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Der Bahlinger SC, örtlich Nachbar des SC Freiburg II, geht einen anderen Weg und setzt auf Offensive. Damit hatte er in der Oberliga Baden-Württemberg großen Erfolg.

Fußball

Gießens Regionalliga-Gegner: Bahlinger SC

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Die Redaktion tippt jetzt schon die neue Saison in der Regionalliga Südwest. Auf Platz 17 sehen wir den Bahlinger SC. Der Gegner des FC Gießen im Check.

(sno). Nach 17 Spieltagen in der Fußball-Oberliga Baden-Württemberg stand der Bahlinger SC zuletzt auf Platz zehn. Mit Hasan Pepic und Shqipon Bektasi wurden zwei neue Offensivkräfte verpflichtet, in der Rückserie blieb der BSC ungeschlagen und kletterte vorbei an den Stuttgarter Kickers auf den Aufstiegsrang - und ist nun Konkurrent des FC Gießen.

Die aktuelle Situation 

Entsprechend selbstbewusst geht der Verein in die Regionalliga, in der er 2014/15 schon einmal war. Der neue Sportliche Leiter Bernhard Wiesler sagt: "Ich schätze die Chance, dass wir die Klasse halten, sehr hoch ein. Wir haben eine gut funktionierende Mannschaft mit Qualität." Der Verein ist familiär geführt und bodenständig, greift häufig Spieler vom nur rund 20 Kilometer entfernten Freiburg auf.

Kommen/Gehen

 "Wichtigstes Ziel ist für uns immer, den Kader zusammenzuhalten", sagt Wiesler. Das ist zum Großteil gelungen. Schmerzen könnte der Abgang des 22-jährigen Mittelstürmers Serhat Ilhan, der zum TSV Steinbach gewechselt ist. Dieser Verlust könnte durch die Verpflichtung des regionalligaerfahrenen Amir Falahen aufgefangen werden. Der gebürtige Freiburger kommt von Fortuna Düsseldorf II und kann über 80 Regionalliga-Partien vorweisen. Der 28-Jährige traf letzte Saison in der West-Staffel viermal. Zudem kommen Stürmer Tim Siegin (22, Bad Bellingen) und Verteidiger Marco Bauer von der U19 des SC Freiburg.

Stärken/Schwächen

Die Mannschaft hat eine überragende Rückserie hingelegt und scheint in ihrer aktuellen Besetzung zu funktionieren. Der Bahlinger SC stellt ein spielstarkes Team. "Das liegt auch daran, dass wir immer gut ausgebildete Fußballer bekommen, die den Sprung beim SC Freiburg nicht geschafft haben", erklärt Wiesler. Der Verein erweckt den Eindruck, als agiere er ruhig und besonnen. Mit Stürmer Bektasi, der in knapp 200 Regionalliga-Spielen über 50 Tore erzielte, Erich Sautner (121 RL-Spiele), Pepic (93) und Falahen (87) besitzt man eine viertligaerfahrene Offensive, mit der man wuchern kann. In der Oberliga erzielte man in der starken Rückserie zuletzt im Schnitt pro Spiel über drei Tore. Die Regionalliga ist aber auch eine Liga, in der man schnell ausgekontert wird - ob der Fokus auf der Offensive in der umkämpften vierten Liga zum Verhängnis wird, muss sich zeigen.

Umfeld/Trainer

 Mit dem 36-jährigen Ex-Profi Dennis Bührer und dem 49-jährigen erfahrenen Axel Siefert setzt der Bahlinger SC auf ein Trainerduo, das Wert auf Fußball spielen legt, die notwendige Härte in der vierten Liga aber im Blick hat. Im Hintergrund löste Wiesler den zuvor über 15 Jahre aktiven August Zügel (70 Jahre) als Sportlichen Leiter ab - ein symbolischer Wechsel, der intern gelöst wurde. Trainiert wird nicht unter Profibedingungen, während der Saison viermal, freiwilliges Zusatztraining wird angeboten. Der Zuschauerschnitt betrug zuletzt rund 800 Besucher pro Partie.

Prognose

Der Bahlinger SC kommt selbstbewusst und mit Schwung in die neue Klasse und verfügt über eine beachtliche Offensive. Mit seiner Spielweise wird er erfrischend und anders sein - ob das reicht? Fraglich.

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