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Der USC Gießen II um Lukas Clotz gewinnt in der Landesliga das Stadtderby beim Gießener SV mit 3:1. ARCHIVFOTO: FRIEDRICH

USC Gießen verliert Verfolgerduell

  • VonRichard Albrecht
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(ria). Wie zuletzt bei den Herren stand nun auch für die Volleyball-Oberliga-Frauen des USC Gießen ein richtungsweisendes Match im Kampf um den dritten Tabellenplatz an, der zur Teilnahme an der Aufstiegsrunde berechtigt. In einem Nachholspiel unterlag der USC in Gelnhausen mit 1:3.

Oberliga Frauen / VGG Gelnhausen - USC Gießen 3:1 (25:15, 25:21, 16:25, 25:11): Die Gäste erwischten zwar in Durchgang eins den besseren Start (2:0), doch die VGG fand schnell ihren Rhythmus und stellte mit einem variablen Angriffsspiel die Defensive der Gäste immer wieder vor Probleme, die besonders mit den eingestreuten kurzen Bällen nicht zurechtkamen und letztlich den ersten Satz deutlich verloren. Auch im zweiten Durchgang gingen die Gießenerinnen in Führung und hielten diesen Vorsprung auch länger, doch Wechselaktionen brachten nicht den erhofften Push, sondern den Verlust des Spielrhythmus. Damit wurde der Druck auf den VGG nicht mehr aufrechterhalten, die Gastgeberinnen gewannen ihrerseits wieder ihre Sicherheit aus Durchgang eins und hatten so am Ende knapp die Nase vorne (25:21). Von Resignation nach diesem Rückschlag bei den Gästen allerdings keine Spur. Anknüpfend an die guten Startphasen zogen sie diesmal ihr Spiel durch. Von allen Angriffspositionen wurde gepunktet, die Feldabwehr hatte sich nun gut auf das Angriffsspiel der Gastgeberinnen eingestellt: Satz drei ging klar an die Gäste mit neun Punkten Vorsprung. In Satz vier dann allerdings ein Bruch mit stark steigender Eigenfehlerquote, der Rückstand wuchs schnell auf acht Punkte an, sodass die Gäste den Glauben an eine Wende und schließlich das Match verloren. »Wir hatten uns für dieses Match viel vorgenommen, aber nur im dritten Satz gezeigt, was wir wirklich drauf haben. Da war mehr drin«, so eine enttäuschte Kapitänin Maria Klapczynski. »Wir müssen weiter daran arbeiten, diese starken Phasen konstant zu halten.« Dieses Vorhaben bereits beim nächsten Spiel umzusetzen, dürfte allerdings schwer werden, am kommenden Samstag empfangen die Gießenerinnen den Spitzenreiter Bad Homburg.

Landesliga Männer / Gießener SV - USC Gießen II 1:3 (25:16, 16:25, 20:25, 23:25): Ohne Coach musste der GSV ausgerechnet das Derby bestreiten, da Trainerin Britta Hinneberg als hauptamtliche Trainerin der zweiten Herrenmannschaft im Einsatz war. Angesichts der Tabellensituation und der Ergebnisse in den Testspielen vor der Saison gingen die Gäste recht zuversichtlich in diese Partie und sahen sich mit einer schnellen 4:1-Führung gleich bestätigt. Doch Schwächen in der Annahme ließen das Spiel kippen, eine Aufschlagserie von Hermann zum 8:4 brachte den GSV zurück ins Spiel, der diesen Vorsprung auf 15:5 vorentscheidend ausbaute (Bauer), durch starke Angaben das Aufbauspiel der Gäste massiv störte und sich diesen Satz nicht nehmen ließ. In Durchgang zwei reduzierte der USC seine Fehlerquote, mit einer stabileren Annahme wurden vermehrt Schnellangriffe gespielt, und die Aufschläge zeigten mehr Wirkung. Bis zum 10:11 hielt der GSV noch mit, musste dann aber abreißen lassen. Das setzte sich im dritten Satz fort, der USC führte mit 11:6, dann versuchte der GSV ebenfalls sein Heil im Angriff verstärkt über die Mitte und kämpfte sich heran (14:15), aber mit gutem Schnellangriffsspiel über Müller und Clotz legte der USC den entscheidenden Schussspurt in diesem Satz hin. Im vierten Satz brachten Unstimmigkeiten in der Aufstellung Unruhe in das Spiel des GSV, der USC zog auf 11:4 davon und wechselte munter durch, ließ sich dann aber von den Verzögerungen anstecken und hatte beim 21:21 die Gastgeber wieder im Nacken. Am Ende hatte der USC den längeren Atem und vermied mit dem 25:23 einen Entscheidungssatz und Punktverlust. »Unsere Fans haben uns in den wichtigen Phasen stark unterstützt«, freute sich USC-Kapitän Steffen Kämmerling über drei Punkte, mit denen sich sein Team auf Tabellenplatz fünf vorgeschoben hat, während der GSV Schlusslicht bleibt.

Gießener SV - TG Neuenhaßlau 0:3 (20:25, 26:28, 21:25): Nach der Derbyniederlage gingen die Schwimmer als klarer Underdog in die zweite Partie des Tages gegen den Tabellenführer. Das schien sich gleich zu bestätigen, die Gäste gingen in Satz eins gleich mit 5:0 in Führung. Doch der GSV ließ sich nicht entmutigen, schaffte beim 7:9 den Anschluss, doch der Favorit schaffte sich mit kleinen Aufschlagserien über 16:10, 19:14, 23:17 immer wieder ein Polster, um den Satz schließlich sicher zu gewinnen. Im zweiten Satz ließen sich die Gießener nicht abschütteln (9:9), gingen sogar in Führung (18:15) und hatten beim 24:23 sogar die Chance auf den Satzausgleich, doch die Gäste konterten und zogen mit ihrem dritten Satzball den Kopf noch einmal aus der Schlinge. Auch beim 0:2-Satzrückstand warfen die Schwimmer die Flinte nicht ins Korn und machten dem Favoriten weiter das Leben schwer (8:6, 18:17). Nach dem 18:20 glichen sie noch einmal zum 21:21 aus, doch dann machten die Gäste den Sack zu. Dennoch nahm Britta Hinneberg, in Spiel zwei dann auf der Trainerbank, viel Positives mit: »Wir hängen natürlich am Tabellenende fest, hätten das Derby gerne gewonnen, aber wir haben uns selbst bewiesen, dass wir mithalten können. Es war im Großen und Ganzen ein starkes Spiel, es haben nur Kleinigkeiten gefehlt. In manchen Situationen fehlte einfach das Spielglück, jedenfalls macht es Hoffnung, auch mal Spiele für uns entscheiden zu können.« Der GSV bleibt damit Schlusslicht und fährt nächste Woche zum Tabellendritten.

Gießener SV: Bauer, Cloos, Gänsslen, Hermann, Hofmann, Hölzel, Jankowski, Kämmerzell, Roling, Ruchet de Freitas, Scheffler.

USC Gießen II: Clotz, Golombek, Hünnekes, Kämmerling, Klinger, Lemaire, Müller, Weiß, Weßling.

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