So verfolgen deutsch-italienische Wirte das Spiel

(sno) Wir haben uns mit den Besitzern vom "Ristorante Charlottenburg" in Lich und der "Speckmaus" in Langgöns unterhalten – vor dem Duell zwischen Deutschland und Italien verhalten sich die Gastwirte äußerst fair. Es herrscht fast schon eine trügerische Ruhe...

Wer sich vor dem heutigen EM-Viertelfinale erst im italienischen Restaurant und dann in der deutschen Kneipe umschaut, spürt wenig von Rivalität, dafür aber ganz viel Menschlichkeit und Fairness. Die Vorfreude ist da, auf dieses ewig junge Duell zwischen Deutschland und Italien – "aber Fußball ist Spaß, es ist nur ein Spiel", sagt Sabato Sica, 45-jähriger Besitzer vom "Ristorante Charlottenburg" in Lich. So sieht das auch Hans Gern, der 66-jährige Inhaber der kultigen Kneipe "Speckmaus" in Langgöns: "Jeder steht zu seiner Nationalität und seinen Wurzeln. Das ist auch wichtig, es gehört zu unserer Identität. Die eigene Mannschaft anzufeuern ist in Ordnung, aber den Gegner in irgendeiner Art und Weise herabzuwürdigen, das dulde ich bei mir nicht."

Während der Deutsche in seiner Kneipe mit zig Fans auf einem Großbildschirm zuschauen kann, werden die Italiener Sabato Sica und sein Geschäftspartner Giuseppe Cortazzo vom Spiel wenig mitbekommen. Ausgerechnet für diesen Samstag hat ein Gast seine Geburtstagsfeier in die Charlottenburg verlegt. "Das Geschäft geht vor", sagt der 58-jährige Cortazzo. Nervös werden die Italiener in Lich trotzdem sein, vermutlich schon ab heute Nachmittag. "Da geht das bei uns so langsam los", weiß Sabato Sica. "Ich kenne keinen Italiener, der nicht mitfiebert. Das steckt in unserem Blut. Es kann sein, dass wir nach dem Spiel ruhig am Tisch sitzen und analysieren, aber während der Partie geht unser Adrenalin hoch."

Niemand könne das italienische Fußballvolk deshalb so gut verkörpern wie Trainer Antonio Conte. "Er ist der typische Italiener", meint Sica. "Er schreit, er bewegt sich. Bei jedem kleinen Schritt ist er dabei. Selbst die Spieler sagen: Du hast das Gefühl, er spielt mit.

" Von ihrem Coach sind sie überzeugt, das spürt man, wenn man dem Kellner zuhört: "Conte hat Erfolg, weil er sich in die Spieler hineinversetzen kann. Er pumpt die Spieler auf, bis sie wie ein Vulkan explodieren."

Was Fußball für die Italiener bedeutet, auf welcher Mission sich Hans Dern sieht und welche kulinarische Empfehlung die Gastwirte für ihre Mannschaften haben, lesen Sie in der gedruckten Samstagsausgabe der Gießener und Alsfelder Allgemeinen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare