Die Enttäuschung ist groß bei den Wetzlarern (v. l.) Alexander Feld, Maximilian Holst, Magnus Frederiksen, Filip Mirkulovski und Kristian Björnsen nach der 25:33-Niederlage gegen Melsungen. FOTO: VOGLER
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Die Enttäuschung ist groß bei den Wetzlarern (v. l.) Alexander Feld, Maximilian Holst, Magnus Frederiksen, Filip Mirkulovski und Kristian Björnsen nach der 25:33-Niederlage gegen Melsungen. FOTO: VOGLER

Handball-Bundesliga

Ein Tag zum Vergessen für die HSG Wetzlar

  • Daniela Pieth
    vonDaniela Pieth
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Nach dem guten Saisonstart ist die HSG Wetzlar im Hessenderby überraschend hart gelandet: Mit 25:33 beziehen die Grün-Weißen gegen MT Melsungen die zweite Niederlage.

Die HSG Wetzlar hat vor allem in der ersten Halbzeit eine Lehrstunde von der MT Melsungen erteilt bekommen. Mit 25:33 (7:16) unterlagen die Grün-Weißen den Nordhessen in einer coronabedingt leeren Arena und haben jetzt eine Woche Zeit zum Wunden lecken, ehe es am Sonntag in Berlin weitergeht.

Es war ein Tag zum Vergessen für die Wetzlarer. Bis zum 4:4 von Olle Forsell Schefvert (10.) bestand noch Hoffnung, der MT Paroli bieten zu können. Allerdings war zu diesem Zeitpunkt schon der erste Niederschlag erfolgt. HSG-Torhüter Till Klimpke hatte nach zwei Paraden zu Beginn aus nächster Nähe einen Kopftreffer von Melsungens Kreisläufer Arnar Arnarsson kassiert und musste für Tibor Ivanisevic Platz machen. Klimpke kam zwar nach einer Viertelstunde wieder zurück, konnte jedoch ebenso wenig ausrichten wie der Serbe, der die zweite Halbzeit allein bestritt. Klimpke begab sich nach der Partie ins Krankenhaus - es bestand der Verdacht, dass er sich eine Gehirnerschütterung zugezogen hat. In der Folge dauerte es zwölf (!) Minuten, ehe den Hausherren der nächste Treffer gelang. MT-Keeper Silvio Heinevetter mimte den HSG-Schreck und machte sich zur Pause mit 46 Prozent gehaltener Bälle und einem Grinsen in Richtung Kabine auf. Den sonst so sicheren Siebenmeterschützen Maximilian Holst hatte er gleich zwei Siebenmeter und einen Ball von außen weggenommen. Aber auch aus dem Rückraum fanden die Wetzlarer in Heinevetter ihren Meister und schafften es in den ersten 30 Minuten lediglich siebenmal, den Ball an ihm vorbei im Tor unterzubringen. Unterstützung erhielt er dabei von einer sehr beweglichen, aggressiven und offensiv ausgerichteten Abwehr, die schon vor dem Neun-Meter-Raum ordentlich aufräumte.

"Wir haben in allen Belangen alles vermissen lassen, die Einstellung in Angriff wie Abwehr", analysierte HSG-Spielmacher Alexander Feld hinterher. "Da kann man auch nicht die Ausrede gelten lassen, dass keine Zuschauer da waren. Da müssen wir uns mehr aus der Mannschaft heraus pushen, wenn es mal nicht läuft." Und es lief auch hinten schlecht.

Wandschneider vermisst Spannung

"Wir waren heute nicht auf der Platte, da war keine Spannung, keine Zweikampfbereitschaft", bemängelte Wandschneider. "Wir haben eigentlich nur hinterhergeguckt, was die Deckung angeht. Wir hatten auch überhaupt keine Unterstützung aus dem Tor."

Nach Wiederanpfiff kamen die Grün-Weißen etwas besser in die Partie, kassierten durch Julius Kühn in der 35. Minute aber dennoch das 8:19. Kurze Zeit später verordnete Wandschneider seiner Mannschaft eine 4:2-Abwehrformation, mit der die Gäste mehr Schwierigkeiten hatten. Dadurch gelang es den Wetzlarern, das Spiel ausgeglichener zu gestalten und den Rückstand immer wieder zu verkürzen. "Vorne habe ich von Beginn an bis zum Ende Olle Forsell Schefvert gesehen, aber bei allen anderen entweder viel zu wenig oder Licht und Schatten", sagte Wandschneider. "Wir haben früh viel wechseln müssen, aber da kam, vielleicht mit Ausnahme von Alexander Feld, kein Spieler von der Bank, der gezeigt hätte: Von jetzt an geht es bergauf." Dennoch trafen seine Spieler nun besser und nutzten die Nachlässigkeiten der Melsunger aus. Entscheidend verkürzen konnten sie aber nicht und kassierten eine 25:33-Abreibung. "Das war das schlechteste Spiel von uns im bisherigen Saisonverlauf - und irgendwie kommt das aus heiterem Himmel", meinte Wandschneider.

Wetzlar: Klimpke, Ivanisevic; Feld (1), Srsen, Henningsson (1), Björnsen (2), Mirkulovski, Weissgerber (3/1), Holst (1/1), Fredriksen, Forsell Schefvert (4), Gempp, Mellegard (4), Rubin (3), Lindskog (1), Cavor (5).

Melsungen: Heinevetter, Simic; Maric (3), Kühn (6), Lemke, Reichmann (1/1), Kunkel (3), Mikkelsen, Danner, Arnarsson (1), Allendorf, Pregler, Häfner (5), Salger (2), Kastening (7/2), Pavlovic (5).

Im Stenogramm: SR: Blümel/Loppaschewski (Berlin). - Zu.: keine. - Zeitstrafen: 8:4 Min. - Siebenmeter: 5/2:3/3.

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