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Wettenberg Johannes Wingefeld (am Ball) gelingt trotz des Abwehrversuchs der Hüttenberger U 23-Spieler Tim Lauer (2. v. r.) und Jannik Hofmann (23) der Pass auf Valentin Quurck (l.). Rechts in der Abwehr: Max Panther (5). (Foto: ras)

"Zu viele Zweikämpfe verloren"

(pie) Vor spärlicher Kulisse von nur 80 Zuschauern – der Rest der beiden Fangemeinden hatte wohl doch das EM-Halbfinale zwischen Deutschland und Norwegen vorgezogen – unterlagen die Oberliga-Handballer des TV Hüttenberg U 23 am Freitagabend der HSG Wettenberg mit 31:34 (18:20).

Den Männern von Trainer Alois Mráz gelang es nicht, die entscheidenden Nadelstiche zu setzen, um die Gäste ernst- und dauerhaft in Bedrängnis zu bringen.

TV Hüttenberg II – HSG Wettenberg 31:34 (18:20): Ausgerechnet die Ex-Hüttenberger Jonas Schleenbecker und Yannick Dellner bereiteten den Gastgebern in den ersten Minuten Sorge. Schleenbecker machte das 1:0 für seinen neuen Klub und Dellner glänzte mit zwei sauberen langen Pässen, die von Kai Olbert (3:0) und Philipp Schneider (5:2) verwertet wurden. Bereits nach zwölf Minuten rief Mráz seine Mannschaft zur Besprechung an die Seitenlinie. Zu leicht hatte es seine 3:2:1-Abwehr den Gästen gemacht, den Vorsprung auf 10:6 zu erhöhen.

Wettenberg fand immer wieder Lücken und nutzte seine Chancen aus, da die Hüttenberger Torhüter kaum einen Ball zu fassen bekamen. Nach nur fünf Minuten räumte Nils Lorenz für Dennis Hepp das Feld, der aber postwendend hinter sich greifen durfte. Im Angriff tat man sich schwer, die kompakte und sehr bewegliche 6:0-Deckung der HSG zu überwinden. Auszeit. Die Ansprache zeigte Wirkung, denn der TVH konnte immer wieder auf drei Tore verkürzen und war nach dem Treffer von Johannes Klein in der 21. Minute auf 12:14 herangekommen.

Hüttenberg nahm die HSG-Angreifer extrem früh an, konnte den daraus resultieren Ballgewinn aber nicht zum Anschluss nutzen. In der 26. Minute gelang durch den Treffer von Timo Wagner der 15:16-Anschluss, der Wettenbergs Coach Martin Saul zu seiner Auszeit nötigte. Hüttenberg kam immer besser in die Partie und brachte den Favoriten zunehmen in Bedrängnis. Ein technischer Fehler im Spielaufbau des TVH begünstigte das 19:16 per Gegenstoß von Wettenbergs Johannes Wingefeld. Fast schepperte es noch zum 21:17, doch die Gäste versemmelten den nächsten Gegenstoß in Person von Niclas Puhl, sodass es mit 18:20 in die Pause ging.

Puhl nutzt die Überzahl

Das erste Unentschieden markierte Hüttenberg kurz nach Wiederanpfiff durch Johannes Klein zum 20:20. Mit einem gehaltenen Siebenmeter hielt Hepp seine Farben in Unterzahl beim 20:21 (34.) im Spiel und es blieb zunächst spannend. Doch nach mehreren Fehlversuchen erhöhte Wettenberg in der 40. Minute durch Tobias Henkel auf 24:21. In Überzahl markierte Sascha Puhl in der 43. Minute auf 26:22 für die HSG, Dragan Nenad erhöhte per Siebenmeter auf 27:22 (45.).

Doch Hüttenberg gab sich auch mit fünf Mann auf dem Feld nicht geschlagen. Kapitän Lukas Drommershausen ging mit gutem Beispiel voran, tankte sich durch die Wettenberger Abwehr und verkürzte auf 23:27. Doch es waren erneut technische Fehler, die die Gastgeber mit 24:29 (48.) ins Hintertreffen brachten und Mráz in eine Auszeit zwangen. Wettenberg drückte weiter aufs Tempo und spätestens nach dem 33:27 (55.) war der Käse gegessen.

Der TVH versuchte zwar noch, mit einer 4:2-Abwehr den HSG-Spielfluss zu stören, was an der 31:34-Niederlage jedoch nichts änderte. "Wir haben vorne zu viele technische Fehler produziert", erklärte Mráz hinterher. "Die Aggressivität in der Abwehr war nicht da und wir haben zu viele Zweikämpfe verloren. Das war, verbunden mit der Torhüterleistung in der ersten Halbzeit, unser Minus." Wettenbergs Saul war einfach nur froh über die beiden Punkte. "Nach fünf verlorenen Spielen waren das heute zwei sehr wichtige Punkte für uns. Wir haben gezeigt, dass wir gewinnen wollten."

TV 05/07 Hüttenberg: Lorenz, Hepp; Höpfner (1), Panther (4), Klein (5), Chalepo, Wagner (5), Scholz (6), Drommershausen (1), Dettling (2), Lauer (4), Hofmann (3), Andermann, Niclas.

HSG Wettenberg: Dellner, Risse; Nenad (4/2), Niclas Puhl (1), Olbert (5), Sascha Puhl (2), Schneider (2), Henkel (1), Schleenbecker (2), Wingefeld (7), Kreutz, Kneissl (5), Quurck (1), Lauber (4/1).

Im Stenogramm / SR: Reuther/Tobiasch (Idstein). – Z: 80. – Zeitstrafen: 8:8 Min. – Siebenmeter: 1/0:5/3.

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