber lag den Großteil der Woche mit einer Grippe im Bett und dürfte somit auch bei einem Mitwirken nicht im Vollbesitz seiner Kräfte sein. Auch der Einsatz Torhüter Jan-Steffen Redwitz, den ein schmerzhaftes Rückenleiden plagt, ist fraglich. Bei einer unglücklichen Bewegung im letzten Auswärtsspiel in Ludwigsburg verletzte sich zudem Tomasz Jezewski im Rückenbereich. Auch über seine Einsatzfähigkeit kann erst kurzfristig befunden werden.

"Egal, wer spielt, wir wollen Emsdetten einen großen Kampf liefern und ihnen es so schwer wie möglich machen", sagt Karrer: "Gerade zu Hause wollen wir punkten." Neben einer guten Abwehr muss dann auch wieder die Quote im Angriff stimmen. Dass es vorne aber auch nicht leicht wird, Treffer zu erzielen, darauf lässt der Name Nils Babin schließen. Das Emsdettener Eigengewächs hat sich in den letzten Jahren zu einem überragenden Rückhalt und als einer der besten Torhüter der Liga entwickelt.

Für TVE-Coach Liljestrand ist in erster Linie die Ästhetik des Spiels von Bedeutung: "Wichtig ist doch, dass die Zuschauer ein gutes Handballspiel zu sehen bekommen. Daran wollen wir mit einer guten Leistung mitwirken." Nach zuletzt zwei Unentschieden in Folge stehen die Gäste etwas unter Druck, denn der Spitzenreiter Bergischer HC droht davonzuziehen.

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