Auf dem Weg nach Tallinn. PM
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Auf dem Weg nach Tallinn. PM

Vincent Größer hat Hawaii zum Ziel

  • vonred Redaktion
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3,8 km Schwimmen im Lake Harku, 180 km Radfahren in zwei Runden rund um die Hauptstadt Estlands und ein abschließender Marathon über 42,2 km durch die pittoreske Altstadt der baltischen Metropole an der Ostsee. Viel vorgenommen hat sich Vincent Größer, 23-jähriger Triathlet des Gießener Triathlon-Teams, denn gleich beim ersten Start über die volle Ironman-Distanz am Samstag in Tallinn soll die Qualifikation für die Weltmeisterschaft auf Hawaii 2021 gelingen.

Doch dazu muss in der gut besetzten Altersklasse der 18-24 Jahre alten Athleten Platz eins her, denn nur ein Slot wird in dieser AK in Tallinn vergeben.

Starke Konkurrenz aus Estland, Großbritannien und Russland wird dem Medizinstudenten das Leben schwer machen und nur mit einer Gesamtzeit deutlich unter 9:30 Stunden kann das Vorhaben gelingen.

Dazu die Unwägbarkeiten einer Saison ohne Wettkämpfe bislang und die Unsicherheit, ob die Form, die laut sportmedizinischer Daten hervorragend ist und gemäß Trainer Mario Schmidt-Wendling in allen Werten Profiniveau hat, im Wettkampf umgesetzt werden kann.

Um den Einreisebeschränkungen nach Estland zu begegnen, die seit dieser Woche für Deutsche aufgrund der erhöhten Infektionsrate gelten, ist Größer schon am vergangenen Wochenende nach Tallinn angereist.

Bereits seit dem Frühjahr gilt die gesamte Vorbereitung der Herausforderung Langdistanz. In fünf Monaten mehr als 8000 km auf dem Rad, dazu knapp 2000 km Lauftraining und seit Öffnung der Schwimmbäder 3-4 Schwimmeinheiten pro Woche, so lautet die Trainingsbilanz von Größer bisher in diesem Jahr. Dazu Optimierung des Equipments, Testen der idealen Wettkampfverpflegung mit Energieriegeln und Gels sowie Einstellung der besten Aeroposition auf der Zeitfahrmaschine. Gut 20 Stunden Training pro Woche kommen dabei leicht zustande.

"Ich gehe so optimal vorbereitet wie selten zuvor in den einzigen Triathlon der Saison und ich konnte die wettkampffreie Zeit sehr gut nutzen. Dazu bin ich von größeren Verletzungen oder Trainingsausfällen weitestgehend verschont geblieben. Das alles macht meinen Trainer und mich sehr zuversichtlich", war von Größer noch kurz vor seiner Abreise zu hören.

Jetzt heißt es Ruhe bewahren, die Strecke ausgiebig unter die Lupe nehmen und das Equipment vorbereiten. Sollte am Wettkampftag alles glatt laufen und die Form stimmen, kann man einiges von Vincent Größer erwarten und die Hawaii-Qualifikation wäre dann das Highlight und krönender Abschluss einer einzigartigen und denkwürdigen Triathlon-Saison.

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