Mit seiner Raffinesse und Handlungsschnelligkeit erinnert Magnus Fredriksen (Mitte), Wetzlars Spielmacher-Option auf die Zukunft, schon ein wenig an die Qualitäten eines Nebojša Golic. Der Stuttgarter Deckung um Alexander Schulze (14) und Dominik Weiss (rechts) stellte der Norweger immer wieder neue Aufgaben. FOTO: VOGLER
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Mit seiner Raffinesse und Handlungsschnelligkeit erinnert Magnus Fredriksen (Mitte), Wetzlars Spielmacher-Option auf die Zukunft, schon ein wenig an die Qualitäten eines Nebojša Golic. Der Stuttgarter Deckung um Alexander Schulze (14) und Dominik Weiss (rechts) stellte der Norweger immer wieder neue Aufgaben. FOTO: VOGLER

Handball

Vertrauen in Spielmacher Fredriksen wächst

  • Ralf Waldschmidt
    vonRalf Waldschmidt
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Magnus Fredriksen ist die Spielmacher-Option auf die Zukunft beim Handball-Bundesligisten HSG Wetzlar. Mit seinem Spielwitz erinnert der Norweger an das bosnische Schlitzohr Nebojsa Golic.

Beim 30:25 (12:1)-Erfolg am Sonntag gegen den TVB Stuttgart, dem man in der Vorsaison an gleicher Stelle noch mit einem Tor unterlegen gewesen war, kam das erste Lob für Wetzlars norwegischen Spielmacher-Neuzugang Magnus Fredriksen von Karsten Schäfer, dem Co-Trainer der Schwaben: "Fredriksen hat unsere Abwehr tief bekommen." HSG-Chefcoach Kai Wandschneider musste da nur noch bestätigend anfügen: "Magnus hat das toll gemacht. Er wird von Spiel zu Spiel besser."

In der Tat war der 23-jährige Regisseur, der sich anschickt, früher als erwartet die Kommandozentrale bei den Grün-Weißen zu übernehmen, neben Torhüter Tibor Ivanisevic mit seinen 19 Paraden ("Jeder gehaltene Wurf ist gut. Aber nur, wenn man gewinnt.") und dem endlich couragierteren Schweizer Lenny Rubin einer der Wetzlarer Erfolgsgaranten.

Magnus Fredriksen befreite mit seinen Geistesblitz-Pässen Kreisläufer Anton Lindskog mehrfach raffiniert aus den Klauen der hart zupackenden Zwei-Meter-Hünen im Stuttgarter Innenblock, stellte mit seinem Doppelwackler zum 17:14 (40.) die Weichen auf Sieg, machte den Ball schneller als es der Stuttgarter 6:0-Deckung lieb sein konnte und düpierte diese mit seinem 26:20 in der 53. Minute - der Rest war Formsache.

Wird mit Fredriksen der nächste Handball-Diamant in Wetzlar geschliffen? Bis zum Auswärts-Doppelpack in Göppingen und Mannheim führte stets Standby-Spielmacher Filip Mirkulovski das HSG-Team an. Das ist mittlerweile umgekehrt, nunmehr verschafft der mazedonische Routinier seinem Nachfolger die eine oder andere Verschnaufpause. Und der norwegische Nationalspieler zahlt das Vertrauen zurück, übernimmt gerade in engen Phasen (14:14, 35.) Verantwortung, dirigiert das Geschehen, hat den Blick für den Mitspieler und entwickelt selbst Tordrang.

Für Kai Wandschneider nicht überraschend. "Jeder entscheidet mit seiner eigenen Leistung, wie oft er spielt", lautet das Credo des Trainers, der anfügt: "Magnus wird seinen Weg gehen."

Ein starker, zuletzt noch kritisierter Tibor Ivanisevic. Ein auftauender Lenny Rubin, der nun aber beweisen muss, dass der Auftritt keine Eintragsfliege war. Ein neuverpflichteter Spielmacher Magnus Fredriksen, der die in ihn gesetzten Hoffnungen erfüllt. Das Wetzlarer 30:25 gegen einen TVB Stuttgart ohne seinen fußverletzten ungarischen Regisseur Rudolf Faluvegi brachte für die HSG weiter wichtige Erkenntnisse für die folgende Termin-Hatz durch den Dezember. Donnerstag beim SC DHfK Leipzig, nächsten Dienstag gegen HBW Balingen-Weilstetten und schon zwei Tage später beim TBV Lemgo-Lippe, wo es die einzig noch existierende Bundesliga-Negativserie in 22 Jahren zu beenden gilt. Ob dann wieder mit Torhüter Till Klimpke, dessen lädiertes Knie Sorgen bereitet, lässt sich laut medizinischer Abteilung aktuell nicht abschätzen. Dafür soll Maximilian Holst wieder ins Team zurück kehren.

Die Reihen schließen sollte dann auch wieder der schwedische Allrounder Olle Forsell Schefvert, der nach starkem Saisonbeginn letztmals beim Heim-29:11 gegen die Eulen Ludwigshafen zu überzeugen wusste und deshalb in den kommenden Partien auf dem Parkett wieder Argumente liefern müsste, weshalb er in den Fokus anderer Erstligisten geraten ist bzw. ihn die HSG Wetzlar über 2021 hinaus an sich binden sollte. Gegen Stuttgart war er kein Faktor.

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