Michael Rüspeler, Präsident des Hessischen Basketball-Verbands, füllt das Amt mit viel Leben. FOTO: EBI
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Michael Rüspeler, Präsident des Hessischen Basketball-Verbands, füllt das Amt mit viel Leben. FOTO: EBI

Ein Verbandsschwerpunkt: 3x3 vorantreiben

  • vonEberhard Spissinger
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(ebi). Seit 30 Jahren ist Michael Rüspeler im Präsidium des Hessischen Basketball-Verbandes tätig - seit 2004 als Präsident. Beim HBV-Verbandstag in Frankfurt wurde der gebürtige Gießener wiedergewählt. Welche Schwerpunkte der Verband in Angriff nehmen will, verrät uns der 64-jährige Wahl-Butzbacher im Interview.

Warum hat der Hessische Basketball-Verband entschieden, dass der diesjährige Verbandstag nicht online stattfindet?

Ich denke, im Nachhinein hat sich die Präsenzveranstaltung bewährt. Zum einen ist eine sachbezogene Diskussion wie in diesem Fall zum Spielbetrieb besser möglich und zum anderen standen etliche wichtige Entscheidungen wie das Verabschieden des Finanzplans und die Wahlen des Präsidiums an. Diese sind, aus unserer Sicht, als Präsenzveranstaltung deutlich transparenter durchzuführen.

Der Westdeutsche Basketball-Verband startet seine Saison erst ab dem 1. Januar 2021. Der HBV hingegen hat auf einen Stopp verzichtet. Was war der Grund für die Strategie?

Wir haben uns bereits im August für einen Start des Spielbetriebs auf freiwilliger Basis entschieden. Im Nachhinein war dies die absolut richtige Entscheidung, was uns auch die Diskussion im Rahmen des Verbandstags oder auch die Rückmeldung des LSBH bestätigt. Der WBV hat noch nicht begonnen - und ich glaube, dort wird man auch so schnell nicht beginnen. Nach unserem Modell, das auch in Bayern und Baden-Württemberg praktiziert wird, können all diejenigen, die spielen möchten, dies auch tun. Solange es keine Einschränkungen seitens der Politik oder der Kommunen gibt, ist Bewegung und Sport das beste Mittel in der derzeitigen schweren Zeit - ganz zu schweigen von dem psychologischen und sozialen Aspekt.

Unabhängig der aktuellen Probleme. Wo setzt der Verband zukünftig seine Schwerpunkte?

Es gibt reichlich Aufgaben im Verband, auch wenn der Spielbetrieb nicht gerade optimal möglich ist. Als Beispiel möchte ich nur das Vorantreiben der neuen Disziplin 3x3 nennen oder die Verbesserung der Digitalisierung. Hier haben wir mit der Einstellung eines dualen Studenten in unserer Geschäftsstelle einen ersten Schritt getan. Auch ist es mir wichtig, in den nächsten Jahren unser Präsidium wie auch die Organisationsstruktur zukunftsfähig aufzustellen.

Wie positioniert sich der Verband zu 3x3?

Wie schon gesagt: Eigentlich streben wir an, eines der führenden Bundesländer in dieser Disziplin zu werden, wobei es allerdings reichlich Konkurrenz anderer Landesverbände gibt. Gespräche mit den Ministerien und dem LSBH haben hier schon stattgefunden, um die Wünsche beziehungsweise Anforderungen des Dachverbandes Deutscher Basketball-Verband größtenteils zu erfüllen. Ich glaube, dass 3x3 gerade auch in Corona-Zeiten, aber auch darüber hinaus eine große Zukunft haben kann. Wir sollten hier den Anschluss nicht verpassen.

Woher ziehen Sie Ihre Motivation für Ihre jahrelange ehrenamtliche Tätigkeit als HBV-Präsident -von Amtsmüdigkeit keine Spur?

Nein, ich bin nicht amtsmüde, wenn auch die letzten Wochen nicht gerade hochmotivierend waren. Ich bin jetzt seit 30 Jahren im Präsidium, seit 2004 als Präsident, und die Aufgabe macht nach wie vor viel Spaß. Es ist schön, wenn man erkennt, dass die Arbeit des Teams unseren Basketballsport nach vorne bringt. Ich bin gerne ein Teil dessen, und es gibt noch viele Möglichkeiten, unseren Sport weiterzuentwickeln. Alles in allem: Ich bin gerne Präsident dieses Verbandes.

Bitte noch einen abschließenden Kommentar zu dem Gießener Kay Blümel, der mit dem Friedrich-Prinz-Preis ausgezeichnet wurde.

Der Friedrich-Prinz-Preis wurde erstmals vergeben und was kann da besser sein, als einen Preisträger zu sehen, der seine Basketballwurzeln in Hessen hat und seinen Weg bis zum Bundestrainer im Nachwuchsbereich ging. Kay Blümel war ein Multiplikator unseres Sports über Hessens Grenzen hinaus und hat den Namen HBV positiv nach außen getragen. Bleibt also nur, herzlichen Glückwunsch und Danke zu sagen!

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