RSV-Powerforward Brian Bell (8) kann im Pokal-Finale von Matt Scott (Thuringia Bulls) nur durch ein Foul gestoppt werden, das die Schiedsrichter als unsportlich ahnden. FOTO: DIEKMANN
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RSV-Powerforward Brian Bell (8) kann im Pokal-Finale von Matt Scott (Thuringia Bulls) nur durch ein Foul gestoppt werden, das die Schiedsrichter als unsportlich ahnden. FOTO: DIEKMANN

RSV verliert Pokal-Finale

  • vonAndreas Joneck
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(aj). Der deutsche Rekord-Pokalsieger RSV Lahn-Dill muss auch 2020 den DRS-Pokal seinem ärgsten Kontrahenten RSB Thuringia Bulls überlassen. In einem packenden Endspiel in Hannover beim Final Four unterlagen die Mittelhessen am Ende den Bulls mit 73:82 (16:25/33:42/47:55).

"Ich bin stolz, wie wir gekämpft haben, aber am Ende müssen wir attestieren, dass es nicht gereicht hat", fasste RSV-Cheftrainerin Janet McLachlan treffend zusammen. Die 41-jährige Kanadierin bezog sich damit auf den unbändigen Kampfgeist, den ihre Mannschaft trotz eines 35:53-Rückstandes (26.) zeigte.

Kapitän Michael Paye mit einem Wurf aus der Mitteldistanz sowie zweimal der Australier Michael Auprince unter dem Brett läuteten eine grandiose Aufholjagd ein. Nun war der RSV auf dem Hannoveraner Parkett präsent, übte den nötigen Druck aus und zwang die Thüringer ihrerseits zu individuellen Fehlern. Und als der am Ende der Saison scheidende Kapitän dann noch binnen 28 Sekunden zwei Dreier einstreute, war beim 55:59 (32.) die Partie wieder offen. Doch näher als beim 60:63 (33.) durch Michael Payes vierten Treffer von jenseits der 6,75-m-Linie konnte der RSV Lahn-Dill dem Kontrahenten trotz eines viertelübergreifenden 25:8-Laufs nicht kommen.

Nach dem 68:71 (37.) mussten Nationalspieler Thomas Böhme und Co. die Thüringer mehr und mehr an die Freiwurflinie zwingen, um gleichzeitig die Spieluhr zu stoppen. Doch von dort machte der spätere DRS-Pokalsieger in den letzten Sekunden alleine fünf Punkte und ließ damit keinen Zweifel mehr an der Titelverteidigung und dem dritten Cupsieg der eigenen Vereinshistorie aufkommen.

Thüringen: Halouski (23), Scott (19/2 Dreier), Gholomazad (16), Williams (16), Bienek (6), Visser (2), Albrecht, Podnieks, Partanen (n.e.). / Lahn-Dill: Paye (22/4), Böhme (21), Bell (16/2), Auprince (12), Brown (2), Breuer, Huber, Mosler, Beissert (n.e.), Kind (n.e.), Möller (n.e.), Mizan (n.e.).

Halbfinale, RSV Lahn-Dill - BG Baskets Hamburg 75:57 (16:12/31:29/52:46):Die rund 100 mitgereisten Fans der Wetzlarer Rollis sahen in Hannover zunächst einen mutig aufspielenden Ligasechsten aus Hamburg, der von Beginn an dem Favoriten einen offenen Schlagabtausch lieferte und bis zum 10:9 (6.) immer wieder selbst die Führung übernehmen konnte.

Zwar hatte der 14-fache Pokalsieger aus Hessen in der Folge mehrheitlich die Nase vorne, doch sieben Ballverluste bis zur Pause sorgten immer wieder für die Tatsache, dass sich die Hanseaten nicht abschütteln ließen. So sorgte Weltmeister Simon Brown mit einem Drei-Punkte-Spiel für das 21:14 (12.), das Routinier Marcin Balcerowski mit einem Dreier in der gleichen Minute auf 17:21 verkürzte. Ebenso die Szenerie nach dem 25:21 (16.) durch den starken Kapitän Paye, das die Norddeutschen durch den Iraner Mojtaba Kamali zum 25:25 (17.) egalisieren konnten. Dieses Spielchen setzte sich bis in die Mitte des dritten Spielviertels fort, als Thomas Böhme zunächst vorlegte, ehe BG- Center Reo Fujimoto sehenswert zum 37:37 (24.) vollstreckte.

Ausgerechnet eine Auszeit der Hanseaten sollte dann jedoch die Wende in der Partie zugunsten des RSV bringen. Binnen zwei Spielminuten sorgten Böhme mit einem weiteren Drei-Punkte-Spiel sowie der nun nach der Halbzeit kaum noch zu stoppende US-Paralympicssieger Brian Bell für das 46:39 (26.). Der 50:56-Anschluss (32.) durch den Japaner Fujimoto sollte das letzte Aufbäumen sein.

Die Mannschaft von Cheftrainerin McLachlan machte nun den Sack zu, entschied die kommenden fünf Spielminuten mit 17:5 für sich und sorgte so am Ende doch noch für einen souveränen Finaleinzug. Die Bulls lösten das Endspiel-Ticket durch das 84:62 gegen Gastgeber Hannover

Hamburg: Fujimoto (16), Balcerowski (15/1 Dreier), Kamali (10/1), Steinhardt (8), Miller (4), Patzwald (4), Balaghi. / Lahn-Dill: Bell (20/1), Paye (20), Auprince (10), Böhme (9), Mosler (9), Brown (5), Huber (2), Beissert, Breuer, Kind (n.e.), Möller (n.e.), Mizan (n.e.).

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