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USC: Zum Auftakt viele Fragen offen

  • vonRichard Albrecht
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(ria). Die beiden Oberliga-Teams des USC Gießen eröffnen die neue Volleyballsaison im "Corona-Jahr". Beide beginnen am Samstag mit Auswärtsspielen. Die Damen treten bei der zweiten Vertretung des TV Waldgirmes an, die Herren reisen nach Biedenkopf. Aufgrund der Hygienemaßnahmen und Hallensperrungen kann von einer intensiven Saisonvorbereitung bei beiden Mannschaften nicht die Rede sein.

Damen-Team: Kreativität gefragt

Maria Klapczynski, Mannschaftssprecherin des Damenteams, ist froh, dass ihre Mitspielerinnen die Corona-Zeit bisher gut und gesund überstanden haben. Auch wenn das Training bereits im Juni wieder aufgenommen werden durfte, haben viele Einschränkungen einen planvollen Trainingsbetrieb verhindert. Die üblichen Probleme, die man hinsichtlich der Vollzähligkeit mit einem mit Studentinnen gespickten Kader in den Semesterferien hat, wurden verstärkt durch die Schließung der Universitätsgebäude. Hinzu kam, dass lange Zeit nur in Kleingruppen trainiert werden durfte und die Möglichkeit von Freundschaftsspielen und Vorbereitungsturnieren entfiel.

Entsprechend war von Trainer Patrick Milling viel Kreativität gefordert. Erst im Dezember fand das einzige Vorbereitungsturnier statt: "Wir konnten da erstmals unsere Neuzugänge einsetzen und die anderen Spielerinnen auf verschiedenen Positionen testen, was auch sehr zufriedenstellend geklappt hat", hält Klapczynski einige positive Erkenntnisse fest. Eine wirkliche Standortbestimmung für das Team wird jedoch erst der Spielbetrieb bringen.

"Wir sind 13 Teams in der Liga, da sind jetzt Prognosen kaum möglich. Der Regionalligaabsteiger Bad Homburg ist sicherlich favorisiert. Auf unseren Gegner vom Wochenende sind wir beim Vorbereitungsturnier getroffen und haben dabei gut ausgesehen. Wir und sie haben sicher die Chance, im oberen Tabellendrittel zu landen", erwartet Klapczynski eine interessante Partie.

Abgänge sind keine zu verzeichnen, in den Kader zurückgekehrt sind Theresa Kettenbach und Johanna Lell, neu dazugestoßen sind Eileen Biedenkapp und Celia Schmidt. "Wir sind froh, wieder spielen zu können, aber durch die Corona-Auflagen werden die Spieltage viel mit Organisation verbunden sein. Alle Vereine mussten Hygienekonzepte erstellen", sieht Klapczynski bei aller Vorfreude der Saison dem Start auch mit gemischten Gefühlen entgegen.

Das erste Spiel findet am kommenden Samstag, 12. September, um 16 Uhr statt. Gegner in der Halle der Lahntalschule in Atzbach ist die zweite Vertretung des TV Wald- girmes.

Oberligakader USC Gießen Damen: Eileen Biedenkapp, Madita Evertz, Theresa Kettenbach, Maria Klapczynski, Manon Klein, Merle Pollok, Johanna Lell, Lena Ritter, Meike Louisa Schmidt, Celia Schmidt, Annika Schnalke, Sara Smareglia, Parvin Jafari, Andrea Wolfermann, Katharina Wrobel, Sabrina Kämmerling, Sarah Starck, Lea Fruhmann Berger

Veränderungen bei Oberliga-Herren

Das Oberligateam der Herren hatte, was den Trainingsverlauf betrifft, mit den gleichen Problemen zu kämpfen. Vorbereitungsturniere gab es keine, es konnte lediglich mit und gegen den Landesliga- kader getestet werden. "So war es uns natürlich nicht möglich, Routinen und Spielzüge anzutrainieren", sieht Trainer Stefan Eder ein großes Manko. Dazu kommt, dass sich der Kader durch fünf Abgänge und ebenso vielen Zugänge stark verändert hat.

Laurenz Heikaus, Phil Kunze und Johannes Lottner sind aus dem Landesligakader hochgerückt, Erkin Calisir hat in Frankfurt ebenfalls in der Landesliga gespielt. Der spielstärkster Neuzugang ist demnach Robert Hagen (Göttingen), der Oberligaerfahrung mitbringt. "Unser vorrangiges Ziel ist der Klassenerhalt."

Da wohl alle Teams mit den gleichen Problemen zu kämpfen hatten, lässt sich für Eder die aktuelle Qualität der Liga kaum einschätzen. Vorne erwartet er die Teams aus Bommersheim und Biedenkopf, was am Samstag gleich einen schweren Saisonauftakt bedeutet: "Biedenkopf ist zu Hause immer spielstark und verfügt über ein eingespieltes Team. Es wäre natürlich toll, trotzdem etwas Zählbares mitzubringen."

Was einen geregelten Saisonverlauf angeht, ist Eder eher skeptisch: "Die ersten Spieltage werden zeigen, wie die zahlreichen Auflagen und Einschränkungen die Durchführung der Liga in der Praxis beeinflussen werden. Wenn es zu regionalen Einschränkungen kommt wie zuletzt in Hanau, werden Spielverlegungen nötig."

Eder hofft auf spannende Spielzeit

Für die Hanauer galt bis zum 7. September eine Allgemeinverfügung, die Wettkampf, wettkampfnahes Training sowie die Reise zu Auswärtsspielen untersagte. "Es könnte sein, dass selbst mit Nachholspielen unter der Woche der Spielplan nicht eingehalten werden kann. Trotzdem wünsche ich mir natürlich eine spannende Saison mit vielen tollen Wettkämpfen".

Die Oberliga-Herren des USC treten am Samstag, 12. September, um 20 Uhr beim TV Biedenkopf in der Sporthalle der Lahntalschule an.

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