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Jens Dapper

Verständnis für Lockdown-Verlängerung

  • vonGerd Chmeliczek
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(dpa/gäd). Der Corona-Stillstand für den Amateur- und Breitensport wird bis mindestens 7. März verlängert. Das ist das Ergebnis der Beratungen von Bund und Ländern am Mittwoch über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie. Trotz der Appelle der Sportministerkonferenz für schrittweise Lockerungen sind vorerst keine Erleichterungen für den Sport vorgesehen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) begründete die Verlängerung der Beschränkungen unter anderem mit der Ausbreitung von ansteckenderen Varianten des Coronavirus.

Millionen Amateur- und Breitensportler müssen damit weiter im Corona-Lockdown auf ihren Trainings- und Wettkampfbetrieb verzichten. Eine schwierige Zeit, trotzdem haben heimische Akteure Verständnis für die Maßnahmen:

Jens Dapper , Trainer des Handball-Oberligisten HSG Pohlheim, kann die Verlängerung des Lockdowns absolut nachvollziehen. »Ich glaube, dass wir uns unter Berücksichtigung der gesamtgesellschaftlichen Interessen solidarisch zeigen sollten und erst einmal zurückstehen. So sehr wir uns alle eine Rückkehr unseres Sports wünschen, so sinnvoll ist es, noch einmal Ruhe zu bewahren. Die Oberliga-Spieler müssen sich individuell fit halten. Dafür haben sie von unserem Athletiktrainer Martin Melchior schon vor einiger Zeit ein Programm mitbekommen. Das muss eigenverantwortlich geschehen. Für die Kinder und Jugendlichen ist es aber besonders bitter, weil hier das so wichtige Gemeinschaftsgefühl fehlt.«

Handball: Interesse an Aufstiegsrunde

An der vom Hessischen Handball-Verband geplanten Aufstiegsrunde zur 3. Liga möchte die HSG Pohlheim laut Dapper teilnehmen. Bislang habe es vom HHV eine Info-Veranstaltung gegeben. Der Modus und die Zahl der teilnehmenden Mannschaften steht noch ebenso wenig fest, wie ein Termin. Zudem müsse sichergestellt werden, dass die Mannschaften vorher eine Vorbereitung machen können. »Vielleicht im Mai oder Juni.« Persönlich glaubt Jens Dapper nicht daran, dass die eigentliche Oberliga-Runde noch stattfinden wird.

Birger Schnepp , Vorsitzender der HSG Wettenberg, verweist auf die Angebote, die der Handball-Verein seinen Aktiven an die Hand gibt. »Wir haben versucht, alles möglichst aktiv zu halten, zum Beispiel mit Online-Training. So halten wir auch Kontakt zu den Spielerinnen und Spielern, egal ob Jugendliche oder Aktive. Wenn es uns allen hilft, macht es keinen Unterschied, ob wir das jetzt noch zwei oder drei Wochen länger so machen.« Man sei auf einen Restart vorbereitet, »wobei ich persönlich nicht für eine verkürzte Runde bin. Es wäre besser, sich auf eine faire Saison 2021/22 zu konzentrieren «.

Es sei eine besondere Herausforderung, die Kinder und Jugendlichen weiterhin für den Sport zu begeistern. »Aber wir sind bereit, sobald wir wieder dürfen.«

Auch die HSG Wettenberg habe grundsätzlich Interesse an der Aufstiegsrunde zur 3. Liga, aber man müsse abwarten, wie die Rahmenbedingungen schließlich aussehen. Bei der HSG spielen Frauen- und Männermannschaft bei den Aktiven in der Oberliga. »Wir haben an den Info-Veranstaltungen in dieser Woche teilgenommen und geben das nun an die Mannschaften weiter.« Viele Sachen seien noch zu klären, etwa Hygienekonzept, Modus, Termine oder Investitionen in Form von Bürgschaften, die von den Vereinen übernommen werden müssen. »Wenn uns die Mannschaften signalisieren, dass sie teilnehmen möchten, dann muss es der Vorstand möglich machen. Ich würde aber keinen Spieler zwingen, teilzunehmen.«

Jürgen Boldt ist Abteilungsleiter Tischtennis beim Gießener SV. Er zeigt ebenfalls Verständnis für die Verlängerung des Lockdown. »Solange die Pandemie nicht beendet ist, finde ich die Maßnahmen absolut in Ordnung. Da müssen wir durch, und fertig«, sagt der Sportler.

Es sei zwar extrem schade, »dass wir unseren Sport nicht in gewohnter Weise ausüben können, aber so ist das nun mal derzeit«. Der GSV hat den Wegfall der Trainingsmöglichkeiten etwas auffangen können und eine private Trainingsmöglichkeit geschaffen, wo jeweils zwei Mann gemeinsam trainieren können.

»Wir sind der Überzeugung, dass es bei uns überhaupt keinen Sinn macht, die Runde wiederaufzunehmen. Mit der 1. Männer-Mannschaft, die in der Regionalliga spielt, haben wir erst ein Spiel gemacht. Das bedeutet, wir müssten in einem relativ kurzen Zeitraum noch neun Partien absolvieren.« Dass der Hessische Tischtennisverband die Saison 20/21 gestern abgebrochen hat, betrifft den GSV ab der 2. Mannschaft abwärts. Sollte der Deutsche Verband dem folgen, wäre das für das Regionalliga-Team »aber im Großen und Ganzen auch kein Beinbruch. Wir waren in dieser Saison sowieso darauf eingestellt, mit unserer jungen Leuten erst einmal zu lernen«. FOTOS: RAS/M

Jürgen Boldt
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