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So soll es heute in Gießen: SC-Torjäger Leif Langholz will mit seinen Toren für einen Sieg seiner Waldgirmeser sorgen. (Foto: Bayer)

Verbandsliga: VfB 1900 Gießen empfängt heute Waldgirmes

(fro) Im Gegensatz zum Vorjahr sind die Derbys in der Verbandsliga Mitte in dieser Spielzeit rar gesät. Heute steht um 15.30 Uhr das Hinrundenspiel zwischen dem VfB 1900 Gießen und dem SC Waldgirmes auf dem Programm.

Beide konnten ihre Spiele am vergangenen Wochenende nicht gewinnen. Dennoch sind die Rollen klar verteilt. Die Gäste haben sich den Aufstieg in die Hessenliga als Saisonziel auf die Fahnen geschrieben, während die neu formierte Elf des VfB 1900 Gießen den Klassenerhalt anstrebt. Während der seit dieser Saison als VfB-1900-Trainer im Amt befindliche Said Rahmani erstmals in der Verbandsliga Derbyluft schnuppern darf, gilt SC-Trainer Peter Bätzel in seinem vierten Jahr auf der Bank der Lahnauer durchaus als derbyerprobt. Beide Übungsleiter haben vor der heutigen Partie eine Reihe von Ausfällen zu beklagen.

Alle Stürmer fallen aus

Für den VfB 1900 und seinen neuen Trainer Said Rahmani ist das Derby gegen den SC Waldgirmes gleichzeitig auch die Premiere vor heimischem Publikum. In den ersten beiden Partien schlugen sich Eduardo Dursun und Co. auf fremden Plätzen recht achtbar. Während man beim 0:0 in Wörsdorf Zählbares mit auf die Heimreise nehmen konnte, mussten sich die Gießener beim hochgehandelten Aufsteiger SV Zeilsheim erst in der Schlussphase mit 0:3 geschlagen geben.

"Meine junge Truppe hat sich sehr gut verkauft und viel Lob vonseiten des Ex-Profis Sascha Amstätter erhalten. Der von ihm trainierte SV Zeilsheim war am Ende aber einen Tick cleverer. Diese Mannschaft wird ganz oben mitspielen, so dass die Niederlage in Zeilsheim kein Beinbruch ist. Härter als die verlorenen Punkte treffen uns die personellen Hiobsbotschaften, denn mit Andreas Proske und Maximilian Dörfler fallen zwei weitere Routiniers auf unbestimmte Zeit aus", klagt Rahmani. Der Trainer wünscht sich, dass sich seine junge Elf gegen die starken Gegnern dieser Liga von ihrer besten Seite präsentiert und sich individuell weiterentwickelt. "Wir wollen den Zuschauern zeigen, dass das VfB-1900-Projekt tragfähig sein wird. Der SC besitzt eine Reihe gestandener Spieler und geht als turmhoher Favorit in das Spiel. Wir dürfen uns aber nicht hinten reinstellen, denn dies geht schief. Ich würde gerne offensiv spielen und versuchen, dass wir uns Torchancen erspielen. Dabei dürfen wir aber nicht überdrehen und dem Gegner dadurch ins offene Messer laufen. Wir haben keinen gesunden Stürmer mehr im Kader und werden in diesem Bereich experimentieren müssen. Dennoch wollen wir mit unserer Truppe dem Gegner Paroli bieten.

Das Schöne am Fußball ist, dass man trotz aller personellen Widrigkeiten immer eine Chance besitzt", sagt Rahmani. Die Defensive wird also letztlich der Schlüssel zum Erfolg sein. Hier baut der Trainer auf das Torwarteigengewächs Christian Seemann und die Innenverteidiger Eduardo Dursun und Panagiotis Apostolou. "Christian hat in Zeilsheim überragend gehalten und uns im Spiel gehalten", lobt Rahmani seinen Keeper, der damit aktuell die Nummer eins vor dem von der TSG Wieseck verpflichteten Fabrizio Bopp ist.

Personelles: Routinier Andreas Proske hat sich in Zeilsheim eine Leistenzerrung zugezogen und wird ausfallen. Bei Maximilian Dörfler besteht nach der Vorwochenbegegnung sogar der Verdacht auf einen Mittelfußbruch. Sollte sich dies bestätigen, wird der Neuzugang von Eintracht Wetzlar längere Zeit nicht zur Verfügung stehen. Auch Nino Binz fällt nach einem Bänderriss aus. Der von Wacker Nordhausen zum VfB 1900 gewechselte Sascha Lorenz hat sich das Knie verdreht und verlängert die Ausfallliste. Der Einsatz von Andrew Iyasere ist äußerst fraglich. Der zuletzt wegen einer Gelb-Roten Karte im Auftaktspiel in Wörsdorf gesperrte Christian Hesse steht wieder zur Verfügung.

Keine Nachlässigkeiten

Beim 2:2 gegen die TSG Wörsdorf musste der Titelanwärter aus Waldgirmes erstmals Federn lassen. Dabei kam die Elf von SC-Trainer nach einem 0:2-Rückstand am Ende sogar noch mit einem blauen Auge davon. "Wir sind für unsere desolate Leistung in der ersten Halbzeit vom Gegner zu Recht abgestraft worden. Bei uns haben Konzentration und Aggressivität gefehlt. Dies war für eine Mannschaft, die aufsteigen möchte, zu wenig. Wir haben bislang in drei von vier Pflichtspielen einem Rückstand hinterherlaufen müssen. Das konnte nicht ewig gut gehen", sagt Bätzel. Die Tatsache, dass seine Elf bei der Aufholjagd Moral bewiesen hat, wollte der Pädagoge nur bedingt als positiven Aspekt betrachten. "Wir haben uns durch eigene Nachlässigkeiten erst in die Situation gebracht, dass wir Gas geben mussten. Es kann aber nicht unser Anspruch sein, dass wir ständig einem Rückstand hinterherlaufen", so Bätzel. Die seiner Mannschaft vor dem Derby auf dem Papier zugesprochene haushohe Favoritenrolle nimmt der SC-Trainer ohne Widerworte an. "Die Elf des VfB 1900 ist komplett neu formiert. In den bisherigen Spielen haben sie selten in derselben Formation gespielt.

Daher ist es schwierig einzuschätzen, was uns im Waldstadion erwartet. Wir müssen den Fokus auf unsere eigene Leistung legen und dabei so dominant auftreten, dass beim Gegner überhaupt keine Derbyatmosphäre aufkommt. Wir müssen dem Spiel unseren Stempel aufdrücken und endlich einmal Tore vorlegen", fordert Bätzel.

Personelles: Marcel Siegel fällt aufgrund eines Bänderrisses im Knöchel aus. Auch Andreas Schäfer steht nach Problemen am Knöchel auf der Ausfallliste. Lucas Hartmann hat muskuläre Probleme und wird geschont. Marvin Kretschmann konnte wegen eines Schlages auf den Fuß in dieser Woche nicht trainieren, während Steffen Schneider das Dienstagstraining mit dem Verdacht einer Wadenzerrung abgebrochen hat. Bei beiden Akteuren steht hinter einem Einsatz ein Fragezeichen. Fabio Dahlem ist im Urlaub. Ersatzkeeper Jan Dühring musste am Mittwoch im Gruppenligaspiel gegen den FSV Fernwald mit einer Fußverletzung ausgewechselt werden. Für ihn könnte Alexander Kammler auf der Bank Platz nehmen. Jafar Azizi und Sascha Theil stoßen wieder dazu.

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