Für Ruben Enobore und den FC Gießen II wird es einzig um den Ligaerhalt gehen. ARCHIVFOTO: FRO
+
Für Ruben Enobore und den FC Gießen II wird es einzig um den Ligaerhalt gehen. ARCHIVFOTO: FRO

Unsicheren Zeiten entgegen

  • vonRedaktion
    schließen

Es dürfte das Sorgenkind aus heimischer Sicht in der Fußball-Verbandsliga Mitte sein - der FC Gießen II. Denn die Regionalliga- Reserve geht mit einem stark veränderten Kader in die neue Spielzeit.

Der FC Gießen II belegte in der Saison 2019/20 einen hervorragenden sechsten Tabellenplatz. Bis zuletzt war die Elf von Trainer Roger Reitschmidt im Rennen um den Relegationsplatz zur Hessenliga, ehe der coronabedingte Abbruch der Spielzeit erfolgte. Vor der neuen Saison steht die "Zweite" vor einem personellen Umbruch und geht unsicheren Zeiten entgegen.

Die aktuelle Situation: Die Reserve des FC wirkt innerhalb des Vereins wie das fünfte Rad am Wagen. Die geordneten Strukturen der letztjährigen Erfolgssaison haben Risse bekommen. Der kommissarische Geschäftsführer Markus Haupt sieht sich nur für das Regionalligateam in der Verantwortung, der bisherige Sportliche Leiter Andreas Heller ist nicht mehr im Amt. Die coronabedingte Pause trug ihren Teil dazu bei, dass nach Trainer Marcel Cholibois, der bereits in der Winterpause das Handtuch geworfen hatte, auch zahlreiche Spieler der FC-Reserve im Sommer nun den Rücken kehrten.

Kommen/Gehen: Mit 14 Abgängen hat die Regionalliga-Reserve des FC Gießen eine komplette Mannschaft verloren. Zahlreiche Leistungsträger haben die Elf von Trainer Roger Reitschmidt vor allem aufgrund der Unsicherheiten innerhalb des Vereins verlassen und sich den umliegenden Hessen- und Verbandsligisten aus Fernwald, Waldgirmes, Kinzenbach und Turabdin/Babylon angeschlossen. Die aus der eigenen Jugend zu den Aktiven stoßenden Spieler haben keine große Zeit der Eingewöhnung, sondern werden direkt ins kalte Wasser geworfen. Christian Hesse (früher SG Kinzenbach, TSV Bicken) stößt vom Nord-Verbandsligisten FC Körle zur Reitschmidt-Elf, während Timur Ögretmen, der in der Jugend bei der TSG Wieseck und dem VfB 1900 Gießen ausgebildet wurde, vom Nord-Gruppenligisten FC Homberg in den Sportkreis Gießen zurückkehrt.

Stärken/Schwächen: Durch den Abgang zahlreicher Leistungsträger fehlt es der Mannschaft vor allem an Erfahrung. Dies kann nur durch Einsatzwillen und Kameradschaft kompensiert werden. Ob es Abstellungen aus dem Regionalligakader geben kann und welche Rolle diese Spieler dann spielen werden, wird sich zeigen müssen. Realistischer erscheint derzeit, dass man sich im Bedarfsfall mit der Rekrutierung von Spielern aus der A-Junioren-Mannschaft behelfen muss.

Umfeld/Trainer: Durch die Abkopplung der Regionalliga-Elf vom Gesamtverein ist das Reserveteam weitgehend auf sich selbst gestellt. Anette Grebe in Personalunion als Teammanagerin und Mannschaftsbetreuerin, Sascha Becker als Mannschaftsbetreuer und Trainer Roger Reitschmidt haben dabei die Hauptlast auf ihren Schultern zu tragen. Seine langjährige Erfahrung als Trainer und Co-Trainer in der Verbands- und Hessenliga könnte für Reitschmidt dabei in dieser schwierigen Zeit eine entscheidende Hilfe sein.

Prognose: Dem FC Gießen II steht eine ganz schwierige Saison bevor. Dabei wird der Blick im Klassement nach unten zu richten sein. Der Klassenerhalt wäre ein großer Erfolg. Dieser wird aber ohne die Unterstützung aus dem Regionalligakader kaum zu bewerkstelligen sein.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare