Verletzung überschattet Sieg

  • vonSebastian Kilsbach
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(sks). Mit einem starken 95:61 (46:34) in Oberhaching behaupten die Gießen 46ers Rackelos ihre Position im oberen Tabellendrittel der Basketball-ProB. Allein eine schwere Verletzung trübt die Feierstimmung.

Längst war der Drops in der Deisenhofer Sporthalle gelutscht, als Felix Schweizer in der Schlussminute mit viel Energie zum Korb zog. Der Guard kam äußerst unglücklich auf dem Parkett auf und verletzte sich schwer am Knie. "Das war natürlich ein großer Wermutstropfen", sagte Rackelo-Cheftrainer Rolf Scholz direkt nach Spielende sichtbar angefasst.

Minutenlang musste die Partie unterbrochen worden, während Schweizer auf dem Feld von Sanitätern behandelt wurde. Dezimiert waren die Rackelos am Samstag in den Münchener Speckgürtel gereist, weshalb auch der Rotationsspieler viel Spielzeit sah. Schweizer inklusive konnte sich jeder Gießener in die Scoringliste eintragen. Ohne die Verletzung in den Schlusssekunden wäre das finale Viertel Prunkstück einer auch so beeindruckenden Leistung gewesen. Das 30:11 in den letzten zehn Minuten machte aus einem souveränen Auftritt einen Kantersieg.

Dabei waren die Rackelos ohne ihre beiden Tims Uhlemann und Köpple zum Ligavorletzten gereist. Diese standen im Osthallen-Match der Bundesliga-46ers gegen Bonn im Aufgebot, kamen dort aber nicht zum Einsatz. "Es war, wie wir es uns erhofft haben: Die vielen Jungen sind für sie in die Bresche gesprungen", so Scholz, der vor allem die Leistung der Youngster David Amaize und Sebastian Brach lobend hervorhebt.

Qualitativ verfügte der gerupfte Kader zwar immer noch über mehr Qualität als die Line-up der Tropics. Desto mehr überraschte es jedoch, dass es die Rackelos waren, die mit andauerndem Spielverlauf nicht müder, sondern stärker wurden. Im Gegenteil gehörte der bessere Start Oberhaching, die mit 4:0 vorlegten. Zehn Punkte des US-Amerikaners Wyatt Lohaus im Auftaktviertel sorgten aber dafür, dass Gießen mit 22:19 ins zweite Quarter gehen durfte.

Bis zum 28:32 (16.) aus bayerischer Sicht handelte es sich um ein Spiel auf Augenhöhe. "Durch unsere gute Verteidigung haben wir uns immer wieder gute Abschlüsse erkämpft und dabei von unseren Extrapässen profitiert", erklärt Scholz, warum der 46ers-Express immer mehr an Fahrt aufnahm. Ein 7:2-Run ließ die Mittelhessen mit einer zweistelligen Führung in die Kabine gehen.

Auch Viertel Nummer drei ging an die Gießener. Im Schlussabschnitt brachen schließlich alle Dämme. Die Gäste unterbanden die Penetrationsversuche der Tropics konsequent, von außen blieb der Aufsteiger blass. "Es war ein tolles Spiel, eine gute Mannschaftsleistung. Nur die Verletzung war halt überflüssig", bilanziert Scholz einen erfolgreichen Auswärtstrip mit Beigeschmack.

Gießen: Amaize (4), Krämer (21), Okpara (22), Lischka (10), Pesava (9), Schweizer (2), Lohaus (14), Brach (6), Osterwalder (7).

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