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Die beiden Mittelhessen am Streckenabschnitt Pflanzgarten auf dem Nürburgring: Sebastian von Gartzen (l.) im Porsche überholt Dennis Fetzer im BMW.

Viel Pech für das Von-Gartzen-Team

  • VonAlexander Wissgott
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(awp). Die Motorsport-Saison der Nürburgring-Langstreckenserie (NLS) läuft in diesem Jahr bis auf fehlende Zuschauer wie gewohnt. Nach dem Intermezzo vieler Teams beim 24-Stunden-Rennen fand am letzten Wochenende mit der 52. Adenauer ADAC Rundstrecken-Trophy nun der vierte Lauf statt. Mit 111 Teams starteten etwas weniger Fahrzeuge als gewohnt zu dem vierstündigen Rennen über die 24,358 Kilometer lange Kombination aus Nürburgring-Kurzanbindung und Nordschleife.

Mit dem BMW-Junior-Team aus Daniel Harper (20), Max Hesse (19) und Neil Verhagen (20) im BMW M6 GT3 gewann das jüngste Siegerteam in der Geschichte der Rennserie.

Aus heimischer Sicht waren auch wieder zwei junge Piloten am Start. Der Busecker Dennis Fetzer nutzte zwischen seinen sonstigen Einsätzen in der GT4-Meisterschaft spontan die Gelegenheit zur Teilnahme am Rennen. An diesem Tag tauschte er sein gewohntes Porsche-Cockpit gegen den frontgetriebenen BMW M2 CS aus dem Walkenhorst Rennstall. Der Kontakt zu Teamchef Henry Walkenhorst kam beim 24-Stunden-Rennen zustande. Diese Chance wollte sich Fetzer nicht entgehen lassen, da das Team auch Fahrzeuge in der GT3-Klasse einsetzt und hier für die Zukunft eventuell auch Einsätze möglich wären.

Sebastian von Gartzen aus Gießen fährt in diesem Jahr in der Cayman GT4 Trophy, die bereits seit 2016 im Rahmen der NLS-Läufe ausgetragen wird. Von Gartzen ist erfahrener Nordschleifen-Pilot, hatte aber bei diesem Lauf mit Problemen zu kämpfen. Der Porsche war schwer zu fahren und neigte zu extremem Übersteuern. Das Team konnte das Problem nicht abstellen, und so reichte es nach dem Training nur für den fünften Startplatz in der Trophy.

»Das lief nicht so, wie wir uns das vorgestellt hatten. Auch mit neuen Reifen bekamen wir das Problem nicht in den Griff. Der Startplatz ist nicht optimal«, analysierte von Gartzen. Auch für Fetzer stellte das neue Auto eine Herausforderung dar: »Ich bin noch nie mit einem Fronttriebler im Renneinsatz gefahren. Die Umstellung war sehr groß.«

Ins Rennen ging Fetzer mit seinen beiden Teamkollegen von Platz sieben aus in der BMW-Cup-5-Klasse. Das Rennen lief dann gut und Fetzer gewöhnte sich immer besser an den BMW. Aufgrund eines Schadens aus dem Training musste ein längerer Boxenstopp eingelegt werden. »Alles in allem war es ein gutes Wochenende und ein schöner Einstand mit diesem Team. In der wirklich nicht schwach besetzten Klasse bin ich mit dem Ergebnis zufrieden«, beschrieb Fetzer den guten zweiten Platz.

Das Rennen für von Gartzen war etwas ernüchternder. Startfahrer Sandberg hatte früh einen Reifenschaden, und der dritte im Bunde, Thorsten Jung, drehte sich wegen des immer noch schwer zu fahrenden Autos zweimal von der Strecke. Während seines Stints musste von Gartzen ebenfalls ins Gras ausweichen, weil zwei Fahrzeuge die Strecke blockiert hatten. Das aufgesammelte Gras am Kühler ließ die Wasser- und Öltemperatur steigen, was zu Zeitverlust führte. Dadurch wurden die Abstände auf die vorderen Plätze so groß, dass es nur zu Platz sechs reichte. »Mehr wäre heute nicht drin gewesen, hoffen wir auf das nächste Rennen«, schaute von Gartzen bereits voraus. Aktuell steht das Team auf dem zweiten Platz der Gesamtwertung.

Als Nächstes steht in der NLS eine Doppelveranstaltung am 10. und 11. Juli auf dem Programm.

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