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Veränderter Spielmodus

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Von: Richard Albrecht

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Der USC Gießen geht mit folgendem Kader in die neue Saison (v. l.): Tim Schwab, Philip Strömer, Laurenz Heikaus, Konstantin Schulz, Johannes Lottner, Marcel Drößler, Erkin Calisir, Julien Geier, Benjamin Budzinsky, Wiard Aden, Willi Worster, Stefan Eder. Es fehlen: Philipp Kunze, Lukas Zielinski, Christian Focking. © pv

(ria). Der Blick auf die Saisonplanung in der Volleyball-Oberliga ist erst einmal etwas gewöhnungsbedürftig. Je zwölf Teams gehen bei den Damen und den Herren an den Start, allerdings aufgeteilt in je zwei Vorrundengruppen zu je sechs Teams. »Das Ziel ist eine Ligengröße von zehn Teams«, erklärt Stefan Eder, Trainer der USC-Herren. »In unserer Liga waren es elf, dann wurde ein Team nachnominiert, um zwei Sechsergruppen zu haben«, wollte er sich aber dann nicht zu lange mit der neuen Regelung aufhalten.

Bei der Gruppeneinteilung sollten einerseits die Platzierungen der letzten Jahre, andererseits die Fahrtwege berücksichtigt werden. »Ist so medium gelungen«, befindet Eder. In den Vorrundengruppen spielt jeder gegen jeden ein Hin- und Rückspiel. Dann bilden die ersten drei der beiden Gruppen die Aufstiegsgruppe, die Viert- bis Sechstplatzierten entsprechend die Abstiegsgruppe. Jedes Team nimmt seine Punkte mit und spielt noch gegen die drei Teams der anderen Vorrundengruppe.

Entsprechend gilt es für die beiden Oberligateams des USC Gießen, ihre Vorrundengruppe unter den ersten drei abzuschließen, um den Klassenerhalt so vorzeitig zu sichern. Für den Spielbetrieb gilt die 3G-Regel, somit sind Zuschauer zu den Spieltagen zugelassen.

Schwierige Vorbereitung

Bei den USC-Damen kann aufgrund der Einschränkungen durch die Coronaregeln von einer systematischen Saisonvorbereitung keine Rede sein. Zudem stoßen die Studentinnen im Kader wegen der Semesterferien wie immer erst spät dazu. Vorbereitungsturniere fanden nicht statt. Den USC verlassen haben mit Madita Evertz, Annika Schnalke und Eileen Biedenkapp drei Leistungsträgerinnen, die jetzt beim TV Waldgirmes in der 2. Bundesliga auf dem Feld stehen und eine entsprechend große Lücke hinterlassen haben. Neuzugänge sind Annika Grube (vom Oberligarivalen TV Waldgirmes II), Svenja Zielinski (USC II) sowie Marie Koopmann und Sarah Kianpour. »Unsere Vorbereitung hat eingeschränkt und verspätet stattgefunden, aber dieses Problem der fehlenden Spielpraxis dürften alle Teams haben«, sagt Teamsprecherin Maria Klapczynski, »viel wird auch davon abhängen, wie viele Zu- und Abgänge die Teams verkraften müssen, bis sie sich richtig eingespielt haben«, geht sie davon aus, dass alle zunächst einmal Probleme haben werden. Jedenfalls macht sich Klapczynski um die Motivation in ihrem Team die wenigsten Sorgen: »Wir haben alle Bock und wollen natürlich möglichst oft gewinnen. Unser Ziel ist es, wie zuletzt, oben mitspielen zu können.« Dem veränderten Spielmodus kann Klapczynski aufgrund der reduzierten Spielbelastung sogar etwas Gutes abgewinnen, aber dies bedeutet auch, dass Niederlagen schwerer wiegen und man sich eine längere »Einspielphase« in die Saison nicht leisten kann. Um zu wissen, wo sie stehen, müssen sich die USC-Damen etwas länger gedulden als die Herren, ihre erste Bewährungsprobe findet am 16. Oktober bei der HTG Bad Homburg statt.

Saisonauftakt am morgigen Samstag

Die Corona-Auflagen hatten auch bei den USC-Herren eine effektive Vorbereitung auf die Hallensaison ziemlich erschwert, die sonst üblichen Vorbereitungsturniere und Freundschaftsspiele fanden so gut wie nicht statt. So verbrachten die Spieler die Vorbereitungszeit vor allem im Sand und hielten sich mit Beachvolleyball fit. »Unsere Hallenvorbereitung hat dann erst mit Ende der Sommerferien begonnen«, sagt Trainer Stefan Eder. Ein Trainingsspiel gegen den Regionalligisten Eintracht Frankfurt kam dann auch noch zustande. Auch die Kaderplanung war von vielen Unsicherheiten begleitet. Mit Daniel Bermes (berufsbedingter Umzug) und Robert Hagen (zum Drittligisten TV Waldgirmes) verlor der USC zwei leistungsstarke Mittelblocker. Mit den beiden Mittelblockern Philip Strömer (USC IV), Wiard Aden (USC II) sowie den Diagonalangreifern Benjamin Budzinski (USC II) und Julien Geier (TV Bruchenbrücken) und Universalspieler Konstantin Schulz (Gießener SV) konnte der Kader zwar wieder vergrößert werden, aber durch unterklassige Spieler, die sich also erst an das Oberliga-Niveau gewöhnen müssen. Mit einer Prognose für die Saison hält sich Eder zurück: »Seit einem Jahr haben wir niemanden im Spiel- oder Turnierbetrieb gesehen. Es wird also eine Wundertüte, wie die Teams die Pause überstanden haben.« Die Vorrundengruppe schätzt Eder als die schwerere ein: »Die beiden Aufsteiger sind in der anderen Gruppe, aber wir wollen, wenn irgendmöglich, die Vorrunde unter den ersten drei beenden.«

Den Auftakt bestreitet der USC am Samstag (16 Uhr) mit nur einem Spiel zu Hause in der Sporthalle A der Herderschule Gießen gegen die HVV-Jugendauswahl, das zweite Spiel trägt dann die HVV-Auswahl gegen den VfL Marburg aus. »Die Auswahl konnte wegen behördlicher Sonderregelungen im letzten Jahr komplett trainieren und Wettkämpfe bestreiten, sind uns also in puncto Eingespieltsein voraus«, sieht Eder ein schweres Spiel auf sein Team zukommen.

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Der USC Gießen geht mit folgendem Kader in die neue Saison (hintere Reihe, v. l.): Sabrina Kämmerling, Sarah Starck, Olga Schwab, Leonie Wienand, Merle Pollok, Marie Koopmann, Maria Klpczynski, Lea Fruhmann-Beger, Trainer Patrick Wienand; (vorn, v. l.) Meike Louisa Schmidt, Celia Schmidt, Svenja Zielinski, Manon Klein. Es fehlen Annika Grubbe, Parvin Jafari, Sara Kianpour, Sara Smareglia. © pv

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